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Vivian Wolff gab ihr Bundesliga-Debüt beim TC Bad Vilbel.

Tennis

TC Bad Vilbel: »Lotteriespiel« verloren

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Der TC Bad Vilbel kassiert eine 2:7-Niederlage. Sportdirektor Marcello Craca spricht im Anschluss von einem »Lotteriespiel«.

Wer irgendwie verfügbar war, der stand am Sonntagvormittag dann auch der Tennis-Anlage in Bad Vilbel. Der Titelverteidiger aus der Quellenstadt trat zum Bundesliga-Heimspiel-Auftakt gegen den TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz quasi mit seinem letzten Aufgebot an, unter anderem den Spielerinnen 16 und 17 im 18-köpfigen Kader. Das reichte gegen den Titelanwärter aus Sachsen erwartungsgemäß nicht. Vor rund 170 Klub-Mitgliedern - externe Zuschauer hatten die Gastgeber diesmal nicht zugelassen - unterlag Bad Vilbel mit 2:7 (2:4 nach den Einzeln). »Die Mädels haben alles reingehauen, aber der Gegner war einen Tick besser. Das muss man anerkennen. Diesmal liefen die Dinge eben nicht für uns, sondern gegen uns«, sagt TCBVC-Sportdirektor Marcello Craca .

Mara Guth, Lokalmatadorin aus Usingen, reihte sich auf Grund ihrer Teilnahme an der Juniorinnen-Konkurrenz beim Grand-Slam-Turnier in Paris in die lange Liste der Ausfälle ein. Vivian Wolff kam somit zu ihrem Bundesliga-Debüt. Erst am Donnerstag war sie - vom College in den Vereinigten Staaten kommend und aktuell lediglich mit Hartplätzen vertraut - in ihrer Heimat Frankfurt eingetroffen.

In Bad Vilbel ist man auf Grund der Terminverschiebungen und den damit einhergehenden Personalproblemen nicht gut auf den Deutschen Tennis-Bund (DTB) zu sprechen. »Der DTB reagiert sehr unsensibel. Ich denke, dort weiß man gar nicht, was man den Vereinen mit seinen Ehrenamtlern zumutet«, sagt Dirk Hinkel, der Vorsitzende des stets mit hohen sportlichen Ambitionen starteten TCBV. Auf Grund der Kombination aus verlegten Bundesliga-Spieltagen, Verschiebungen im internationalen Turnierkalender, gepaart mit verletzungsbedingten Ausfällen, stellt sich die Mannschaft derzeit quasi von selbst auf. Dazu muss der Spieltag auf der Anlage den immer wechselnden gesetzlichen Vorgaben neu angepasst werden. »Eine Saison ohne Verlegungen ist mit Erfahrungswerten in gewisserweise planbar. 2021 ist aber ein Lotteriespiel«, sagt Craca.

Der Monat Juli könnte rein sportlich - Stand heute - die Problematik noch verschärfen, sollten Teilnehmerinnen am Turnier in Wimbledon (28. Juni bis 11. Juli) sich bei einer Einreise nach Deutschland erst noch in Quarantäne begeben müssen. »Wir hoffen, dass eine politische Lösung gefunden wird«, sagt Hinkel. Zumal: Spielerinnen wie Mara Guth oder Vivian Wolff sollen im weiteren Verlauf der Saison auch in der Hessenliga-Mannschaft eingesetzt worden, dürften dann aber nicht mehr als zwei Saisoneinsätze in der Bundesliga bestritten haben.

Die Niederländerin Richel Hogenkamp (Nummer zehn der Meldeliste) führte den TCBV auf Position eins in die Partie. Sie gewann ihr Einzel ebenso wie Jule Niemeier (mittlerweile WTA-Rang 183). Chncenlos waren Bianca Turati, Natela Dzalamidze und Vivian Wolff. Wegweisenden Charakter hatte das Einzel von Jessisca Pieri. Der Tennis-Floh aus Italien (1,60m/48 kg) duellierte sich 2:38 Stunden laufintensiv mit Reka-Luca Jani und musste sich im Match-Tiebreak nach einer umstrittenen Entscheidung gegen sie beim Stand 6:7 im dritten Durchgang geschlagen geben.

TC Bad Vilbel - BW Dresden-Blasewitz 2:7: Einzel: Richel Hogenkamp - Varvara Flink 6:4, 7:5, Bianca Turati - Kristina Kucova 0:6, 1:6, Jule Niemeier - Teraza Smitkova 6:2, 7:5, Jessica Pieri - Reka-Luca Jani 6:7, 7:5, 8:10, Natele Dzalamidze - Anna Bondar 0:6, 0:6, Vivian Wolff - Miriam Kolodziejova 2:6, 2:6. - Doppel: Niemeier/Dzalamidze - Smitkova/Jani 3:6, 5:7, Pieri/Wolff - Bodnar/Kolodziejova 4:6, 2:6, Hogenkamp/Turati - Flint/Kucova 1:6, 4:6.

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