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Unaufhaltsam: Lenny Rubin und die HSG Wetzlar demütigen beim höchsten Bundesliga-Sieg der Klubgeschichte Ilija Brozovic und die TSV Hannover-Burgdorf.

Tag für die Geschichtsbücher

  • VonRedaktion
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(ra). Gigantisch der Auftritt. Überragend das Spiel. Historisch das Ergebnis. Die HSG Wetzlar sorgt auch unter Neu-Trainer Benjamin Matschke für mächtig Aufsehen in der Handball-Bundesliga. Mit dem unglaublichen 38:16 (19:6) über die TSV Hannover-Burgdorf gelingt der höchste Erfolg der Bundesliga-Historie.

Es ist nicht überliefert, ob sich Christian Prokop als neuer Chefcoach der TSV Hannover-Burgdorf auf der Rückreise gleich an der ersten Autobahnraststätte mit einer Flasche Klosterfraumelissengeist versorgt hat. Gebrauchen können hätte der Ex-Bundestrainer diese nach der verheerenden Niederlage in Wetzlar.

Die HSG Wetzlar hat unter Neu-Trainer Benjamin Matschke schon im zweiten Saison-Heimspiel den historisch gesehen höchsten Bundesliga-Sieg ihrer 23-jährigen Erstliga-Geschichte eingefahren. Und die Klimpkes, Fredriksens und Cavors, die exakt vor einem Jahr den THW Kiel im zweiten Saison-Heimspiel ebenfalls mit einem vernichtenden 31:22 aus der Rittal-Arena gejagt hatten, dürften den Bundesliga-Spielplanansetzer in die Bredouille bringen. Denn wer bitte will künftig noch als Gegner zum zweiten Wetzlarer Saison-Heimspiel nach Mittelhessen reisen!?

Das Lachen war den ohne ihre Defensivstützen Evgenj Pevnov und Bastian Roschek angetretenen »Recken« schon beim Wetzlarer 15:5 nach 24 Minuten durch Kreisläufer Felix Danner vergangen. Endgültig Schluss mit lustig war nach 42 Minuten und dem 29:9 der Grün-Weißen durch Rechtsaußen Domen Novak. Doch es wurde noch schlimmer. Viel schlimmer. Mit dem Abschluss-38:16 von Ole Klimpke - gezielt eingesetzt vom spielenden Co-Trainer Filip Mirkulovski - waren es sage und schreibe 22 Treffer, mit denen die Grün-Weißen die Brozovic, Böhm und Co. vom Parkett fegten. Gibt’s nicht? Doch. Gibt es!

Bei der HSG Wetzlar lief aber auch alles rund. Wirklich alles. Torhüter Till Klimpke parierte früh in der 9., 12. und 19. Minute drei Siebenmeter in Serie und 15 Würfe insgesamt. Herausragend. In der Gastgeber-Abwehr hätte jeder einzelne Wetzlarer den Piraten Jack Sparrow in »Fluch der Karibik« mimen können, so viele Bälle klauten sie den von einer Verlegenheit in die andere stürzenden Gästen.

Gästeabwehr vorgeführt

Nach vorne hatte das Wetzlarer Spiel über erste und zweite Welle Tempo und Tiefe und Härte - und im Positionsangriff demaskierten sie die zu früh angeordnete und fast bis zum bitteren Ende durchgezogene 3:2:1-Deckung der Niedersachsen. Die Operation am offenen Herz der Burgdorfer Abwehr misslang gründlich - härter ausgedrückt: der Patient überlebte sie nicht.

Und nach der Pokalerfahrung von vor drei Jahren in Hamburg und dem seinerzeitigen Pausen-4:15 gegen den gleichen Rivalen verstanden sich Ole Forsell Schefvert, Stefan Cavor und Maximilian Holst nicht als Pflegekräfte und zogen - längst verschmolzen mit ihrem Heimpublikum - konsequent durch.

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