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Sadra Sememy ist beim Fußball-Hessenligisten FV Bad Vilbel als Nummer eins nicht mehr unumstritten.

Fussball-Hessenliga

T-Frage beim FV Bad Vilbel

Sadra Sememy ist beim FV Bad Vilbel nicht mehr unumstritten. Vor dem Spiel bei Fulda/Lehnerz stellt sich bei Hessenligisten die T-Frage.

(ace). Wie seit dieser Saison zunehmend üblich, kommt auch der zehnte Spieltag in der Fußball-Hessenliga zweigeteilt daher. Fünf Spiele werden am traditionellen Samstagnachmittag ausgetragen, während vier Partien erst am Sonntag steigen. Studiert man den Spielplan genauer, sind Knallerspiele nicht unbedingt dabei. Was nicht heißen soll, dass die angesetzten neun Begegnungen in der 18er Liga keine Spannung versprechen. Im Gegenteil: Interessant ist beispielsweise, ob der zum Höhenflug angesetzte FC Eddersheim seinen fulminanten zweiten Tabellenplatz mit einem Heimdreier gegen den KSV Baunatal verteidigen kann und wie sich der in Lauerstellung wartende Regionalliga-Absteiger Eintracht Stadtallendorf beim aufstrebenden SV Rot-Weiß Hadamar schlägt. Die beiden Vertreter des Fußballkreises Friedberg bekommen es indes am Samstag wie vor zwei Wochen ausschließlich mit Vertretern aus der fußballbegeisterten osthessischen Region zu tun. Während der FV Bad Vilbel zum Tabellenführer und Aufstiegsanwärter SG Barockstadt Fulda-Lehnerz fährt, erwartet Türk Gücü Friedberg auf heimischen Gelände Neuling SV Neuhof.

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz - FV Bad Vilbel (Samstag 14 Uhr, Johannisau-Stadion):Was sollte FV-Trainer Amir Mustafic nach der 1:4-Heimpleite gegen den KSV Baunatal groß sagen? "Am Anfang haben wir gar nichts von dem umgesetzt, was wir vor hatten. Wir wussten ja, dass Baunatal extrem aggressiv anläuft und körperbetont spielt. Aber wir haben den Gegner mal wieder völlig unnötig zum Toreschießen eingeladen." Eines der Geschenke an die Nordhessen resultierte aus einem unerklärlichen Patzer von FV-Torhüter Sadra Sememy, der bei einem langen Ball der Gäste fluchtartig seinen Kasten verließ und am Strafraumrand mit KSV-Stürmer Rolf Sattorov zusammenprallte. Kurz zuvor hatte der dreifache Torschütze den Keeper überlupft und der Ball trudelte ins Netz. Die wiederholten Slapstick-Einlagen verbunden mit seiner risikoreichen Spielweise führen am Niddasportfeld dazu, dass langsam die Torhüterfrage gestellt wird.

Mustafic ist offenbar nicht mehr bereit, solche fahrlässigen Fehler zu akzeptieren und denkt über einen Wechsel zwischen den Pfosten nach. Bislang retteten Sememy der Bonus aus seiner starken Vorsaison sowie seine Reflexe auf der Linie vor dem Verlust seines Stammplatzes. Schon am ersten Spieltag gegen Dreieich (2:3) ermöglichte Sememy durch eine Positionierung zu weit vor seinem Kasten einen Treffer des Gegners aus 70 Metern Torentfernung. Der Coach steht vor dem Gastspiel beim souveränen Spitzenreiter SG Barockstadt Fulda-Lehnerz vor einer Grundsatzentscheidung: Vertraut er seinem Stammkeeper weiterhin oder erhält Vertreter Gian Klahr erstmals eine Bewährungschance? Der 18-Jährige kam vor der Saison aus der U19 von Kickers Offenbach und gilt als großes Talent. Einerseits ist der Vilbeler Coach nicht dafür bekannt, den Torhüter ad hoc zu wechseln. Andererseits wäre es womöglich auch ein Risiko, den jungen Mann ausgerechnet beim Gastspiel in Fulda ins kalte Wasser zu werfen.

Erst am Ende der Trainingswoche wird der Trainer seine schwierige Entscheidung treffen müssen. "Ich will keinen schuldig sprechen, aber diese Geschenke müssen aufhören", betonte Mustafic. Denn unabhängig von Torwartfehlern hat der FV schon 18 Gegentreffer kassiert, das sind zwei im Schnitt pro Spiel.

FV Bad Vilbel: Sememy (Klahr), Saso, Babic, Grüter, Brauburger, Knauer, Bauscher, Maksumic, Emmel, Alik, Farid Affo, Atzberger, Railean, Zampach, Biehrer, Huwa, Moubarak Affo.

Türk Gücü Friedberg - SV Neuhof (Samstag 15 Uhr, Am Eisenkrain Ober-Rosbach):Nachdem Trainer Carsten Weber das 1:1 gegen Rot-Weiß Walldorf nur in der Nachbetrachtung auf Video sehen konnte, weil er das Heimspiel gegen die Gäste aus dem Kreis Groß-Gerau wegen einer schweren Grippe live verpasst hatte, befindet sich der Coach auf dem Weg der Besserung und stand bereits am Mittwoch im Kreispokal-Spiel beim A-Ligisten SG Wohnbach/Berstadt wieder an der Seitenlinie. Unter seinen Direktiven und mit der Unterstützung von Co-Trainer Kamber Koc, der sich als Ersatztorhüter fit gemeldet hat, soll beim erstmaligen Aufeinandertreffen mit dem osthessischen Neuling SV Neuhof nach zwei sieglosen Heimspielen in Folge wieder ein Dreier am Eisenkrain herausspringen.

Spielfreude und die Bereitschaft, über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen weite Wege zu gehen, das möchte der TG-Coach gegen die Gäste aus der Kali-Gemeinde sehen. "Mehr Geduld entwickeln, eine bessere Raumaufteilung und mehr Ballbesitzphasen schaffen", fordert Weber und möchte auch gerne "ein besseres Positionsspiel mit mehr Abschlüssen" sehen. Sollten diese Anweisungen vom kickenden Personal umgesetzt werden, stünden die Chancen auf einen Dreier gegen den nur sieben Zähler aufweisenden Aufsteiger mehr als gut. Der Gegner befinde sich nach dem Aufstieg noch in der Findungsphase, zuletzt gab es drei Niederlagen in Folge für das Team von Trainer Valentin Plavcic.

Mit Offensivmann Baris Özdemir kehrt indes ein alter Bekannter zurück, der bei TGF Ende Mai 2018 kurz vor der Aufstiegsrunde zur Hessenliga nach Unstimmigkeiten mit dem damaligen Trainerteam einen unrühmlichen Abgang hatte und zum SC 1960 Hanau wechselte. Vermutlich komme er hochmotiviert an seine alte Wirkungsstätte zurück. Für Weber ist das "eine alte Geschichte, die viele meiner Spieler gar nicht miterlebt haben, weil sie damals noch nicht dabei waren." Personell fehlt weiterhin der Langzeitverletzte Ertugrul Erdogan. Fraglich ist das Mitwirken von Dorian Miric, der grippegeplagt im Bett liegt. Zurückgemeldet haben sich dagegen Ricardo Marra und der von Eintracht Stadtallendorf nachverpflichtete Ceyhun Dinler. Der 25-jährige war im Pokalspiel im Kader (ohne Einsatz) und könnte gegen Neuhof erstmals auch in einem Ligaspiel im TG-Kader stehen.

Türk Gücü Friedberg: Sahin (Koc), Tesfaldet, Solak, Usic, Printemps, Dudda, Aydilek, Eren, Weigand, Ouattara, Toskovic, Biber, Tahirovic, Bell Bell, Basile, Hagley, Dinler.

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