phk_fussball_svsteinfurthII
+
Er ist wieder da: Marco Walter - hier in der Aufstiegssaison 2013/14 an der Bande des SV Steinfurth II - übernimmt den A-Ligisten zur neuen Spielzeit ein zweites Mal als Trainer.

Auf die Jugend gesetzt

SV Steinfurth: Verjüngungskur für zweite Mannschaft als neues Konzept

  • Philipp Keßler
    VonPhilipp Keßler
    schließen

Viele Abgänge, ein Trainerwechsel, Gerüchte über einen Rückzug: Der SV Steinfurth II war zuletzt ein Gesprächsthema. Nun gibt es Klarheit - und ein neues Konzept mit neuem, alten Trainer.

Auch wenn die Spatzen es schon von den Dächern zu pfeifen schienen: Der SV Steinfurth zieht keine seiner beiden Seniorenmannschaften eine Spielklasse nach unten oder meldet sie gar vom Spielbetrieb ab. Das stellt SVS-Vorsitzender Wolfgang Schneeberger noch einmal klar: »Wir sind personell relativ gut bestückt. Es reicht in jedem Fall, um über die Runden zu kommen. Auch insgesamt läuft es gut, sodass es keinen Grund für Rückzüge gibt, auch wenn es zuletzt viel Skepsis um uns herum gab.«

SV Steinfurth: Marco Walter kehrt als Trainer der zweiten Mannschaft an alte Wirkungsstätte zurück

Doch ganz ohne Veränderungen wird es nicht abgehen: Die erste Mannschaft von Trainer Süleyman Karaduman hat einige namhafte Abgänge zu verkraften - und das schlägt auch auf die zweite Garde durch, bei denen Marco Walter das Traineramt wieder übernommen hat, nachdem Sebastian Staisch sich aus privaten Gründen zurückgezogen hatte. Walter hatte 2014 die Mannschaft schon in die A-Klasse geführt und dort etabliert, ehe er zur Saison 2016/17 zu Ligakonkurrent SG Wohnbach/Berstadt gewechselt war. Dort hatte der Steinfurther Ende 2019 aufgehört und sich eigentlich dem Tennissport gewidmet. Nun ist er zurück auf dem Platz. »Eigentlich wollte ich diese Saison keinen Trainerposten übernehmen, hatte den Steinfurthern auch schon zweimal abgesagt, aber die Tür nie ganz geschlossen - und schließlich hat meine Freundin, die inzwischen ebenfalls in Steinfurth wohnt, mich zu einem Gespräch überredet. Dann sehen wir beide uns sonntags wenigstens auf dem Sportplatz«, sagt Walter mit einem Lachen.

Lesen Sie auch: Alle Transfers im Wetterauer Amateurfußball auf einem Blick in unserem Ticker

Seine zweite Amtszeit in Steinfurth dürfte besonders herausfordernd werden. Zwar stehe prinzipiell für beide Mannschaften ein 40-Mann-Kader zur Verfügung, aber die drei Punkte, die die »Zweite« im vergangenen Jahr bis zum Saisonabbruch geholt und mit denen sie auf dem vorletzten Platz rangiert hatte, »entsprachen dem Leistungsvermögen«. Zu zwei Abgängen gesellt sich aktuell lediglich ein Neuzugang.

SV Steinfurth: Aktuell sind 14 A-Junioren für die Seniorenmannschaften spielberechtigt

Aber: »Wir haben eine sehr gute A-Jugend hintendran.« Bis zu 14 der 21 Nachwuchsspieler der JSG Eintracht Oberhessen - der Jugendspielgemeinschaft des SV Steinfurth und des SV Ober-Mörlen - seien für die Senioren spielberechtigt, der Trainingsbetrieb von A-Jugend und zweiter Mannschaft werde dafür zusammengelegt, die A-Junioren nehmen aber gleichzeitig am Jugendspielbetrieb teil. »Die Jungs können gut kicken, und so können wir Ausfälle viel besser kompensieren«, sagt Walter, der bereits mit Übungseinheiten auf freiwilliger Basis begonnen hat, ehe am 1. Juli die Vorbereitung offiziell beginnt. »Die Integration einer größeren Jugendgruppe in die Senioren finde ich reizvoll«, sagt er. »Ohnehin passiert in der Jugendarbeit in Steinfurth sehr viel. Und man muss so ehrlich sein: Ohne die A-Jugend in der Hinterhand hätte mein neues Team aus meiner Sicht nicht in der A-Liga starten können.«

Für die neue Saison gibt es aus Walters Sicht nur ein Ziel: »Die Klasse irgendwie halten.« Denn: »Wir wollen unseren Jugendspielern die höchstmögliche Plattform geben. Die Jungs werden in der A-Liga einfach anders gefordert als in der B-Klasse«, sagt er. »Deshalb stand ein Rückzug für mich nicht zur Debatte. Wir wollen es probieren.«

SV Steinfurth: Neu-Trainer Walter setzt auf Zusammenarbeit mit Süleyman Karaduman

Das dürfte - in abgeschwächter Form - auch für die erste Mannschaft gelten, mit denen auch in Sachen Taktik und Spielidee eng kooperiert werden soll, was angesichts des guten persönlichen Verhältnisses zwischen Walter und Karaduman unproblematisch erscheint. »Sami war ein wesentlicher Faktor für mich«, sagt Walter. »Ich habe schon mit mehreren Lizenzinhabern zusammengearbeitet und immer etwas mitgenommen, aber bei ihm merkt man einfach den Aufwand, der dahinter steckt, und wie strukturiert er an die Sache herangeht.«

Für Walter, der die A-Liga aus dem Effeff kennt, werden viele Spiele im Abstiegskampf der zweithöchster Spielklasse des Fußballkreises Friedberg »über den Kampf entschieden«, weshalb »wir sicher viel Lehrgeld zahlen werden«. Walter ist überzeugt: »Es kommt darauf an, wie die Jungs das annehmen. Wir können nur probieren, über das Läuferische zu kommen.« Besonders freut er sich auf die Duelle mit seinem Ex-Klub aus Wohnbach und Berstadt: »Wir sind im Guten auseinandergegangen, der Kontakt ist nie abgerissen und ich habe ihnen auch Bescheid gesagt, bevor das mit Steinfurth öffentlicht wurde. Jetzt hoffen wir, dass wir die Vorrunde problemlos spielen können und dann schauen wir, wie sich die Lage entwickelt.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare