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Spielausschussmitglied und Torwart: Christopher Reuss will den SV Germania Ockstadt stabilisieren.

Fussball

SV Ockstadt: In familiärer Atmosphäre stabilisieren

  • VonThomas Brannekämper
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Der SV Germania Ovkstadt hatte einst in der Gruppenliga gekickt. Jetzt wollen sich die Kirschendörfler in der Kreisliga A stabilisieren. Christopher Reuss spricht über Wohlfühlklima und die Jugendarbeit.

Der SV Germania Ockstadt ist in der Fußball-Szene in der Wetterau gewiss ein Verein mit großem Namen. Lange Jahre gehörten die Germanen zum Stamm der Kreisoberliga, zwischenzeitlich wurde gar in der Gruppenliga Frankfurt gekickt. Nach dem letzten Aufstieg in die Kreisoberliga in der Saison 2015/16 und dem darauffolgenden Abstieg in die Kreisliga A fristet der Verein aus dem Kirschendorf aber ein eher karges Dasein in dieser Liga.

Sportlich bedrohlich war die Situation im Jubiläumsjahr 2020. Zum coronabedingten Abbruch der Runde hat nur die »Nichtabstiegsregelung« den Germanen die Ligazugehörigkeit gesichert. In der vergangenen Saison konnte man sich bis zum erneuten Rundenabbruch etwas stabilisieren und belegte einen guten Mittelfeldplatz. An dieser Stabilisierung soll nun weiter gearbeitet werden. Saisonübergreifend sind gerade mal sechs Siege aus den letzten beiden Spielzeiten gewiss nicht das Gelbe vom Ei.

Und die Abgänge der Leistungsträger Simon Kammer zum FC Olympia Fauerbach und Sezgin Karpuz zum FSV Dorheim sind ebenfalls schwer zu kompensieren. Warum der Weg aber weiter nach oben zeigen soll und mit welchen Mitteln und Stellschrauben dies erreicht werden kann, erklärt Spielausschussmitglied Christopher Reuss im Interview.

Wie hat man in Ockstadt die Coronapause genutzt?

Während der Pause haben wir per Zoom verschiedene Online-Inhalte angeboten, die auch gut nachgefragt waren. Die Stadt Friedberg hat unsere beiden Rasenplätze auf Vordermann gebracht, diese sind nun in einem hervorragenden Zustand. Und für den Trainingsbetrieb haben wir die sogenannten Blaze Pods angeschafft. Seit 1. Juni trainieren die Senioren und die C-Junioren damit. Im Laufe des Jahres sollen alle Fußball-Mannschaften und die Abteilung Gymnastik und Turnen die neue Technik nutzen. Möglich gemacht wurde dies durch fünf langjährige Mitglieder und Gönner unseres Vereines. Dies ist in Zeiten von Corona nicht immer selbstverständlich.

Wie hat sich der Kader verändert?

Unseren zwei Abgängen stehen momentan acht Neuzugänge gegenüber. Mit diesem Potenzial sollte es möglich sein, die entstanden Lücke der Abgänge zu kompensieren. Hier trägt unsere Jugendarbeit Früchte. Mit Aron Schütz vom SV Bruchenbrücken, Robin Wörner von Olympia Fauerbach und Marcel Jacobi aus Kaichen kommen drei Spieler zu uns, die schon in der Jugend hier aktiv waren. Direkt aus der Jugend stößt Phillip Rifi zum Seniorenkader. Und mit Murat Damar vom SSV Heilsberg, Simon Krüger von der SG Rodheim und Devran Sancar erhält unser Kader noch mehr Tiefe.

Zudem kommt Patrice Krämer als spielender Assistenztrainer.

Ja, er wird unseren Head-Coach Tim Schlosser unterstützen. Mit diesen Veränderungen sollte es möglich sein, sich diese Saison weiter nach oben zu orientieren und einen Platz im oberen Drittel der Tabelle anzustreben.

Wie sieht’s bezüglich der zweiten Mannschaft aus?

Die Zusammenarbeit mit Rosbach wurde verlängert. Hier findet ein positiver Austausch zwischen den Vereinen statt. Steffen Kubitz leistet ganz hervorragende Arbeit. Ich denke, mit dem neuen Trainer und den jungen Spielern, die dazu stoßen, wird etwas mehr Zug rein kommen, so dass auch hier nach oben geschielt werden kann.

Wie sieht aktuell die Rückkehr auf den Platz aus?

Wir haben die letzten Wochen locker mit dem Trainingsbetrieb angefangen. Hier stand die Integration der neuen Spieler im Vordergrund, was sich bei einem Trainingsbesuch von 22 bis zu 25 Spielern als recht einfach erweist. Anschließend folgte eine Pause vom Trainingsbetrieb, bevor wir in die intensive sechswöchige Saisonvorbereitung gestartet sind. Es ist auf jeden Fall wieder ein tolles Gefühl, auf dem Sportplatz zu stehen, das Kribbeln zu spüren und die Vorfreunde bei allen Beteiligten zu merken. Es bleibt zu hoffen, dass es auch so weitergeht.

Das für das Juliäumsjahr geplante Spiel gegen die Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt war ausgefallen.

Ja, das soll nun nachgeholt werden. Ein anderes Highligh ist die Ausrichtung des Stadtpokals vom 19. bis 25. Juli.

Der SV Germania Ockstadt profitiert von seiner Nachwuchsarbeit. Wie halten sie die Jugendlichen im Verein?

Der SV Germania Ockstadt ist ein sehr familiärer Verein. Verschiedene Feste wie unsere Maifeier, Fahrten nach Portugal zu internationalen Turnieren und auch gute Jugendtrainer, zum Teil Spieler der Seniorenmannschaften, sorgen hier für ein echtes Wohlfühlklima. Uns zeichnet eine große Hilfsbereitschaft innerhalb des Vereines aus. Und dies spricht sich eben rum. Wir können - mit Ausnahme der B-Junioren - in allen Altersklassen für die kommende Runde eigene Mannschaften melden. Ockstadt ist und bleibt ein Verein für die ganze Familie, der viel zu bieten hat und in dem man sich wohlfühlt. Und auch dieser Zusammenhalt wird uns helfen, uns weiter zu stabilisieren und eine gute Rolle zu spielen.

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