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Der BMW M 6 GT 3 ist beim Butzbacher Rennteam Schnabl Engineering Geschichte. Seinen Platz nimmt ein zweiter Porsche des Reifenherstellers Falken ein.

Preis: 225 000 Euro

BMW sucht neuen Besitzer: Echter Rennbolide bei Schnabl Engineering in Butzbach zu verkaufen

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Das Butzbacher Renn-Team Schnabl Engineering geht mit einem neuen Auto in die neue Saison: Der BMW M 6 GT 3 wird durch einen zweiten Porsche ersetzt - und steht nun zum freien Verkauf.

Neue Aufgabe für das Butzbacher Motorsport-Team Schnabl Engineering. Das Einsatzteam des japanischen Reifenherstellers Falken, das unter anderem seit zehn Jahren am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilnimmt, bekommt ein neues Auto. Der BMW M 6 GT 3 wird aussortiert, dafür gesellt sich zum 2019er Porsche 911 GT 3 ein weiteres Fahrzeug der Zuffenhausener Marke mit einem für diese Saison neu entwickelten 911.2-Chassis.

Falken Motorsport entscheidet Fahrzeugwechsel zu Porsche

"Für uns als Einsatzteam war klar, dass wir zwei gleiche Autos wollten. Das ganze Drumherum in Sachen Marken interessiert uns dagegen weniger", erklärt Teamchef Sven Schnabl, schränkt aber auch ein: "Wir wollten definitiv einen deutschen Hersteller, denn dort kann man schnell ins Werk fahren, wenn es in Sachen Ersatzteilen mal brennt." Falken Europe, die europäische Tochter des Reifengiganten, entschied sich für Porsche. Der Hintergrund: Mit zwei Autos desselben Fabrikats werden in Sachen Ersatzteilen und Logistik Kosten eingespart, während gleichzeitig die Variablen beim Setup verkleinert werden. Das ermöglicht es dem Team, mit zwei identischen Autos etwa unterschiedliche Reifenmischungen miteinander zu vergleichen, erklärt Stefanie Olbertz als Motorsportverantwortliche in einer Pressemitteilung. Sie sagt weiter: "Der M 6 wird bei Falken immer einen besonderen Platz einnehmen, da er unseren ersten Sieg auf der Nordschleife sowie mehrere andere große Triumphe errungen hat." Unter anderem wurde der M 6 im vergangenen Jahr beim 24-Stunden-Rennen bester BMW als Fünfter im Gesamtklassement.

"Für uns macht das jetzt vieles einfacher", sagt unterdessen Teamchef Schnabl. "Denn bei zwei Autos hängt ein riesiger Rattenschwanz dran, die nicht nur Reifen und Ersatzteile betreffen, sondern etwa auch den Funk, die Datenverarbeitung und die Konzepte der Autos", erklärt er. Ein weiterer Vorteil für die Butzbacher: Das Team setzt auch andere Porsche ein, etwa beim Porsche Super-Cup.

Saisonstart für Schnabl Engineering am Nürburgring am 21. März

Sein Team ist bereits vor dem vergangenen Wochenende zu ersten Testfahrten ins portugiesische Portimao aufgebrochen. Wie schon in der vergangenen Saison sollen die beiden Falken-Fahrzeuge an vier der sechs Rennen der Nürburgring-Langstrecken-Serie (ehemals VLN) sowie beim 24-Stunden-Rennen an den Start gehen. Das erste Rennen auf der legendären Nordschleife steht am 21. März auf dem Programm. Ab dem 12. März starten die ersten Tests.

Für alle Fans des grün-blauen BMW gibt es zudem eine ganz besondere Nachricht: Das Fahrzeug ist ab sofort beim Butzbacher Rennteam käuflich zu erwerben. Der Preis für das rund drei Jahre alte Modell liegt bei 225 000 Euro. "Theoretisch kann den jeder kaufen", sagt Schnabl über das Fahrzeug, dass einst einen Neupreis von rund 470 000 Euro hatte. Allerdings hat das Auto keine Straßenzulassung, und auch bei Rennen darf es nur von Personen gefahren werden, die die entsprechende Rennfahrer-Lizenz haben.

Auch besonderer 2018er Porsche 911 GT 3 eventuell bald im Verkauf

Der Verkauf von ausgemusterten Fahrzeugen ist übrigens keine Seltenheit. In diesem Jahr soll möglicherweise auch noch der 2018er Falken-Porsche unter die Leute gebracht werden. Dessen Besonderheit: Fans durften nach Saisonende auf dem Fahrzeug unterschreiben - und: Richard Hammond, der Co-Moderator der beliebten britischen TV-Serie "Top Gear" hat bereits in Australien ein paar Runden mit dem mehr als 500 PS starken Boliden gedreht. Der Preis soll auch hier bei rund 220 000 Euro liegen.

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