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Mit »Sturm und Drang« in die Kreisoberliga

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»Bei uns gibt es nur den Fußballverein und die Feuerwehr. Trais ist ein kleiner Ort, die Gemeinschaft ist umso größer«, sagt Egon Antmansky. Der Trainer des A-Liga-Aufsteigers Traiser FC muss nicht lange überlegen, um die etlichen Vorzüge des besten Münzenberger Fußballklubs aufzuzeigen.

Nach dem Spiel gegen die Spvgg. 08 Bad Nauheim knallten denn auch im kleinen Ortsteil der Burgenstadt die Sektkorken. Im kommenden Jahr spielen die »Geißböcke« in der Kreisoberliga. Ein Aufstieg, mit dem vor neun Monaten kaum jemand aus der Fußballszene gerechnet hatte.

»Für uns ist das ein Riesenerfolg. Vor der Runde konnte niemand damit rechnen. Im Gegenteil: nach sehr schwachen Vorbereitungsspielen mussten wir befürchten, in den Abstiegskampf zu geraten. Erst im Oktober, nachdem wir auch einige Topteams schlagen konnten, durften wir mit einem Platz ganz oben in der Tabelle ein bisschen liebäugeln«, sagt Antmansky, der nach seinen erfolgreichen Stationen in Fauerbach und Oppershofen nun auch seinen Heimatklub bis in die höchste Liga des Kreises geführt hat.

Dabei hat der Aufstieg des Traiser FC viele Facetten. Nicht nur die Tatsache, dass es dem Klub gelang, neben etablierten und erfahrenen Spielern auch junge und talentierte Fußballer einzubauen, macht den sympathischen Verein derzeit qualitativ und quantitativ so stark. »Wir können uns auf viele helfende Hände im Umfeld verlassen. Mit Stefan Kaiser und seinen Vorstandskollegen ist der Traiser FC sehr gut aufgestellt. Unsere Altherrenmannschaft ist sehr umtriebig und hilft, wo es nur geht. Das Vereinsleben ist absolut intakt«, erklärt der Erfolgstrainer.

Wöchentlich pilgern viele Zuschauer an das idyllisch gelegene Sportgelände am Traiser Wäldchen. Neben den Bezirksoberliga-Handballern der HSG Münzenberg/Gambach hat der TFC den besten Zuschauerzuspruch in der Gemeinde Münzenberg - und das beste Image. Nachdem in den vergangenen Jahren der Lokalrivale TFV Ober-Hörgern stets die fußballerische Vormachtstellung in Münzenberg inne hatte, ist nun Trais die neue Nummer eins, was die Spieler auf ihren Aufstiegs-Shirts gleich zeigten.

Sportlich überzeugte der kleine Klub mit den großen Ambitionen durch ein sehr gepflegtes und zielorientiertes Offensivspiel. »Das Spiel nach vorne ist die große Stärke dieser Mannschaft«, sagt Antmansky. Unterstützt von den beiden technisch guten und flinken Mittelfeldmotoren Thorsten Dinkel und Andreas Biehl kamen die torgefährlichen Angreifer Daniel Antmansky und Waldemar Grot zu vielen schön herausgespielten Treffern. Perfektionist Antmansky freut sich zwar über den Erfolg und den »Sturm-und Drang Fußball« seiner Jungs, würde sich aber wünschen, »dass wir nach hinten noch ein bisschen konzentrierter und besser arbeiten.

« Hin und wieder ging der feurige Angriffsfußball zu Lasten der Defensive.

Nur gut, dass mit Sascha Block der wohl beste Keeper der gesamten A-Liga zwischen den Pfosten stand. Der hoch aufgeschossene Schlussmann ist eine treue Seele und fest mit dem Traiser Fußballclub verwurzelt. Block spielte bereits in der B-Liga für Trais und hat sich seit jeher zu einem unverzichtbaren Leistungsträger entwickelt. Mit Christian Staab und Oliver Baier verfügt der Aufsteiger über zwei erfahrene und clevere Spieler auf der Liberoposition. Antmansky lobt: »Das hat alles super gepasst. Unsere Routiniers haben das Team gut geführt. Die gesamte Mannschaft hat sich in den letzten Monaten auch abseits des Feldes gut weiterentwickelt. Der Fußball nimmt bei allen eine wichtige Stellung ein. Donnerstagsabends bei der Spielersitzung geht es immer recht lange. Das zeigt, dass alle an einem Strang ziehen.«

Für die kommende Runde in der Kreisoberliga sieht die Sportliche Leitung des Vereins keinen Grund, die Bodenhaftung unter den Füßen zu verlieren. Antmansky: »Für uns wird es nur um den Klassenerhalt gehen. Das ist das einzige Ziel.« Eines steht vor der Sommerpause schon jetzt fest: Am Traiser Wäldchen wird es auch für jeden Kreisoberligisten schwer werden, Punkte mitzunehmen. Jan Martin Strasheim

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