Streit spitzt sich zu

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(cd). Man darf das Ganze durchaus als gemeinsames Zeichen werten: Die Offenbacher Kickers und der FC Homburg hatten verbal klar zum Ausdruck gebracht, dass sie gerne gespielt hätten. Das taten die zwei Traditionsclubs dann auch - trotz der Saisonunterbrechung, die von der Fußball-Regionalliga Südwest GbR angeordnet worden war, weil die Liga unterschiedlich von der Landespolitik eingestuft wird. In Hessen und im Saarland gelten die Viertliga-Kicker als Profis, dürfen daher trainieren sowie spielen. So trafen sich der OFC und der FCH zum freundschaftlichen Kräftemessen ohne Zuschauer in Offenbach, das der gastgebende Fünfte (elf Spiele, 22 Punkte) gegen den Vierten (12/23) überraschend klar mit 5:0 (1:0) gewann.

Kontroverse um Testspiele

"Ich bin einfach nur froh, dass wir überhaupt spielen konnten", sagte Barletta. Bei Ligarivale FK Pirmasens sieht man das jedoch anders. Dessen Präsident Jürgen Kölsch empfindet es als "nicht solidarisch und nicht fair", dass andere Teams gegeneinander testen, während seine Mannschaft (ebenso wie der FSV Mainz 05 II, Schott Mainz und RW Koblenz) aufgrund der Bestimmungen in Rheinland-Pfalz weder spielen noch trainieren darf.

Die Regionalliga Südwest GbR will den Spielbetrieb nur dann ab Dezember fortsetzen, wenn in Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bis 17. November Chancengleichheit herrscht. Allerdings ist unklar, ob und wie sich die Ligaleitung dafür einsetzen wird. Der OFC hatte daraufhin in einem Offenen Brief an Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, mangelnde Kommunikation beklagt und gefordert, sich bei der Politik klar für eine Einstufung der Liga als Profisport einzusetzen.

Darauf hat Ronny Zimmermann, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Regionalliga Südwest, ebenfalls in einem Offenen Brief geantwortet. Die Vereine seien stets zeitnah informiert worden, behauptet er und widerspricht damit auch Elversbergs Sportdirektor Ole Book ("Mit uns wurde nicht geredet, und auf Anfragen wurde nicht geantwortet"). Zimmermann, der Döther verteidigte ("Er führt die Geschäfte seit Jahren in ausgezeichneter Weise"), wies zudem darauf hin, dass man die Argumente aller Vereine zu prüfen habe und eine Einstufung als Profisport zahlreiche Fragen aufwerfe - zum Beispiel mit Blick auf das Gemeinnützigkeits- und Steuerrecht. In anderen Staffeln hat man diese offenbar schneller geklärt.

Während im Westen weiter gespielt wird, haben die Klubs im Nordosten nach einer gemeinsamen Videokonferenz mit dem Verband diesen beauftragt, sich bei der Landespolitik für gleiche Bedingungen einzusetzen, um so schnell wie möglich die Saison fortsetzen zu können.

Joachim Wagner, Präsident des OFC, sagte zum Offenen Brief: "Ich könnte jeden Satz zerlegen, habe aber entschieden, die Energie nicht dafür zu verschwenden, mich dem Verband gegenüber für die aus meiner Sicht berechtigte Kritik zu rechtfertigen. Es ist schön, dass sich der Verband damit beschäftigt. Vielleicht war das ja der Impuls, den die Herren benötigt haben."

Der OFC will derweil am Samstag wieder testen - gegen die eigene U19 oder einen Regionalligisten.

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