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Steven Mühl (r.) und die FG Seckbach - hier im Punktspiel gegen Beienheims Luca Calla - könnten in der nächsten Saison doch Verbandsliga spielen.

Streit um Aufstieg: Seckbach will "hoch"

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(rst). Nach der Aufstiegsrunde zur Fußball-Verbandsliga Süd Anfang Juni waren alle drei Mannschaften - VfB Ginsheim II, JSK Rodgau und die FG Seckbach - punktgleich und hatten eine ausgeglichene Tordifferenz. Ginsheim II und Rodgau hatten sogar gleich viele Tore erzielt. Dass der Hessische Fußball-Verband (HFV) Ginsheim wegen dessen 4:3 im direkten Duell mit Rodgau zum Aufsteiger erklärte, gibt die Regel allerdings nicht her. Das sieht auch Felix Wirmer so. Der Anwalt mit Sitz in Frankfurt wurde nun allerdings nicht auf Veranlassung der Rodgauer tätig, wurden sie doch nachträglich ebenfalls zum Aufsteiger erklärt, sondern im Auftrag der FG Seckbach, dem dritten an der Aufstiegsrunde beteiligten Verein, der nun auf juristischem Wege ebenfalls eine Klasse nach oben möchte.

Der Verband hat seinen ersten Fehler eilig korrigiert und eingeräumt, dass der Regel nach ein Entscheidungsspiel zwischen Rodgau und Ginsheim II notwendig gewesen wäre. Der Lohfeldener Rückzug und die Tatsache, dass damit ein Platz in der Hessenliga und in Folge dessen auch in der Verbandsliga frei geworden war, wurde aber vom HFV genutzt, um den "Fall" für sich abzuschließen. "Die Durchführung eines Entscheidungsspiels ist den beiden betroffenen Vereinen nicht mehr zuzumuten. Der Hessische Fußball-Verband hat aufgrund dieser besonderen Situation entschieden, dass beide Vereine in die Verbandsliga Süd aufsteigen", hieß es in der dazugehörigen Erklärung. Die Seckbacher sehen das anders: Laut Wimmer gebe es aufgrund des nicht ausgetragenen Entscheidungsspiels keinen rechtmäßigen Aufsteiger, weshalb allen drei Vereinen der Sprung die Verbandsliga zu ermöglichen sei.

Die Entscheidung für den Aufstieg von zwei der Vereinen hatte weitere Verschiebungen bis in die Kreisliga C zur Folge, bei der etliche Mannschaften "nach oben" nachrücken durften - außer der FG Seckbach. "Wir haben es sportlich nicht gepackt, das steht außer Frage. Aber es ist eben auch nicht eindeutig, dass es die anderen beiden den Regeln nach geschafft haben. Wir hatten gleich das Gefühl, dass da nach nicht nachvollziehbaren Regeln entschieden worden ist - und dafür sind wir nicht zu haben. Zudem haben wir von Verbandsseite auch keine Information dazu erhalten, sondern nur auf Umwegen von der Entscheidung erfahren", erklärt Joachim Nareike vom Seckbacher Spielausschuss. Er sei wie Anwalt Wirmer "überzeugt, dass es gar keinen rechtmäßigen Aufsteiger gibt". Der Einspruch der FG Seckbach gegen die Wertung der Aufstiegsrunde wurde zwar vom Verband inzwischen abgelehnt, darauf beruhen lassen aber wollen es die Vereinsverantwortlichen nicht, sagt Mareike: "Wir wehren uns gegen die Willkür und hoffen, dass das Chaos, das es seit Jahren in diesen Aufstiegsrunden gibt, endlich verschwindet."

Denn es gibt noch zwei weitere Punkte, die den HFV aus Seckbacher Sicht angreifbar machen. So war das angeblich zeitlich nicht mehr zumutbare Entscheidungsspiel vorab und für den Fall der Fälle sogar terminiert, jedoch nicht ausgetragen worden. Außerdem sei in der Verbandsliga Süd vor dem Lohfeldener Rückzug (und dem damit verbundenen Hanauer Aufstieg) schon ein weiterer (18.) Platz geschaffen worden, der nun ohnehin frei sei. "Dieser freie Platz ist durch die FG Seckbach zu besetzen", fordern die Frankfurter daher. Anwalt Wirmer sieht das ebenfalls so. Er sagt: "Wir sind davon überzeugt, dass die Aufstiegsrunde nicht ordnungsgemäß ausgetragen wurde und mithin alle Teilnehmer in der Verbandsliga spielen werden."

Der Verband sieht das anders. Er begründet die Ablehnung des Antrags so: "Der Verein FG Seckbach hat sich, anders als VfB Ginsheim II und JSK Rodgau, sportlich nicht für ein Entscheidungsspiel im Rahmen der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga Süd qualifiziert. Damit scheiden sie als Aufsteiger auf Grundlage des Spielgeschehens aus." Jürgen Radeck (Ortenberg), Vorsitzender des Verbandsausschusses für Spielbetrieb, erklärt auf Anfrage: "Der Fall liegt bei den Juristen und ist jetzt eine Sache für das Präsidium." Für die Zukunft seien die Dinge besser geregelt: "Die Spielordnung ist dahingehend schon in der Überarbeitung bei der Satzungskommission und soll beim Verbandstag nächstes Jahr geändert werden. Bis dahin, also in der demnächst beginnenden Runde, wird es eine Übergangslösung geben."

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