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Sven Höller

Strecke in Geiß-Nidda als Überraschungskiste

  • vonTanja Weber
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(web). Der Dorflauf musste schon ausfallen. Nun hatten laufhungrige Ausdauersportler im Rahmen der virtuellen Geiß-Niddaer Laufwoche neun Tage lang die Gelegenheit, sich im Echzeller Wald auszutoben. Der TV Geiß-Nidda hatte vier Strecken über verschiedene Distanzen mit Pfeilen markiert. Sven Höller vom Lauftreff Florstadt war in 38:20 Minuten mit Abstand der schnellste Teilnehmer über 10 000 Meter.

Herr Höller, wie wurden Sie auf das Event aufmerksam?

Der TV Geiß-Nidda hatte den Lauf über die Plattform »Helden des Sports« organisiert. Dort habe ich es auf Instagram gesehen. Mitte Februar bin ich mit meinem Laufteam in Wallernhausen über den Eschberg gelaufen, auch das wurde bereits über diese Plattform angeboten.

Wie war der organisatorische Ablauf?

Im Gegensatz zu anderen virtuellen Läufen ging die Laufwoche auf einer festgelegten und von den Vereinen ausgeschilderten Strecke über die Bühne. Man konnte sich auf der Website anmelden und erhielt eine Startnummer. Starten konnte man zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Woche vom 17. bis 25. April. Das Ergebnis wurde auf eine Website hochgeladen, sodass eine Auswertung und eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse möglich waren. Sogar Urkunden konnte man sich ausdrucken. In Geiß-Nidda bin ich mit meinen Teamkollegen vom Lauftreff Florstadt gleich am ersten Wettkampf-Samstag gestartet.

Hätte ein anderer mit Ihrer Uhr laufen können?

(lacht) Theoretisch ist das natürlich möglich. Dieses Mal musste man die Zeit auf der Website eintragen und einen Screenshot seiner Trainingsaufzeichnung auf Strava oder Garmin schicken. Aber was hat man davon…

Wie hat es sich angefühlt? Konnten Sie alles geben, auch ohne direkte Konkurrenz?

Ich fand es super, auch wenn man natürlich alleine nicht taktisch läuft und sich selbst die ganze Zeit überwinden muss. Die Strecke im Wald war für mich eine Überraschungskiste. Und die beiden Steigungen hatten es in sich: Ungefähr 170 Höhenmeter hatte der »Zehner«. Dadurch fand ich es aber auch sehr kurzweilig. Ich habe mich die ganze Zeit an den pinkfarbigen Pfeilen auf dem Waldboden orientiert. Schließlich verliefen der Halbmarathon und der »Fünfer« zeitweise parallel.

Ihr Teamkollege Dennis Andreas hat den kompletten Lauf gefilmt. Wie kommt man auf solch eine Idee?

Wir sind eine nette Truppe, machen immer mal was Verrücktes und sind zu viert in Geiß-Nidda gestartet. Dennis hat sich an der Brust seine GoPro-Kamera befestigt und tatsächlich seinen kompletten Lauf gefilmt. Das Video hat er später zugeschnitten und mit Musik versehen. So hat man eine originelle Erinnerung. »Helden des Sports« hat unser Video auch auf Instagram geteilt.

Letztes Jahr sind Sie u. a. 100 Kilometer auf einer 1,2 Kilometer langen Runde gerannt, was haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen?

Am kommenden Sonntag nehme ich zunächst erst mal am »Wings for Life Run« teil. Als besondere Herausforderung denke ich darüber nach, von der Niddaquelle am Taufstein bis zur Mündung in Frankfurt-Höchst zu laufen. Das sind etwa 94 Kilometer.

Wie beurteilen Sie die Möglichkeit von Wellenstarts für den Florstädter Halbmarathon am 29. August?

Es wäre eine Option, nicht alle Läufer gemeinsam auf die Strecke zu schicken. Es fehlt zwar die direkte Konkurrenz, aber wir werden es in Erwägung ziehen. Ob wir den Lauf veranstalten können, werden wir in den nächsten Wochen sehen. Ich bin verhalten optimistisch. Es werden immer mehr Menschen geimpft.

Vielen Dank für das Telefonat, bleiben Sie gesund!

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