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Ein Tor und 63 Strafminuten

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(dbf/mn) Der EC Bad Nauheim hat den Lauf des SC Riessersee (neun Punkte und 15:2 Tore aus den drei Spielen zuvor) nicht stoppen können. Vor 1518 Zuschauern in der Olympia-Eishalle in Garmisch-Partenkirchen unterlagen die Roten Teufel am Sonntag dem bisherigen Tabellennachbarn mit 1:4 (0:3, 0:1, 1:0).

Die mit Abstand fairste Mannschaft der Deutschen Eishockey-Liga 2 (107 Strafminuten in 13 Partien) lieferte sich mit dem zehnfachen Deutschen Meister nach einem frühen Rückstand eine zunehmend emotionale Auseinandersetzung und kassierte diesmal ungewohnte 63 Strafminuten (unter anderem »Zehner« gegen Kevin Lavallee und Michael Dorr sowie eine Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Tim May). Den einzigen Treffer für den Aufsteiger, der den ersten Vergleich nur höchst unglücklich nach Penaltyschießen verloren hatte, erzielte Taylor Carnevale, der Top-Scorer seiner Mannschaft. In den kommenden beiden Heimspielen gegen Weißwasser (Donnerstag) und Dresden (Samstag) soll der Abstand zu Rang neun wieder vergrößert werden.

Das erste Drittel glich dem Eröffnungsdurchgang im letzten Auswärtsspiel in Bremerhaven (Endstand: 4:7). Bad Nauheim war in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht ins Spiel gekommen und lag nach 17 Minuten - wie sich später zeigen sollte - bereits vorentscheidend zurück. Mit einem abgefälschten Schlagschuss übernahm der SC Riessersee (am Freitag mit 5:0 in Bietigheim erfolgreich) durch Lubor Dibelka die Führung (6.

), beim zweiten Gegentor durch Benedikt Kastner monierten die Gäste ein Hand-Tor (12.), und schließlich nutzte Michael Rimbeck das erste Powerplay zum 3:0 (17.). Die beste, weil zugleich einige Tormöglichkeit der Gäste ergab sich für Kevin Lavallee, der den Pfosten traf. Domenic Bartels, der erneut den Vorzug vor Thomas Ower erhalten hatte, war bei den Gegentreffern kein Vorwurf zu machen.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts kamen Emotionen ins Spiel. In der 26. Minute kam Tim May gegen Benedikt Kastner beim Check zu später, erwischte diesen stattdessen mit dem Knie und durfte duschen gehen (Kastner konnte nach kurzer Pause weitermachen). Zuvor hatte Lavallee nach einem Check gegen den Kopf zehn Minuten absitzen müssen. Bad Nauheim betrieb nach vorne hin viel Aufwand - ohne nennenswertes Resultat. Als ein Schuss von Sean McMonagle am Pfosten vorbei getrudelt war, nutzte Andrew Bohmbach im Gegenzug den Tiefschlaf im Defensivverhalten, lockte Bartels aus dem Tor, das er noch umkurvte, ehe er per per Bauerntrick erfolgreich war (34.).

Der Anschlusstreffer durch eine schöne Einzelleistung von Taylor Carnevale (41.) war nicht mehr als Ergebniskosmetik. Der Eindruck, die Partie könne noch einmal kippen, entstand zu keiner Phase. Einem falschen Wechsel folgte eine weitere Strafe wegen Reklamierens (Trainer Frank Carnevale) und als in einer mit zunehmender Härte geführten Partie Mc Monagle auf die Bank musste, standen die Roten Teufel mehr als drei Minuten mit zwei Spielern weniger auf dem Eis - und konnten weitere Gegentreffer verhindern. Eine Zehn-Minuten-Strafe wegen Meckerns (Dorr) beendete den aus hessischer Sicht enttäuschenden Eishockey-Abend.

SC Riessersee : Hogan - Baumgartner, Eickmann, Eichinger, Kathan, Hilpert - Dee, Dibelka, Kastner, Regan, Lie, Bohmbach, Vollmer, Gschmeißner, Rimbeck.

EC Bad Nauheim: Bartels - Heid, Götz, Mc Monagle, Ringwald, Pietsch, Baum, Ketter - Dorr, Lange, Strauch, Pinizzotto, Carnevale, Beca, Schlicht, May, Reimer, Oppolzer, Lavallee.

Steno: Tore: 1:0 (6.) Dibelka (Regan, Eichinger), 2:0 (12.) Kastner (Bohmbach, Lie), 3:0 (17.) Rimbeck (Regan - 5-4), 4:0 (34.) Bohmbach, 4:1 (41.) Carnevale. - Strafen: Riessersee 20, Bad Nauheim 18 plus zehn Minuten (Lavallee, Dorr) plus fünf Minuten plus Spieldauer (May). - Zuschauer: 1534.

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