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Heinz Zielinski führt durch die Gesprächsrunde mit Andreas Joneck, Lutz Arndt (LSBH), Walter Müller (SK Gießen), Jörg Wulf und Peter Martin (TV Elz; v. r.).

So stehen die Sportkreise zum Thema Hallenzeiten

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Hallenzeiten sind im Breitensport ein heikles Thema. Das haben auch die Verantwortlichen der Sportkreise erkannt.

Ob Schule, Verein, Eltern oder der Verband - an jungen Leistungssportlern zerren viele Kräfte. Nun begeben sich auch die (mittelhessischen) Sportkreise auf die Suche nach ihrer Rolle in einem komplexen Geflecht. Dazu versammelten die Vorsitzenden Jörg Wulf (Wetterau) und Heinz Zielinski (Gießen) sowie ihre Amtskollegen aus den Kreisen Lahn-Dill, Vogelsberg, Marburg und Limburg-Weilburg eine bunte Teilnehmerschar zur Diskussionsrunde - vom Verbandstrainer über den Jugendkoordinator bis hin zum Vereinsmanager.

Verschiedene Referenten, die an unterschiedlichen Schaltstellen des Leistungssports wirken, schilderten ihre Sicht der Dinge. So führte z. B. Jens Hofmann als Koordinator des Talentzentrums Lahn-Dill aus, dass vor allem das Wohlergehen des Talents im Mittelpunkt stehen sollte. Falls für den Sportler eine dezentrale Lösung die ideale sei, dann müssten alle Einflussgruppen auch eine solche ermöglichen. Hofmann plädierte außerdem für eine hauptamtliche Besetzung der Stelle des Jugendkoordinators in den Vereinen. Genau diese Funktion nimmt Johannes Lischka nun seit etwa einem Jahr bei den Basketballern der Gießen 46ers ein. Er wies in seinem Beitrag auf die Bedeutung der ProB-Mannschaft hin, die vor allem wichtig sei für die Durchlässigkeit im Klub zwischen Jugend- und Spitzensport.

Der Wetterauer Sportkreis-Vorsitzende Jörg Wulf machte sich unterdessen stark für eine Pflicht zur Sportstunde an Grundschulen und nannte seinen Heimatverein, den Karbener SV, als Beispiel für gelungene Nachwuchsarbeit. Außerdem ermutigte Wulf die Klubs, ihr Angebot nicht zu verhökern. "Die Vereine sollten sich auf das konzentrieren, was sie tatsächlich anbieten können und dafür auch einen angemessenen Preis verlangen."

Zum Ausdruck kam in allen Beiträgen der Wunsch nach einer höheren Qualität der Sportstätten, mehr Belegungszeiten und verbesserter Logistik. "Ich habe manchmal das Gefühl, dass es noch freie Zeiten gibt", sagte Lischka. Derweil plädierte Andreas Joneck, Geschäftsführer der Rollstuhlbasketballer des RSV Lahn-Dill, für eine klare Trennung in Sachen Hallennutzung (nur Leistungssport oder nur Schulsport).

Gießens Sportamtsleiter Tobias Erben sowie Leif Langholz vom Lahn-Dill-Kreis beteuerten, in dieser Hinsicht ihr bestes zu tun. "Das hat ja auch einen philosophischen Aspekt. Natürlich sind die Hallenzeiten für die Vereine immer zu gering, und das Geld ist immer zu wenig", relativierte Erben. Der finanzielle Aspekt des Leistungssports soll aber bei einem der nächsten Termine noch ausführlich beleuchtet werden.

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