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Wohl einer seiner Lieblingsplätze in der Wetterau: Stefan Raab steht am Sportgelände des SKV Beienheim.

"Wetterauer Torjäger-Cup"

Stefan Raab aus Beienheim im Interview - Das ist der neue Sponsor des "Wetterauer Torjäger-Cups"

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Endlich wieder Fußball! Für den "Wetterauer Torjäger-Cup" hat die WZ im Beienheimer Stefan Raab einen neuen Partner gefunden. Der erklärt im Interview seine Leidenschaft für den Amateurfußball.

Fußball in Beienheim - für Stefan Raab gehören diese Dinge einfach zusammen. Der 54-Jährige Familienvater hat Jahrzehnte als Spieler und Funktionär beim SKV verbracht, ist nach über 20 Jahren als Vorsitzender aktuell als Pressesprecher beim Fußball-Gruppenligisten aktiv, seine Ziehsöhne Timon und Yannick Wolf spielen in der ersten Mannschaft. Doch Raab interessiert sich auch für den Fußballsport abseits des Reichelsheimer Stadtteils. Aus diesem Grund hat der Inhaber der Agentur des Finanzdienstleisters Wüstenrot Bausparkasse AG in Beienheim zur neuen Saison das Sponsoring des "Wetterauer Torjäger-Cups" in Zusammenarbeit mit der Wetterauer Zeitung übernommen. Der Wettbewerb für die Scharfschützen auf den Fußballplätzen der Wetterau habe ihn schon immer fasziniert, sagt er im Interview zum Auftakt seines Engagements bei einem Treffen in der Bad Nauheimer Innenstadt.

Herr Raab, wie sind Sie dazu gekommen, in dieser Saison das Sponsoring beim "Wetterauer Torjäger-Cup" übernehmen?

Stefan Raab:Meine Leidenschaft ist schon immer der Fußball. Ich glaube, dass der Wettbewerb die Offensivspieler motiviert, nicht nur einfach Tore zu schießen, sondern sich auch den Pokal zu holen. Das ist mittlerweile eine Institution geworden. Darüber hinaus bin ich einfach ein "Wetterauer Bub", der den Amateurfußball lebt und liebt. Außerdem ist es für einen Selbstständigen wie mich natürlich auch eine gute Außendarstellung. Ich finde den "Wetterauer Torjäger-Cup" einfach geil, denn ich schaue selbst jeden Mittwoch in die Zeitung und gucke, wer vorn liegt. Deshalb habe ich gleich nach dem Rückzug von Thomas Mayer von PTM-Consult gesagt, dass ich das gerne übernehme. Für mich persönlich ist das einfach ein Spaß, zumal ich immer noch ein typischer Zeitungsleser bin - im E-Paper und gedruckt, weshalb ich das gerne unterstütze.

Sie haben eine lange Vergangenheit als Fußballer - auf und neben dem Platz. Wie hat alles angenfangen?

Raab:Ich bin wirklich das, was man einen "Ur-Beienheimer" nennen kann. Ich bin vor 54 Jahren im "Raabennest" geboren, meinen Eltern gehörte die Kneipe damals. Ich habe immer in Beienheim gespielt, auch wenn ich als junger Mann auch gerne mal woanders hin wäre, denn einerseits wollte ich auch gerne mal Gruppenliga spielen, andererseits hätte ich aber auch gerne mal einen anderen Verein kennengelernt, damit ich zu schätzen weiß, was ich in Beienheim habe. Aber das ging eben damals nicht. So bin ich geblieben, Mit 30 Jahren habe ich dann den Verein auch als Vorsitzender übernommen, habe weiter selbst gespielt, habe außerdem meinen Trainerschein gemacht und das Team zwischenzeitlich auch kurz mal trainiert. Ich habe mich einfach dem Verein verschrieben, weil ich ein traditionsbewusster Mensch bin. Der SKV Beienheim ist mein Heimatverein, für den gebe ich alles. Und es macht mir Spaß mit einem guten Vorstand und zwei guten Mannschaften in Gruppenliga und A-Klasse.

War Ehrenamt bei Ihnen zu Hause bereits vorher ein Thema?

Raab:Mein Vater war Beisitzer im SKV. Aufgrund meiner Ausbildung als Bankkaufmann und meiner Selbstständigkeit ist mir dieses Amt als Vorsitzender damals zugetraut worden, zumal es dem Verein in dieser Zeit nicht so gut ging. Mein Vater selbst hat geschimpft wie ein Rohrspatz, dass ich in so jungen Jahren eine solche Verantwortung übernehme (lacht). Aber ich habe es dann gemacht, auch wenn ich sicher nicht immer bei allem richtig lag. Ich bin da reingewachsen.

Und haben Sie den Verein schließlich in die Gruppenliga geführt...

Raab:Wir waren zwischenzeitlich ja sogar mal bis runter in der B-Liga, anschließend ging es wieder bergauf. Wir waren innerhalb von zwei Jahren wieder in der Kreisoberliga und per Zufall sind wir 2013 in die Gruppenliga aufgestiegen. Die habe ich dann kennengelernt, und auch wenn wir nach einem Jahr wieder abgestiegen sind, hat mich der Ehrgeiz gepackt, wieder dorthin zu kommen. In der Spielklasse fängt der Fußball so richtig an, da hat man ein Schiedsrichtergespann, da ist der Fußball attraktiv, schnell, athletisch. Es macht einfach Spaß, und wir in Beienheim haben inzwischen auch einige Zaungäste aus den umliegenden Gemeinden.

Wie viel Arbeit steckt in Ihrem Ehrenamt?

Raab:Der SKV Beienheim beschäftigt mich ehrlich gesagt beinahe jeden Tag. Ein Verein ist mittlerweile wie ein kleines Unternehmen. Es gibt dauernd etwas tun, etwas zu organisieren - egal, ob es um den Spielbetrieb geht, die Bandenwerbung oder das Sportliche. Wenn man das nur als Ehrenamt und nicht auch als Hobby betreibt, dann macht es auf lange Sicht sicher keinen Spaß.

Was bedeutet Ihnen in diesem Zusammenhang die Wortschöpfung "Mr. Beienheim", die Kreisfußballwart Thorsten Bastian Ihnen vor ein paar Jahren verliehen hat?

Raab:Das freut einen natürlich schon. Da sieht man selbst, dass man mit Beienheim in Verbindung gebracht wird. Aber das ist auch einfach so, weil ich eben schon so lange dabei und es auch immer war. Dadurch kennen mich natürlich sehr viele Menschen.

Wie sehen Sie mit dem SKV Beienheim die neue Saison in der Gruppenliga Frankfurt-West nach dem 4:1 zum Saisonstart gegen Fauerbach?

Raab:Das ist sehr schwierig einzuschätzen. Der 4:1-Sieg spricht erst einmal für uns, aber die Liga ist sehr stark und sehr ausgeglichen. Daher ist für uns der Klassenerhalt erst einmal Priorität, da wir in der vergangenen Saison in der Rückrunde gesehen haben, dass wir auch schnell mal sportlich danebenliegen können. Wir können die Top-Fünf erreichen, können aber genauso gut um den Klassenerhalt kämpfen. Das werden wir nach ein paar Spielen erst richtig sehen.

Zurück zum "Wetterauer Torjäger-Cup". Was sind Ihre Erwartungen?

Der "Wetterauer Torjäger-Cup"

Seit der Saison 2006/07 ehrt die Wetterauer Zeitung in Zusammenarbeit mit einem Geschäftsmann aus der Region die besten Torschützen der Wetterau. Dafür werden in wöchentlichem Abstand die Torjägerlisten aller Ligen mit Beteiligung einer Wetterauer Mannschaft veröffentlicht. Für die Wertung werden die Tore je nach Spielklasse gewichtet, angefangen von der Hessenliga, wo es pro Tor 3,5 Punkte gibt, bis hinab zur C-Klasse, wo jeder Treffer noch 0,5 Punkte einbringt. Zu gewinnen gibt es sieben goldene Schuhe für die sieben Monatswertungen (Juli/August, September, Oktober, November/Dezember, Februar/März, April, Mai) sowie den großen "Wetterauer Torjäger"-Pokal für den Jahressieg. Aktueller Titelträger ist Salih Yasaroglu vom Türkischen SV Bad Nauheim, der in der vergangenen Saison mit 35 Toren als erster Spieler der Historie den zweiten Jahressieg in seiner Laufbahn feiern durfte.

Raab:Ich denke, dass die altbewährten Torjäger wieder auf sich aufmerksam machen werden, wie etwa Salih Yasaroglu (Vorjahressieger vom Türkischen SV Bad Nauheim, Anm. d. Red.), aber vielleicht kommt auch mal wieder ein neuer Stern am Torjägerhimmel wie in der vergangenen Saison Noah Pölitz (69 Tore in der B-Liga für Heilsberg, nun Neuzugang beim TSV Bad Nauheim, d. Red.). Aber natürlich würde ich mich auch über einen Beienheimer Stürmer vorn in der Liste freuen - selbst wenn es nur ein Monatssieg ist. Da hatten wir vor vielen Jahren mit Sven Harsch bislang nur einen (lacht). Ansonsten freue ich mich einfach auf die neue Saison. Und neben den Pokalen für die Monats- und den Jahressieger werde ich auch noch für jeden Sieger ein passendes Trikot drucken lassen, damit die Jungs noch etwas haben, was sie auch im Training tragen können.

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