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Stefan Erlewein in der Jugendklasse mit deutlichem Vorsprung

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(kas) Mit einer Rekordbeteiligung und einer spannenden Entscheidung bei den Männern endete der Jubiläums-Zehnkampf des LSC Bad Nauheim und der LG Rosbach-Rodheim im Bad Nauheimer Waldstadion.

Zum ersten Startschuss inmitten von großen Wasserpfützen war Bürgermeister Bernd Witzel an der 100-Meter-Startlinie erschienen und schickte mit Assistent Wolfgang Scheunemann die ersten sechs Dekathleten auf die Strecke. Im Laufe des Tages besserte sich glücklicherweise das Wetter. Viele Stammgäste, manche schon mehr als zehn Mal dabei, waren zum Kampf gegen sich selbst, die Uhr und das Maßband angetreten. Erstmalig waren bei der 15. Auflage eine größere Mannschaft der SG Schlüchtern und der LG Härke Peine dabei.

Das sportliche Geschehen sorgte auf dem Platz für Spannung pur. Denn fast hätte es zwei Sieger gegeben. Der Mainzer Hochspringer Matthias Franta erzielte 6207 Punkte, wobei er im Hochsprung trotz Regens glatte 2,00 Meter übersprang. Im Weitsprung (6,68 m) und über 400 Meter (53,10 Sekunden) lag er ebenfalls vorne. Doch gegen den »Neuling« Andreas Wend vom LC Steinbach hatte der Mainzer im Stabhochsprung nur 3,10 Meter entgegen zu setzten, Wend hingegen überwand unter großem Beifall 4,10 Meter. Der Steinbacher stieß die Kugel auf hervorragende 13,77 Meter und beeindruckte im abschließenden 1500-Meter-Lauf mit der flotten 4:42,74 Minuten. Damit holte er sich den Gesamtsieg mit 6272 Punkten.

Die Brüder Shan Weber und Dr. Ran Weber-Spickschen von der LG Hörke Peine sorgten mit 58,93 beziehungsweise 55,98 Meter im Speerwerfen für Aufsehen. Der beste heimische Athlet war Andreas Creutz von der LG Rosbach-Rodheim, der mit 4336 Punkten den zehnten Platz belegte.

Einsame Spitze in der Jugendklasse war Stefan Erlewein vom TV Rendel, der mit 5964 Punkten fast 800 Zähler Vorsprung auf den Mainzer Tobias Rikerhatte. Der Pfälzer war schnellster Athlet über 1500 Meter, die er in 4:34,33 Minuten abspulte. Insgesamt kam Riker auf 5193 Punkte. Erlewein sorgte mit 6,09 Meter im Weitsprung, 1,75 Meter im Hochsprung, 32,88 Meter im Diskus und 46,44m im Speer für herausragende Leistungen, die er mit 3,90 Meter im Stabhochsprung und der Einstellung seiner persönlichen Bestleistung noch toppte. Auf Rang neun landete der nächste Wetterauer, Markus Eberspächer vom TV Assenheim mit 4593 Punkten direkt vor Jonas Hölzinger von der LG Rosbach-Rodheim.

In acht Disziplinen vorne lag in der Seniorenklasse Gerd Westphal (5355 Punkte), der mit Ralf Simon (4247) und Dietmar Pott (3993) einen Dreifachsieg für die Gäste vom LC Paderborn einfuhr.

Die strahlende Siegerin der Frauenklasse, Nadine Schnürer von der TSG Gießen-Wieseck, hätte mit ihren erzielten 5564 Punkten innerhalb der gesamten Männerriege Rang vier belegt. In allen Disziplinen bis auf den Stabhochsprung war die Siebenkämpferin hoch überlegen. Dies zeigte sich besonders im Sprint über 100 Meter (13,43 sec), im Weitsprung (5,46 m), im Kugelstoßen (10,58 m) und im Hochsprung, in dem sie 1,55 Meter überquerte. Jasmin Stohwasser vom TSV Friedberg-Fauerbach erreichte mit 3791 Punkten Rang drei und war mit gemeisterten 2,50 Meter beste Stabhochspringerin.

In der Jugendklasse hatte die Siegerin Maria Schramm vom Alsfelder SC ihre Stärken über 100 Meter (14,07 sec), im Hochsprung (1,45 m) und Stabhochsprung (2,30 m). Sie siegte mit 4211 Punkten vor der überraschend starken Valentina Richter vom TV Assenheim. Richter glänzte im Sprint (14,00 sec), beim Hochsprung mit 1,45 Meter und im Weitsprung (4,61 m).

Die Wertung der Seniorinnen gewann Kornelia Wrzesniok von den Crazy Fighters, die bis auf den Stabhochsprung in allen Disziplinen das Feld anführte. Die vielfache deutsche Seniorenmeisterin erzielte 4656 Punkte, wobei sie im Sprint (14,09 sec), Weitsprung (4,83 m) und Hochsprung (1,50 m) ihre besten Resultate erbrachte. Zweite wurde Grania Leaping Rabbit (Alsfelder SC). Die dritte im Feld, Mechthild Schien aus Frankfurt, machte nicht nur sportlich auf sich aufmerksam. Sie hielt ein bewegendes Plädoyer für die Selbsthilfegruppe »Kinder krebskranker Eltern«. Die Zustimmung von allen Seiten zeigte, dass im Waldstadion der Kurstadt bei solch einer Veranstaltung nicht nur der Sport eine Rolle spielt.

Das sogenannte Küchen- und Zeltteam sorgte mit vielen Salaten, Gegrilltem, Kuchen, Kaffee und Waffeln für das leibliche Wohl der Athleten, Begleiter, Zuschauer und rund 70 Helfer rund um den Wettkampf. Die Tombola war mit 250 Preisen reichlich bestückt. Unter anderem Schmuck, Sportutensilien, Rosen und Wurstspezialitäten sowie zahlreiche Gutscheine der Bad Nauheimer Geschäftswelt waren die Renner. Dr. Weber und das Physio-Team des Hochwaldkrankenhauses konnten kleinere Unpässlichkeiten und Wehwehchen fachgerecht versorgen.

Der zweite Tag begann mit großem Durchatmen und glücklichen Gesichtern allenthalben bei den Organisatoren, als sich der Sonntagshimmel in strahlendem Blau präsentierte. Am Nachmittag zeigte sich Witzel sehr beeindruckt von den Leistungen der Athleten, aber auch von deren Gemeinschaftssinn. Denn jeder Sprung bei Hoch- und Stabhochsprung wurde von rhythmischem Klatschen begleitet. Die launigen wie profunden Kommentare des Moderators Jens Schulze trugen ebenso zur gehobenen Stimmung bei.

Im Rahmen der beeindruckenden Siegerehrung am Sonntagnachmittag konnten alle Teilnehmer auf dem Rasenrund ihre Urkunden und ausgelosten Pokale aus der Hand des ersten Vorsitzenden des LSC, Marcus Kieser, entgegennehmen. Ein besonderes Dankeschön galt dem Mitorganisator der ersten Stunde und Herzstück des Bad Nauheimer Jedermann-Zehnkampfes, Norbert Bucher. Aber auch die unsichtbaren Mitstreiter aus Wettkampfbüro und Zeitmessung, der Starter und die »Küchenhelferinnen« erhielten ihren verdienten Applaus.

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