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Seitenwechsel: Geschäftsführer Andreas Herzog ist der neue Mann bei den Offenbacher Kickers. Dafür verlässt er die Stadiongesellschaft Bieberer Berg.

Fußball

OFC und Stadion-GmbH gehen gemeinsame Wege

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(cd). Eigentlich ist der Politiker-Jargon sein Vokabular, doch diesmal wählte Dr. Felix Schwenke die Fußballersprache - aus gegebenem Anlass: "Wir geben einen guten Mann, der noch einen Vertrag hat, ablösefrei ab", betonte Offenbachs Oberbürgermeister im Sparda-Bank-Hessen-Stadion. Der "gute Mann", den Schwenke meinte, saß am anderen Ende des Podiums: Andreas Herzog. Der Geschäftsführer der Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) wechselt - wie angekündigt - in gleicher Funktion zu Hauptmieter Kickers Offenbach, wo er auf Christopher Fiori folgt. "Es ist ein neuer Job, ich freue mich riesig darauf", sagte Herzog.

Doch warum lässt die Stadt einen "guten Mann" ziehen? Man wolle "gemeinsame Interessen künftig als Team verfolgen", heißt es in einer Pressemitteilung dazu. Schwenke erklärte: "Die Synergien können mutmaßlich durch keine andere Person besser verkörpert werden als durch Herzog." Auch die Stadt profitiere davon, wenn der OFC nach vorn komme. Herzog soll seinen Beitrag dazu leisten. Schwenke hält ihn für den richtigen Mann: "Wir sind mit ihm zufrieden. Die Zahlen bei der SBB stimmen. Deshalb ist das für uns kein superleichter Tag." Das gilt auch für Herzog. Die SBB zu verlassen, sei für ihn "kein einfacher Moment und sehr emotional". Doch als er begann, von der neuen Aufgabe zu reden, überwog die Euphorie: "Ich bin seit acht Jahren im Stadion, kenne alles und glaube, dass man mit den Verantwortlichen sowie der Mannschaft viel erreichen kann. Die Chance ist jetzt da, man muss sie nutzen."

Der neue Kickers-Präsident Joachim Wagner zeigte sich froh und erleichtert darüber, dass es gelungen ist, "diese extrem wichtige Position" zu besetzen, dankte aber auch Herzogs Vorgänger: "Christopher Fiori hat ein großes OFC-Herz und ist hier immer willkommen. Das war ein Wechsel in Harmonie, was beim OFC ja nicht immer selbstverständlich war." Man habe sich für die Neubesetzung der Stelle "viel Zeit gelassen und viele Bewerbungen gehabt", so Wagner weiter. Herzog war offenbar bereits seit März ein Kandidat. "Er erfüllt alles, was nötig ist", lobte der Kickers-Präsident und sprach von einem "großen Paket". Kenntnisse im kaufmännischen und im sportlichen Bereich sowie im Marketing und in der Personenführung gehören dazu.

Wagner ist froh, dass man bei der Stadt "den Sinn dieser Entscheidung sofort erkannt hat". Herzog soll unter anderem für eine noch bessere Vermarktung sorgen. "Es ist noch Potenzial da", stellte er klar. Unter anderem bei den "Dachbanden und Seitenflächen". Schwenke deutete zudem an, dass Herzog die Verhandlungen über den Verkauf der Namensrechte am Stadion führen könnte. Bis Juni 2021 liegen diese noch bei der Sparda-Bank Hessen, die dafür jedes Jahr 500 000 Euro zahlt - an die Stadt. Das Geldinstitut, das auch "Top-Partner" des OFC ist, kann sich wohl eine Verlängerung vorstellen, aber zu geringeren Konditionen. Und die Kickers würden künftig natürlich gerne ein Stück von diesem Kuchen abhaben wollen. Auf die Frage, ob die Personalie Herzog auch etwas damit zu tun habe, dass der OFC mit dem Gedanken spiele, das Stadion zumindest teilweise zurückzukaufen, antwortete der Präsident ausweichend: "Alles kann möglich sein. Man muss schauen, was gut und machbar ist."

Fest steht, dass Herzog zunächst nur für elf Monate zu den Kickers wechselt. So lange ruht seine Tätigkeit als Geschäftsführer der SBB sowie der Sport und Freizeit GmbH Offenbach (SFO). In dieser werde er noch einige Tätigkeiten für SBB und SOH ausüben, "die nicht mit dem OFC zu tun haben" - wie zum Beispiel die Organisation des Eishockey-Winter-Games zwischen dem EC Bad Nauheim und den Löwen Frankfurt am 14. Dezember. Herzogs Fokus liegt jedoch klar beim OFC. Mit Überraschungen rechnet er nicht. "Ich weiß sehr, sehr genau, was mich erwartet", sagt er. Im Stadion arbeitet Herzog seit acht Jahren, Fiori kennt er sogar noch länger: "Einer geordneten, seriösen Übergabe steht nichts im Wege."

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