Der 24-jährige Sergey Saveljev ist Sportlicher Leiter der Krefeld Pinguine.	FOTO: IMAGO
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Der 24-jährige Sergey Saveljev ist Sportlicher Leiter der Krefeld Pinguine. FOTO: IMAGO

Auf den Spuren des schlechtesten DEL-Teams

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(dpa/lnw). Die aktuelle Saison haben die Krefeld Pinguine längst abgeschenkt. Geschäftsführer Sergej Saveljev sprach in dieser Woche nach einem katastrophalen Saisonstart des abgeschlagenen Tabellenletzten der Gruppe Nord in der Deutschen Eishockey Liga offiziell von einer »Übergangssaison«. »Wann denn, wenn nicht jetzt?«, fragte der erst 24 Jahre alte Lette rhetorisch. »Wir wollen jetzt eine gute Basis für die kommende Saison schaffen.«

Die Voraussetzungen dafür erscheinen schlecht. Das Team, das nach etlichen Turbulenzen im Umfeld erst zu Beginn der Saison Mitte Dezember zusammengestellt worden war, ist nicht wettbewerbsfähig. Mit einem einzigen Sieg aus elf Spielen wandeln die Pinguine auf den Spuren der historisch schlechtesten DEL-Teams. Aktuell haben die Rheinländer mit 9,1 Prozent der möglichen Zähler prozentual nur halb so viele geholt wie das bislang schlechteste DEL-Team überhaupt am Ende der Saison 1997/1998: Die Star Bulls Rosenheim wurden damals abgeschlagen Letzter mit 15 Zählern.

Längst gibt es die Oberbayern in der Liga nicht mehr. Auch drei andere Teams, die nur unwesentlich besser abschlossen, spielen nicht mehr in der DEL: Weißwasser (1995/1996), Oberhausen (1998/1999) und Freiburg (2003/2004) kennt man nur noch vom Hörensagen.

Schon in der vergangenen Saison ging es auch für die Pinguine ums Überleben. Nach dem Rückzug des ungeliebten Investors Mikhail Ponomarew wähnte sich der Meister von 2003 wieder auf einem guten Weg, doch dann gingen die Turbulenzen auch wegen der Corona-Krise erst richtig los. Der international renommierte Glen Hanlon wurde als Trainer geholt, der neue Investor Stefano Ansaldi installierte den Roger Nicholas (einst Profi beim EC Bad Nauheim) als Geschäftsführer. Doch sowohl Nicholas als auch Hanlon flüchteten schon vor dem wegen der Pandemie mehrfach verschobenen Saisonstart. Einige neu geholte Spieler taten es ihnen gleich. Schon im Frühjahr 2020 war zudem Club-Idol Daniel Pietta verjagt worden.

Angesichts der Situation mag der von Ansaldi als Nicholas-Nachfolger installierte Saveljev froh sein, dass wegen Corona derzeit keine Fans in die Arena dürfen. »Ich kann mich nur entschuldigen«, sagte Saveljev nun, forderte die Fans aber auf, geduldig zu sein und verglich die Situation mit Fußball-Weltclubs Manchester City, Manchester United, dem FC Chelsea und Paris St. Germain. Überall habe es Zeit gebraucht, bis die Strategie neuer Investoren gewirkt habe.

Die Strategie der Pinguine lautet nun, auf junge Spieler zu setzen. Zunächst aber muss ein neuer Coach her. Der alte, Mihails Svarinskis, war nach dem Saisonstart mit neun Niederlagen aus neun Spielen beurlaubt worden.

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