Sprachlosigkeit beim OFC

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(cd). Die Stimmungslage am Haarwasen hätte kaum unterschiedlicher sein können. Während die Fans des TSV Steinbach Haiger nach dem 1:0-Heimsieg gegen den hessischen Rivalen Kickers Offenbach "Derbysieger" sowie "Spitzenreiter" skandierten, herrschte auf der Gegenseite Fassungslosigkeit. Einige OFC-Anhänger spendeten aufmunternden Applaus, als sich die Spieler nach der vierten sieglosen Partie in Folge dem Gästeblock näherten. Es gab aber auch welche, die die Nerven verloren. Als ein voller Bierbecher flog, kam es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Kickers-Fans. "Ihnen geht es so wie uns: sie sind enttäuscht", sagte OFC-Mittelfeldmann Niklas Hecht-Zirpel.

Auf dem Platz sah man unterdessen viele ausdruckslose Gesichter. Nur Tabellenachter nach neun Spielen, lediglich fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone - so hatte man sich das trotz des Drei-Jahres-Plans nicht vorgestellt. Das machte den einen oder anderen sprachlos. Kapitän Maik Vetter wollte unmittelbar nach der Partie keinen Kommentar abgeben. Geschäftsführer Andreas Herzog zog es auch mit einem Tag Abstand vor, zu schweigen.

Daniel Steuernagel suchte derweil nach Antworten für die Talfahrt, wirkt dabei jedoch zunehmend ratlos. "Wir haben uns wieder mal selbst geschlagen", sagte der OFC-Trainer und beklagte die vielen individuellen Fehler - vor allem den, der zum Platzverweis von Lucas Albrecht (75.) führte. "Dieses Foul darf man nie machen", kritisierte er. "In der zweiten Hälfte war es von beiden Teams kein gutes Niveau. Mit elf gegen elf geht es wohl 0:0 aus."

Die kommende Partie gegen Koblenz könnte für Steuernagel zum Endspiel werden. Dessen scheint sich der 39-Jährige bewusst zu sein: "Das müssen wir gewinnen." Nicht irgendwie, sondern überzeugend.

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