Kai Nelles vom Golfclub Altenstadt will in den Vereinigten Staaten seinem Traum von einer Laufbahn als Profi-Golfer näherkommen. FOTO: MEISS
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Kai Nelles vom Golfclub Altenstadt will in den Vereinigten Staaten seinem Traum von einer Laufbahn als Profi-Golfer näherkommen. FOTO: MEISS

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Sportstipendium in den USA: Kai Nelles vom GC Altenstadt ist auf dem Weg zum Profi

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Kai Nelles arbeitet hart daran, sich seinen Berufswunsch zu erfüllen: Er will Golfprofi werden. Das 20-jährige Mitglied vom GC Altenstadt hat ein Sportstipendium in den USA ergattert. Startpunkt? Ungewiss!

Eigentlich sollte es Mitte August losgehen. Das Semester beginnt nämlich am 1. September. "Da ich im Moment aber nicht in die USA reisen darf, fliege ich vielleicht erst im Oktober oder sogar erst im Januar.", Der 20-Jährige aus Nidderau-Ostheim sitzt auf gepackten Koffern. Wann die US-amerikanische Botschaft in München zum Beantragen eines Visums wieder öffnet, ist aktuell ungewiss. "Es ist alles vorbereitet, theoretisch bin ich startklar", sagt der Golfer des GC Altenstadt und GC Bachgrund.

Wenn Kai Nelles in den Flieger steigt, wird sein Ziel der US-Bundesstaat Iowa sein. Dort hat er für die nächsten zwei Jahre einen Studienplatz am North Iowa Area Community College in Mason City. Fasziniert haben den Ostheimer die USA und das dortige Studiensystem, bei dem Leistungssport und Studium eng miteinander verzahnt sind, schon länger.

Ende 2019 ist die Idee gereift, dort per Stipendium zu studieren. "Im Dezember habe ich dann einfach mal ein Formular bei einer Agentur ausgefüllt um zu sehen, wie meine Chancen stehen", erzählt der Golfer. Zwei Tage später hat sich die Agentur Scholarbook gemeldet und die nächsten Schritte eingeleitet, denn die Chancen des talentierten Sportlers waren gut.

Die erste Vorstellungsphase, bei der sich die Unis bei den potenziellen Stipendiaten melden können, verlief nicht so gut. "Das Problem war, dass ich ein zu niedriges Budget hatte", sagt Kai Nelles. Ein Stipendium alleine reiche nämlich nicht, ein gewisses nachweisbares Budget muss der Student dennoch mitbringen. Also jobbte der 20-Jährige noch mehr, hielt Rücksprache mit seinen Eltern und stockte sein Budget auf - auch zwei bestandene Tests musste er vorweisen.

Von Nidderau nach Iowa

13 Colleges Interesse bekundet. Angetan haben es Kai Nelles nach Mailkontakt, Anrufen und Videocalls mit den jeweiligen Golftrainern dann die Colleges in Iowa und New York City. Ausschlaggebend war letztlich das Budget: "Eigentlich war New York der Favorit, aber dort hätte ich pro Jahr 18 000 Dollar aufbringen müssen. Da musste ich realistisch bleiben, das Studium muss bezahlbar sein." Sein zukünftiges College in Iowa als zweite Wahl zu bezeichnen, sei aber auch nicht richtig. "Der Coach in Iowa ist extrem cool. Und ich bekomme ein richtig gutes Stipendium." Das jährliche Budget für Iowa beträgt etwa 10 000 Dollar.

Die Vorfreude auf sein Leben in den USA ist spürbar, auch wenn der 20-Jährige von einer schlechten Phase, in der er alles hinschmeißen wollte, nicht verschont geblieben ist. Aufgrund der Corona-Pandemie musste Kai Nelles seinen Job in der Gastronomie für ein paar Monate auf Eis legen und konnte für sein Leben im Ausland nicht weiter sparen. Dank der Unterstützung von Freunden, Familie und der Coaches in den USA ist Kai Nelles mittlerweile wieder Feuer und Flamme für seinen Traum: "Ich gebe nicht auf. Ich bin entschlossener denn je."

Auch, dass er an seinem neuen College, an dem er im Studiengang "Finance" eingeschrieben ist, fünf- bis sechsmal pro Woche jeweils vier Stunden Golftraining haben wird, freut den Ostheimer - auch wenn ihm das Pensum Respekt einflößt. Unbehagen bereitet ihm auch die gesundheitliche und politische Lage in den USA.

Seinen zukünftigen Studienort bezeichnet Kai Nelles aber als sicher. "Iowa ist ein ruhiger, ländlicher Staat", sagt der Golfer über seine neue Heimat im Mittleren Westen der USA, zwischen Missouri River und Mississippi River gelegen. "Ich spreche mit meinen Eltern täglich über die Situation in den USA", verfolgt die Familie nicht nur die Entwicklungen von Covid-19 in den USA, sondern auch die Stimmung im Land im Zusammenhang mit der "Black Lives Matter"-Bewegung. "In Iowa bin ich guter Dinge, bei New York hätte ich mehr Angst", sagt der 20-Jährige.

Alle zwei Wochen checkt Kai Nelles die Reisebestimmungen, denn nach den vielen Monaten der Vorbereitung will er nur eins: Endlich den nächsten Schritt auf dem Weg zum Golfprofi gehen.

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