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Trügerische Idylle: Der Sportplatz des FSV Dorheim ist derzeit überregional ein Thema.

FSV Dorheim

Sportplatz-Sponsoring: Irritationen bei Stadt Friedberg

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Die Überraschung ist gelungen. Der FSV Dorheim ist mit seinem Sponsoring-Deal über die Wetterau hinaus ein Thema. Doch nun hat die Stadt Friedberg Redebedarf.

Für die Altenstädter Firma Teko Kältetechnik hat sich das Geschäft schon nach einer Woche gelohnt. Nachverhandeln will Benny Bindewald, Vorsitzender des FSV Dorheim und Cousin von Eintracht-Legende Uwe Bindewald, aber nicht, das lehnt er auf Nachfrage lachend ab. Der Werbewert hat mittlerweile aber locker einen sechstelligen Betrag erreicht.

Die Nachricht, dass der Fußball-B-Ligist seine Heimstätte nun "Teko Kältetechnik"-Arena nennt, hat überregional Wellen geschlagen. Sie ging "viral", wie man in der Social-Media-Welt sagt. Wer wüsste das besser als Bindewald, der selbst Social-Media-Manager ist. Sogar im Radio wird über das - zumindest in den Tiefen des Amateurfußballs - ungewöhnliche Sponsoring diskutiert. Doch noch sind die Ampeln nicht durchgehend auf Grün geschaltet.

Irritationen bei der Stadt

Rund 10 000 Euro soll die Altenstädter Firma dem FSV in den kommenden drei Jahren zahlen. Das Geld will Bindewald hauptsächlich in die Förderung der Jugendabteilung stecken. Zu den Gegenleistungen zählt auch die bundesligataugliche Sponsorennennung in allen Veröffentlichungen des Vereins, wenn es um den Sportplatz geht. Bislang hatte der Sportplatz an der Wetteraustraße, der im Besitz der Stadt ist, keinen offiziellen Namen. Das bleibt auch so. In der Berichterstattung sei aber oft von "Namensrechte verkauft" die Rede gewesen, sagt Bindewald.

Das hatte anscheinend auch bei der Stadt zu Irritationen geführt, die nun Redebedarf hat. "Es gibt für das Sponsoring keine Erlaubnis, weil uns von dem Verein gar kein Antrag vorliegt", sagte Christine Böhmerl, Amtsleiterin für soziale und kulturelle Dienste und Einrichtungen bei der Stadt Friedberg. Schließlich kann nichts verkauft werden, was man faktisch nicht besitzt.

Keine Namensrechte verkauft

"Am Spieltag hängt nur ein Banner des Sponsors, mit Abpfiff ist es wieder weg. Es werden keine Schilder oder Ähnliches dauerhaft aufgestellt", stellt Bindewald über die optischen Änderungen am Sportplatz klar. Ihm sei bewusst, dass er keine Namensrechte verkaufen könne, die er nicht besitzt, es sei nur ein Marketing-Gag. Wie sich zeigt, ein ziemlich guter.

Am Freitag will sich Bürgermeister Dirk Antkowiak, derzeit im Urlaub, mit Bindewald treffen und über die Sachlage reden. Laut Bindewald gehe es darum, "sich mal an einen Tisch zusammenzusetzen" und die Unklarheiten zu beseitigen. Beide Seiten betonen, dass man sich im positiven Ansinnen gegenübersteht. Von einem "sehr netten Gespräch mit Frau Böhmerl" berichtet Bindewald. Böhmerl sagt: "Ich finde die Grundidee absolut verständlich, um finanzielle Mittel einzuholen."

Klarheit am Montag

Bei dem Gespräch wird es sicher auch um rechtliche Aspekte gehen. Zum Beispiel um die Frage, ob der FSV einen Antrag hätte stellen müssen. Es wird aber kaum etwas zu beanstanden geben. Laut Aussage bei der Stadt gebe es keinen Nutzungsvertrag oder ein ähnliches Schriftstück, welches die Namensnennung festlegt. Auf Nachfrage bestätigte Christine Böhmerl: "Die Stadt hat lediglich das Recht, die Belegung der Sportplätze an die Vereine zu vergeben."

Wie die Stadt endgültig zu dem Thema steht, wird wohl erst nach der Magistratssitzung am kommenden Montag klar sein, dann will Antkowiak das Thema mit seinen Kollegen besprechen. Ob das Sponsoren-Banner dann schon einmal auf dem Dorheimer Sportlplatz gehangen hat, ist allerdings auch noch offen. "Banner und Trikots sind noch im Druck, wir hoffen, dass sie bis Sonntag zum Kreispokal-Heimspiel fertig sind", sagt Bindewald. So oder so, das Thema bleibt in den Schlagzeilen. Die Altenstädter Kältetechniker wird es an diesen warmen Tagen besonders freuen. (Foto: FSV Dorheim)

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