Der Vorsitzende des Sportkreises Wetterau, Jörg K. Wulf (l.) verabschiedet seinen Stellvertreter Thomas Stoll, der das Amt als Beauftragter für die Finanzen mit sofortiger Wirkung abgibt.
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Der Vorsitzende des Sportkreises Wetterau, Jörg K. Wulf (l.) verabschiedet seinen Stellvertreter Thomas Stoll, der das Amt als Beauftragter für die Finanzen mit sofortiger Wirkung abgibt.

Sportkreistag

Sportkreistag: Neuer stellvertretender Vorsitzende und Appelle an die Vereine

Der Sportkreistag war in Corona-Zeiten anders. Die Kernbotschaften des Vorsitzenden Jörg K. Wulf: mehr Digitalisierung, mehr Zusammenarbeit - aber auch mehr Haltung.

In knapp zwei Stunden war die Tagesordnung abgehandelt: Kein Interesse an einer Aussprache über die Berichte des Vorsitzenden oder des Finanz-Chefs, keine Anträge vonseiten der Vereine oder Verbandsvertreter, die Wahl eines neuen stellvertretenden Vorsitzenden/Finanzen verlief planmäßig. Dennoch sorgte der Sportkreis-Vorsitzende Jörg K. Wulf im zweiten Anlauf des im März wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagten Sportkreistages am Freitagabend im Plenarsaal des Wetteraukreises in Friedberg für eine Überraschung.

Sportkreistag wegen Coronavirus-Pandemie unter besonderen Umständen

Unter den aktuell geltenden Abstands- und Hygieneregeln waren 45 Vereins- und fünf Verbandsvertreter der Einladung des Sportkreises gefolgt. Sie erlebten die Vorstellung des Projekts "WEfiS" (Wetterauer Experten für inklusiven Sport), durch das bereits 14 Vereinsmitglieder aus der Wetterau zu Beginn des Jahres weitergebildet wurden, durch den Vorsitzenden des mit dem Sportkreis kooperierenden Vereins Yourplace aus Ortenberg, Rainer Gimbel. Es folgten die Begrüßungsansprachen der Ehrengäste, Landrat Jan Weckler und Juliane Kuhlmann, Vizepräsidentin des Landessportbunds Hessen, die beide die Bedeutung von Sport und Vereinsleben auch und gerade in Zeiten der Pandemie hervorhoben und besonders den Ehrenamtlichen einen Dank aussprachen sowie auch zukünftig ihre Unterstützung zusagten.

Dass dies auch in finanzieller Hinsicht hilfreich wäre, zeigte die Bitte des Vereinsvertreters der TG Friedberg am Ende der Versammlung, der angesichts sinkender Mitgliederzahlen und verringerter Kursangebote vor allem für das kommende Jahr sinkende Einnahmen und damit Bedarf an weiteren Hilfen durch die Politik prophezeite.

Der Vorsitzende des Sportkreises Wetterau, Jörg K. Wulf (l.) verabschiedet Walter Allert, der in den vergangenen 15 Jahren für den Spielgerätepark des Sportkreises zuständig war.

Zum letzten Mal stellte Thomas Stoll als stellvertretender Vorsitzender des Sportkreises/Finanzen den Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr vor - ein Minus von 7000 Euro bei einem sicheren Bestand von rund 20 000 Euro waren das Ergebnis. Stoll legte daraufhin, wie angekündigt, sein Amt aus privaten und beruflichen Gründen nieder. Als Nachfolger Stolls schlug Wulf Frank Dehnke, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Oberhessen, vor, der bei einer Enthaltung in Abwesenheit für den Posten gewählt wurde. Stoll wurde von Wulf verabschiedet - ebenso wie Walter Allert, der nach 15 Jahren die Verantwortung für den Spielgerätepark des Sportkreises abgeben wird.

Im Zentrum der Veranstaltung stand aber die Rede Wulfs, der den Bericht für 2019 (kostenlos per Mail an info@sportkreis-wetterau.de erhältlich) vorstellte. Neben seinen Appellen für mehr Zusammenarbeit der Vereine mit dem Sportkreis bei der Akquirierung von Förderung für die Themen Aus-, Fort- und Weiterbildung, Digitalisierung, Gesundheitssportangebote, Integration und der Zusammenarbeit mit Schulen im Kreis gestattete sich Wulf auch einen Moment für einen persönlichen Appell (lesen Sie hier das Interview dazu).

Sportkreis: Vorsitzender Jörg K. Wulf mit ungewohntem Appell an seine Vereine

Er habe Sorge wegen des "entsetzlichen Hasses aus der rechten Szene", den es nicht erst seit den Anschlägen in Hanau und Halle sowie der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gebe. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seien das Prinzip der Vereine, denn "der Sport verbindet seit jeher alle Menschen". An die Vereinsvertreter gewandt sagte er: "Setzen sie sich weiter für diese Werte ein, lassen sie der Destabilisierung der Demokratie keine Chance und zeigen sie Haltung!"

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