Sportehrenpreis

Sportehrenpreisträger Helmut Schmid im Interview: "Musste erst einmal tief Luft holen"

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Helmut Schmid ist einer der beiden Geehrten beim Sportehrenpreis des Wetteraukreises. Der 78-jährige Bad Nauheimer hat sein Leben dem Fußball gewidmet - und dabei stets eine ganz bestimmte Leidenschaft.

Der Bad Nauheimer Helmut Schmid ist am 15. Juni 1953 in den VfL Bad Nauheim eingetreten. In 65 Jahren Vereinszugehörig wurde er für seine ehrenamtliche Arbeit nicht nur insgesamt 14-mal ausgezeichnet, sondern ist längst Ehrenmitglied. Nun kommt mit dem Sportehrenpreis eine weitere Ehrung hinzu, mit er nach seinem Rückzug aus gesundheitlichen Gründen gar nicht mehr gerechnet hatte. Ein Interview.

Herr Schmid, wie fühlt es sich an, den Sportehrenpreis des Wetteraukreises zu bekommen?

Helmut Schmid: Es war sehr überraschend für mich, denn ich hatte meine Fußballerlaufbahn eigentlich abgeschlossen und nicht mehr mit so etwas gerechnet. Herr Weckler rief montagmorgens an, als ich gerade in der Zeitung die Fußballergebnisse studiert habe. Danach musste ich erst einmal tief Luft holen.

Gibt es einen Moment, der Ihnen in 65 Jahren besonders in Erinnerung geblieben ist?

Schmid: Da gibt es sehr, sehr viele. Wir haben beispielsweise in der Jugendabteilung in Bad Nauheim jedes Jahr dafür gesorgt, dass wir gemeinsam eine Reise machen konnten, um den Kindern auch etwas zu bieten. So waren wir zum Beispiel zweimal in Amerika. Das war alles wunderbar. Als ich für meine Rede etwas zusammengeschrieben habe, musste ich ganz viel aus der Vergangenheit wieder weglegen, sonst wäre ich nie mit sprechen fertig geworden.

Wenn Sie heute auf die Entwicklung des Jugendfußballs blicken. Was fällt Ihnen dazu ein?

Schmid: Der Jugendfußball ist momentan fast überall in schlechtem Zustand. Wir bei der Spvgg. 08 Bad Nauheim sind aber immerhin noch einer der wenigen Vereine, der ohne Spielgemeinschaft auskommt.

Macht Sie so etwas betroffen?

Schmid: Wenn die Ergebnisse in der Zeitung lese und ab und an steht dann so etwas wie 24:0 da, dann geht mir immer noch der Kamm hoch. Das kann und darf nicht sein.

Wie sieht es mit dem "großen" Fußball aus, auf den Ihr Laudator Hanspeter Knobloch zu seiner Rede ja eingegangen ist?

Schmid: Herr Knobloch hat eine sehr gute Rede gehalten. Ich selbst rege mich aber über Dinge wie die Nations League nicht mehr auf, denn ich lese es gar nicht mehr. Wenn ich die Überschrift schon sehe, reicht es mir meistens schon.

Also lieber Amateurfußball?

Schmid: Ja, wobei meine Leidenschaft weiterhin die Jugendspiele sind. Ich kann leider nicht mehr so viel laufen und brauche immer jemanden, der mich fährt, ansonsten würde ich samstagmittags und sonntagmorgens nur auf dem Sportplatz stehen und mir die Jugendspiele anschauen. Selbst die ersten Mannschaften interessieren mich nicht mehr.

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