Sport wird gar nicht erwähnt

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(sid/cso). Der Amateur- und Breitensport muss weiter auf die erhofften Lockerungen in der Corona-Pandemie warten. In den am frühen Dienstag getroffenen Beschlüssen von Bund und Ländern stehen die Zeichen stattdessen sogar wieder auf Verschärfung. Der Sport wird erst gar nicht erwähnt.

Vor drei Wochen hatte es noch die Aussicht auf leichte Öffnungen gegeben. So sollten bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern wieder bis zu zehn Personen in kleinen Gruppen unter freiem Himmel Sport treiben können. Von diesem Wert sind die meisten Regionen in Deutschland - auch die Wetterau - aber weit entfernt.

Die Sonderregelung für Kinder bis einschließlich 14 Jahre, die in Gruppen mit Körperkontakt Sport treiben dürfen (z.B. Jugendfußballer), war beim letzten Corona-Gipfel mit einer »Notbremse« versehen worden und sollte nur bis zu einer Inzidenz von unter 100 gelten. Der Wert liegt aber sowohl in Hessen als auch im Wetteraukreis nun seit ein paar Tagen wieder über der kritischen Marke. »Dennoch hat diese Regel für die Unter-15-Jährigen aktuell noch Bestand. Heute soll aber die neue hessische Verordnung herauskommen, die das gegebenenfalls ändert«, sagte Petra Schnelzer von der Pressestelle des Wetteraukreises auf Nachfrage. Sie machte auch klar, dass der Landkreis dann möglicherweise eine neue Allgemeinverfügung herausgibt.

Nach der Entscheidung der Politik bleibt es generell beim Status Quo, der faktisch aber aufgrund der Koppelung an die Inzidenzwerte eigentlich immer weitere Beschränkungen mit sich bringt. Während des Oster-Lockdowns vom 1. bis 5. April soll nun gar ein generelles »Ansammlungsverbot« im öffentlichen Raum gelten. Kontaktsport im Freien oder auch kontaktloser Sport im Innenbereich sind ausgeschlossen. In vielen Regionen - auch im Fußballkreis Friedberg - droht im Amateurfußball der Abbruch der Saison. In den meisten anderen Teamsportarten ist dieser Entschluss schon längst gefasst.

Auch eine Zulassung von Zuschauern in der Fußball-Bundesliga ist weiter nicht in Sicht. Die bestehenden Lockdown-Regeln wurden zunächst bis zum 18. April verlängert.

Große Enttäuschung

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) drängt bereits seit Wochen auf »eine Perspektive« für den »vereinsbasierten Sport«. Die steigenden Corona-Zahlen hatten die Hoffnung zuletzt aber wieder schwinden lassen. Die Nicht-beachtung sorgte für große Enttäuschung beim DOSB. »Die aktuelle Beschlusslage stellt auch für den gesamten Sport nochmals einen herben Rückschlag dar. Nach ersten wichtigen Öffnungsschritten wird nun der gesamte Vereinssport erneut zur Bewegungs-losigkeit verdammt«, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann: »Das tut richtig weh und wird die schon jetzt deutlich erkennbaren Schäden im gesamten Sportsystem nun von Woche zu Woche nochmals weiter erhöhen.«

Vereine und Landessportbünde berichteten zuletzt über deutliche Mitgliederverluste, die Zahl der ehrenamtlich Engagierten nehme ab.

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