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Spitzenreiter eine Nummer zu groß

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(kun) Einen Tanz der Teufel hatte der DEL2-Spitzenreiter aus Landshut im Vorfeld erwartet – am Ende waren es die Dreihelmenstädter, die einem leidenschaftlich kämpfenden EC Bad Nauheim vor 2023 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion am Nikolaustag eine 2:6 (0:1, 1:2, 1:3)-Niederlage zufügten.

»Das Ergebnis ist sicherlich um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen, so klar war die Partie nicht«, räumte EVL-Coach Jiri Ehrenberger ein. »Für uns war es das erwartet schwere Spiel. Die Zwei-Tore-Führung war enorm wichtig.« RT-Coach Frank Carnevale haderte nach der Begegnung in erster Linie mit den Unparteiischen. »Uns wird in dieser Liga nicht der nötige Respekt entgegengebracht«, beklagte sich der Bad Nauheimer Trainer.

Auf dem Eis bestimmte der Favorit aus Landshut von Beginn an erwartungsgemäß den Gang der Dinge und hatte in der fünften Minute die erste Torchance der Partie zu verzeichnen. Martin Davidek scheiterte völlig freistehend am glänzend parierenden Domenic Bartels, der Torhüter Thomas Ower zwischen den Bad Nauheimer Pfosten vertrat. Verteidiger Chris Heid fehlte den Roten Teufeln nach einem Check im Hessen-Cup-Spiel gegen die Löwen Frankfurt dagegen verletzungsbedingt und wird noch drei Wochen ausfallen. Auf der Gegenseite musste der Tabellenführer auf Max Brandl verzichten, der nach einem Schlagschuss an einer Venenverletzung am Fuß laboriert.

Die Hausherren hätten ihrerseits durch Michael Dorr, der in der siebten Minute in Gäste-Goalie Brian Stewart seinen Meister fand, in Führung gehen können. Effektiver agierte das Team von Trainer Jiri Ehrenberger auf der Gegenseite: Mit einem Schlenzer über die Stockhand des Bad Nauheimer Schlussmanns markierte Stefan Loibl den Führungstreffer für die Niederbayern. Vier Minuten später war es erneut Dorr, der das Gästegehäuse nach einem ansehnlichen Alleingang nur knapp verfehlte.

Auch zu Beginn des zweiten Drittels blieben die Roten Teufel trotz Überzahlspiels zunächst ohne Torerfolg. Nachdem sich Bartels bei einem Schuss von Elia Ostwald in der 27. Minute ausgezeichnet hatte und Kyle Helms an Stewart gescheitert war, überschlugen sich nach gut einer halben Stunde die Ereignisse. Zunächst markierte Ostwald in der 31. Minute im Nachschuss das 2:0 für die Dreihelmenstädter, ehe Helms im Gegenzug völlig freistehend den Anschlusstreffer verpasste. Besser machte es Taylor Carnevale nur 56 Sekunden nach Ostwalds Tor, als er die Hartgummischeibe nach einem Querpass von Kevin Lavallee am langen Pfosten über die Linie drücken konnte.

Zuvor hatte Verteidiger Daniel Ketter aufgrund einer Fußverletzung bereits vorzeitig vom Eis gehen müssen.

Nachdem der Unparteiische Markus Krawinkel beide Mannschaften in der 33. Minute nach einer Rudelbildung abgestraft hatte, konnte Stephan Daschner zur Verwunderung der gut 2000 Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion aus spitzem Winkel zur 3:1-Führung für den Spitzenreiter aus Landshut einnetzen – ein durchaus haltbarer Schuss.

Unter den Anfeuerungsrufen ihres »siebten Mannes« hatten die Kurstädter dann ihre beste Phase. Nachdem Dorr in der 42. Minute das Landshuter Gehäuse mit einem abgefälschten Schuss nur knapp verfehlt hatte, verpassten es Jason Pinizzotto, Dan Ringwald und Michael Dorr in der Folge, den Bad Nauheimer Anschlusstreffer zu markieren. Auf der Gegenseite hatte Josh Godfrey, torgefährlichster Powerplay-Spieler der DEL2, nach einem Konter nur die Latte getroffen. Als Lavallee in der 54. Minute nach einem Bandencheck auf der Strafbank saß, konnten die Gäste durch Daschner auf 4:1 erhöhen. Mit einem Schuss ins kurze Eck verkürzte Carnevale nur eine Minute später noch einmal für die Kurstädter, die 180 Sekunden vor dem Ende Goalie Bartels vom Eis nahmen.

Mit einem Empty-Net-Goal sorgte Ostwald in der 58. Minute für die Entscheidung zugunsten der Besucher, ehe Kronthaler in der Schlussminute einen Konter zum 6:2-Endstand abschloss.

EC Bad Nauheim: Bartels – Baum, Ringwald, McMonagle, Götz, Pietsch, Ketter – Dorr, Carnevale, Beca, Strauch, Lange, Pinizzotto, Oppolzer, Helms, Lavallee, May, Schlicht. – EV Landshut: Stewart – Geipel, Godfrey, Kronthaler, Daschner, Wagner, Smazal – Morris, Armstrong, Thornton, Abstreiter, Vantuch, Davidek, Ostwald, Trew, Forster, Busch, Loibl, Schmidpeter.

Steno: Tore: 0:1 (12.) Loibl (Kronthaler, Busch), 0:2 (31.) Ostwald (Daschner, Kronthaler), 1:2 (31.) Carnevale (Lavallee, Strauch), 1:3 (36.) Daschner (Ostwald, Trew), 1:4 (54.) Daschner (Abstreiter, Davidek – 5-4), 2:4 (55.) Carnevale (Ringwald), 2:5 (58.) Ostwald (Forster, Daschner – Empty Net), 2:6 (60.) Kronthaler (Forster, Trew). – Schiedsrichter: Markus Krawinkel. – Strafminuten: Bad Nauheim: 20 + Spieldauer Pinizzotto, Landshut: 24. – Zuschauer: 2023.

Weiter spielten

Kaufbeuren – Bietigheim 3:6

Rosenheim – Dresden 2:3

Heilbronn – Lausitzer Füchse 2:0

Ravensburg – Fischtown Pinguins 3:2

Riessersee – Crimmitschau 5:2

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