Den Spieß umdrehen

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(ub). Zwei Spieltage stehen zum Jahresende in der Fußball-Hessenliga noch aus, und die Terminierung bietet durchaus Ungewöhnliches, denn nahezu alle Teams treffen an diesem und am kommenden Wochenende in Hin- und Rückspielen auf den gleichen Kontrahenten. Ein Modus, der für die Wetterau-Vertreter Türk Gücü Friedberg (Rang 9/26 Punkte) und FV Bad Vilbel (14./20) allerdings keine Gültigkeit hat. Die Kreisstädter spielen nämlich nur noch am heutigen Samstag vor eigenem Publikum gegen den Tabellenletzten FSV Fernwald und verabschieden sich anschließend in die Winterpause, weil der zweite Vergleich gegen die Mittelhessen bereits am 23. Oktober über die Bühne gegangen war. Dagegen hat die Bad Vilbeler Truppe, die am Sonntag eigentlich den ambitionierten KSV Hessen Kassel empfangen würde, wegen der Sperrung des Niddasportfeldes zunächst einmal Pause, um dann am 7. Dezember mit dem Gastspiel bei den Nordhessen das Jahr 2019 ausklingen zu lassen.

Derweil kommt’s in Sachen Titelkampf an den Spieltagen Nummer 20 und 21 zu jenen Duellen, auf die die Kenner der Szene lange gewartet haben: Der TSV Eintracht Stadtallendorf, mit 42 Punkten aktueller Rangzweiter, empfängt am Samstagnachmittag den knapp in Führung liegenden Spitzenreiter FC Eddersheim (43), der seinerseits eine Woche später gegen den Ex-Regionalligisten Heimrecht hat.

Mehr Ordnung im Mittelfeld

Türk Gücü Friedberg - FSV Fernwald (heute, 14.30 Uhr in Ober-Rosbach):Dass sich für Friedbergs Coach Carsten Weber die 0:4-Heimpleite am Mittwoch gegen den regionalen Rivalen FV Bad Vilbel als ausgesprochen bittere Erfahrung erwies, steht außer Frage. "Wir hatten uns viel vorgenommen, sind aber krachend gescheitert, weil speziell im Zentrum das Zweikampfverhalten sehr zu wünschen übrig ließ", nahm der TG-Übungsleiter kein Blatt vor den Mund. "Spiele unter der Woche sind für meine Mannschaft anscheinend pures Gift", ergänzte er augenzwinkernd und meinte damit gewiss die im Oktober beim FSV Fernwald erlittene 2:5-Abfuhr, die man ebenfalls an einem Mittwochabend akzeptieren musste. Am Samstagnachmittag den Spieß umzudrehen, sei, so Weber, quasi Pflicht: "Und zwar mit Jonatan Tesfaldet, der gegen Bad Vilbel fehlte. Mit ihm läuft’s im Mittelfeld garantiert besser. Dort benötigen wir dringend mehr Ordnung und Zugriff." Weitere Personaloptionen sind Ricardo Marra auf der Abwehr-Außenbahn und Dorian Miric in der Offensive. Zieht Weber diese Karten, wären Kapitän Alit Usic und Erdinc Solak für andere Aufgaben verfügbar. Ganz generell bleibt dem Friedberger Trainer jedoch nur wenig Spielraum: Mit Torjäger Shelby Printemps (USA-Reise), den Mittelfeldspielern Emrah Tahirovic und Ertugrul Erdogan sowie den Abwehrkräften Sebastian Weigand und Semun Biber fallen mehrere Spieler verletzt oder krank aus. Und dennoch: Würde Türk Gücü erneut Federn lassen, wäre das eine Riesenenttäuschung, zumal Fernwald auch nach der Trennung von Aufstiegs-Trainer Karl-Heinz Stete unter Benjamin Lock nur selten Angst und Schrecken verbreitete: Siege in Baunatal (4:0) und zu Hause gegen Friedberg, dazu das 1:1-Heimremis gegen Hessen - mehr war für den letztjährigen Meister der Verbandsliga Mitte auf der Hessenliga-Bühne in 20 Versuchen nicht zu holen. - Hinspiel: 2:5.

Türk Gücü Friedberg: Sahin (Kamber Koc), Usic, Dinler, Dudda, Ouattara, Tesfaldet, Eren, Bell Bell, Hagley, Toskovic, Solak, Mitrovic, Miric, Marra, Gürsoy, Basile, Savic, Erdogan (?).

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