SGR spielt kein Aufstiegsturnier

(mw/pm) Die Volleyball-Männer der SG Rodheim werden den sportlich möglichen Sprung in die Zweite Bundesliga nicht angehen.

Dies gab der Verein gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Lange hatte man sich im Lager der Rodheimer - einer der hessischen Hochburgen im Volleyball - beraten, ehe der Entschluss nun feststeht.

Ein zwar niedriger, aber immerhin fünfstelliger Betrag wäre nötig gewesen, um die Mannschaft von Kapitän Hannes Gruppe in der zweithöchsten deutschen Spielklasse anzumelden. Ohne eine solide Finanzierung sei es dem Verein nicht möglich, den Spielbetrieb in der Bundesliga zu garantieren. Die Deutsche Volleyball-Liga (DVL) fordere diese Garantie - ansonsten drohen hohe Geldstrafen, heißt es in der Pressemitteilung. Der Abteilung fehle es jedoch nicht nur an finanziellen Mitteln und Sponsoren, auch die dringend nötigen ehrenamtlichen Helfer seien nicht vorhanden, die bereit wären, einen Teil ihrer Freizeit für den Sport zu opfern.

Abteilungsleiterin Anna Wacker, selbst Spielerin der ersten Frauen-Mannschaft in der Oberliga Hessen, bringt es auf den Punkt: "In unserer Abteilung haben wir fast nur aktive Spieler, die selbst fast jedes Wochenende sportlich unterwegs sind. Deshalb ist es leider unrealistisch, unsere erste Männer-Mannschaft aufsteigen zu lassen. Dies wäre sehr zudem naiv." Diese Einschätzung teilt auch Trainer Carsten Schmidt. "Die Abteilungsleitung hat in der vergangenen Wochen etliche Versuche gestartet, den Wiederaufstieg zu realisieren. Aber ich kann die Entscheidung absolut nachvollziehen. Für die Mannschaft ist die Situation natürlich schwierig. Und welche Auswirkungen diese Entscheidung für die Zukunft bringt, vermag noch keiner recht einzuschätzen." Einige ehemalige Volleyballer oder einfach sportbegeisterte Leute würde man mit offenen Armen am Eisenkrain empfangen, ergänzt Wacker.

Mehrfach waren die SGR-Volleyballer schon in die Zweite Liga aufgestiegen, zuletzt 2007. Doch man wolle nicht hohe Kosten auf sich nehmen, um dann als Letzter sang- und klanglos wieder abzusteigen wie im Vorjahr, machte Schmidt schon im Interview mit dieser Zeitung im Dezember vergangenen Jahres deutlich.

Sportlich gesehen hatte Schmidt seiner Mannschaft schon vor Weihnachten Chancen beim Aufstiegsturnier zur Zweiten Liga eingeräumt. Die Rodheimer hatten nach einer beeindruckenden Siegesserie nach der Auftaktniederlage gegen Bommersheim (mittlerweile 16) bereits vier Spieltage vor Schluss die Meisterschaft in der Regionalliga Südwest erreicht und wären damit beim Aufstiegsturnier zur Zweiten Bundesliga startberechtigt.

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