"Die Spieler glauben an den Klassenerhalt"

(jms) "Ich bin wieder hier, in meinem Revier", hatte Marius Müller-Westernhagen einmal gesungen. Auf der Fahrt von seinem Heimatort Münzenberg nach Södel könnte Bernd Walter diesen Evergreen in den CD-Player legen. Jedenfalls trifft es auf den Handball-Trainer, der nach einer zweijährigen Pause nun wieder beim TSV Södel angeheuert hat, zu. Walter, der zwei Mal mit dem TSV nur um Haaresbreite den Aufstieg in die Landesliga verfehlt hatte, soll mit dem Team aus dem Wölfersheimer Ortsteil nun das Unmögliche möglich machen und den Klassenerhalt realisieren.

Bernd Walter, Sie sind wieder zurück auf der Wetterauer Handball-Bühne. Wie erging es Ihnen in der Zwischenzeit?

Walter: Mir ging und geht es sehr gut. Ich habe die freie Zeit genossen. Ohne Handball ging es mir gut. Doch ich denke, mit Handball geht es mir besser.

Vor zwei Jahren haben Sie den TSV verlassen. Nun sind Sie wieder an Bord. Wie kam es dazu?

Walter: Ich hatte den Kontakt nach Södel nie verloren. So war ich zwischendurch auf einige Hochzeiten eingeladen, und auch der Kontakt zu Lothar Pirl war nie abgebrochen. Ich hatte damals eine schöne Zeit in Södel und bin diesem Verein über den Handball hinaus verbunden, da ich hier tolle Menschen kennengelernt habe. Denn um Handball ging es bei meinem Besuchen in Södel zuletzt nie.

Sie übernehmen ein sportliches Himmelfahrtskommando. Was hat den Ausschlag gegeben?

Walter: Neben meiner Verbundenheit zum Verein auch die Tatsache, dass ich nach den Einzelgesprächen mit den Spielern das Gefühl hatte, dass alle noch an den Klassenerhalt glauben und die Saison nicht einfach runterspielen wollen. Das war für mich sehr wichtig. Denn ich will hier schon noch was bewegen.

Vor zwei Jahren begründeten Sie Ihren Abgang damit, dass die Trainingsbeteiligung beim TSV schlecht war. . .

Walter: Ja, unter anderem. Auch die fehlende Nachwuchsarbeit hat mir nicht gepasst. Da kam ja sechs bis acht Jahre niemand aus der eigenen Jugend nach. Das ist schon schwierig. Aber jetzt sind zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs da. Das ist schon mal ein Fortschritt.

Wie wollen Sie das Team wieder flott machen für die schwierige Mission Klassenerhalt?

Walter: Wichtig wird sein, dass wir wieder als Team auftreten. Das hat gefehlt zuletzt. Nur wenn wir das gemeinsam angehen, haben wir eine Chance. Ich denke, dass die Chancen auf den Klassenerhalt sehr gering sind. Deswegen dürfen wir uns nicht mehr viele Fehler erlauben. Alle müssen an einem Strang ziehen. Auch das Umfeld. Deswegen hat bei der Spielersitzung zuletzt auch der Förderkreis teilgenommen.

Gibt es vor dem Rückrundenauftakt in Wettenberg personelle Veränderungen?

Walter: Ich bin sehr froh, dass ich mit Thönges einen internen Neuzugang zu verzeichnen habe. Mehr konnten wir in der Kürze der Zeit nicht machen.

Wie lange läuft Ihr Vertrag?

Walter: Das haben wir nicht genau fixiert. Es ist aber längerfristig angedacht. Wie überstürzt das alles ablief, zeigt auch die Tatsache, dass wir noch nicht einmal über eine Bezahlung gesprochen haben. In erster Linie geht es jetzt um den Verein.

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