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Neues Outfit: Seit dieser Saison geht Niclas Knoll für die SG Melbach auf Torejagd. Hinter ihm legen turbulente Monate.

Fußball

Nach 14 Spiele Sperre und Wechsel zum Rivalen: Er hat sich "komplett mit Melbach idendifiziert"

Hinter Niclas Knoll liegen turbulente Wochen. Nach einer 14-Spiele-Sperre ist er von der TSG Wölfersheim zur SG Melbach gewechselt. Er erzählt, wie das ankam und erklärt die Hintergründe.

Für Niclas Knoll von der SG Melbach ging es in den letzten Monaten sportlich drunter und drüber: Eine super Hinrunde 2018 mit 18 Treffern, dann ein ominöser Nachmittag in Hoch-Weisel, eine 14-Spiele-Sperre und der Wechsel von der TSG Wölfersheim zum Rivalen nach Melbach. Nun scheint sich die Fußball-Welt für den 26-Jährigen wieder eingependelt zu haben. Im Interview erzählt er, wieso ihm der Fußball so viel bedeutet, was nach dem Sportgerichtsurteil wirklich vorging und wie das den Wechsel zum Rivalen beeinflusst hat.

Niclas Knoll, welchen Stellenwert hat Fußball für Sie?

Niclas Knoll:Für mich kommt Fußball schon immer zuerst. Wenn es ein Familienfest oder einen Geburtstag gibt, kann man da meiner Meinung nach auch nach dem Spiel hingehen. Im Mannschaftssport muss man für mich zusammenhalten.

Woher kommt diese Einstellung?

Knoll:Am Anfang hat mein Papa mich natürlich mit auf den Sportplatz genommen. Dann habe ich schnell viele Freunde gefunden und es hat mir Spaß gemacht. Ich fühle mich echt wohl beim Fußball, es gab auch mal zwei Jahre, in denen ich wegen Verletzungen nicht gespielt habe. Da habe ich gespürt, dass mir etwas fehlt.

Nun kam es in der Vorsaison wieder zu so einer Pause nach dem Abbruch in Hoch-Weisel. Wie haben sie damals das Urteil aufgenommen?

Knoll:Das Urteil an sich fand ich auf jeden Fall zu hart. Aus dem Spiel heraus habe ich mit dem Ball den Schiedsrichter getroffen, da war noch nicht mal eine Verletzung. Ich habe das überhaupt nicht verstanden. Ich hab schon damals der Mannschaft mitgeteilt, dass ich nach dem Urteil wahrscheinlich keinen Fußball mehr spielen werde. Nach ein bis zwei Monaten habe ich gemerkt, dass ich es doch nochmal probieren möchte.

Wie haben ihre damaligen Wölfersheimer Mannschaftskollegen auf das Urteil reagiert?

Knoll:Ich glaube schon, dass uns das Urteil die Saison gekostet hat. Ich war zu der Zeit super drauf und war wichtiger Bestandteil. Gleichzeitig ist dann auch noch unser Stürmer Marvin Seidel ausgefallen und damit war die Offensive stark geschwächt.

Ist es ihnen schwer gefallen, die ganze Rückrunde nicht auf dem Platz zu stehen?

Knoll:Ja, absolut. Ich habe versucht, so oft es geht zu trainieren, was auch beruflich nicht so einfach ist, weil ich viel reisen muss. Aber wenn es ging, habe ich wenigstens da auf dem Platz gestanden.

War die Sperre ein Grund für den Wechsel nach Melbach?

Knoll:Es gab mehrere Gründe. Ich war erstmal nicht einverstanden damit, dass der TSG-Vorstand die Strafe einfach akzeptiert hat. Dann hat Trainer Andreas Brenner noch bekannt gegeben, dass er uns nicht mehr trainieren wird. Mit ihm habe ich mich gut verstanden. Dann gab es noch ein Differenzen mit dem Vorstand. Marvin und mir wurde seit Jahren versprochen, dass bestimmte Spieler geholt werden. Das war aber nicht der Fall.

Melbach ist ja durchaus ein Rivale. Wie wurde das aufgenommen?

Knoll:Beim Abschied habe ich schon gemerkt, dass es vielen Jungs aufstößt. Der Abschied war nicht so, wie ich ihn mir gewünscht habe. Das muss ich mir vielleicht auch selbst ankreiden.

Neben Marvin Seidel sind noch drei weitere Spieler von der TSG nach Melbach gewechselt. Wie kam das?

Knoll:Marvin ist mein bester Freund und auch mein Mitbewohner. Mit dem habe ich natürlich als erstes gesprochen und das beschlossen. Die anderen drei sind enge Freunde von mir, die uns gefolgt sind.

Was ist anders in Melbach?

Knoll:Die Motivation ist einfach höher. Ich habe das Gefühl mit zehn anderen auf dem Platz zu stehen, die wirklich sonntags nur für Fußball brennen.

Im Pokal kam es diese Saison bereits zum Derby. Wie war es, auf die alten Teamkollegen zu treffen?

Knoll:Ich konnte leider nicht mitwirken, weil ich noch gesperrt war. Habe aber von draußen mitgefiebert und mich schon komplett mit Melbach identifiziert. Ich habe mich riesig gefreut, dass wir gewonnen haben, auch wenn ein bisschen Wehmut dabei war, weil man eben zwei, drei gute Freunde in Wölfersheim hat.

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