Bei Sperren gilt nur noch Anzahl der Pflichtspiele

(sto) Mit Beginn des neuen Spieljahres am 1. Juli ist die neue Sportgerichtsbarkeit im Hessischen Fußball-Verband in Kraft getreten, die auf zwei Verbandstagen beschlossen wurde. Über deren Umsetzung an der Basis informierte das Kreissportgericht mit dessen Vorsitzenden Reinhold Wolfinger am Freitagabend die Kreisvereine im Dorfgemeinschaftshaus Burg-Gräfenrode.

Zu dieser Pflichtverstaltung, der ersten dieser Art im Kreis Friedberg, waren 152 Vereinsvertreter der Senioren und Jugend erschienen.

Als Gäste begrüßte Wolfinger Kreisfußballwart Rainer Dreut und dessen Stellvertreter Helmut Schmid sowie als Referenten den Vorsitzenden des Regionalsportgerichts, Thorsten Bastian. Am Abend fehlte der sich im Urlaub befindliche stellvertretende Vorsitzende des Kreissportgerichts, Heinz Schwab.

Die Neuordnung der Sportgerichtsbarkeit steht unter der Prämisse einer Gewaltenteilung und orientiert sich damit auch mehr an dem Zivilrecht. Danach haben die jeweiligen Klassenleiter nur noch das Recht, Verwaltungsstrafen auszusprechen. Das klassische Beispiel dazu ist das verspätete Einsenden eines fehlenden Passes.

Enthält ein vom Schiedsrichter angefertigter Bericht weitere Vermerke wie besondere Vorkommnisse oder Feldverweise, so ist seitens des Klassenleiters der Bericht dem entsprechenden Einzelrichter umgehend zuzuleiten. Bei einem Feldverweis verbleibt der Spielerpass beim Klassenleiter. Nach dem von dem Einzelrichter oder der Kammer ausgesprochenen Sperrzeitraum schickt der Klassenleiter den Pass an den jeweiligen Verein zurück.

Die Einzelrichter sind Mitglieder des auf dem Kreisfußballtag gewählten Kreissportgremiums, die in eigener Verantwortung über die Strafzumessung entscheiden. Bei schwerwiegenderen Fällen wie Spielabbruch, Ausschreitungen, Sperren von Spielern, Schiedsrichtern oder Vereinsvertretern von mehr als zwölf Spielen, einer Geldstrafe von mehr als 250 Euro, Punktabzug, Spielverlusterklärung, den beiden neuen Tatbeständen der Diskriminierung und des Rassismusses, Streichung von der Schiedsrichterliste, Verfehlung eines Trainers mit A-Lizenz, Spielverbot oder Ausschluss aus dem Verband tritt die Sportgerichtskammer in Erscheinung, die aus drei Personen des Kreissportgerichts besteht. Von jeder Entscheidung eines Einzelrichters ist dem zuständigen Klassenleiter und dem Vorsitzenden des Kreissportgerichts Friedberg eine Ausfertigung zu übersenden.

Die beschuldigten Vereine haben jederzeit das Recht, zu den Vorfällen in dem elektronischen Postfach Stellung zu beziehen. Auch können dort später Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt werden. Widersprüche gegen Einzelrichterurteile sind bei dem zuständigen Einzelrichter einzulegen. Von dort erfolgt die Weiterleitung an die Kammer.

Das Kreissportgericht hat für die Saison 2009/10 die Einzelrichter für die Ligen demnach zugewiesen (siehe Kasten).

Bei Sperren für Spieler gilt zukünftig die Anzahl der Pflichtspiele anstatt der Wochen oder Monate. Das hat den Vorteil, dass ein "Übeltäter" seine Sperre in Pflichtspielen absitzen muss. So tritt die Sperre, sofern es sich nicht um ein schweres Vergehen handelt, erst mit dem nächsten Verbandspflichtspiel in Kraft. Wer in der Vorbereitungszeit sich eine Spielsperre einhandelt, dessen Sperre beginnt erst mit dem ersten Pfllichtspiel (Punkt-, Pokal oder Rundenspiel in der Reservenliga). Bei Freundschaftsspielen, zu denen auch Gemeindepokale gehören, kann der betreffende Spieler eingesetzt werden, auch wenn der Pass beim Klassenleiter ist.

Die Einzelrichter nachfolgend. In Klammern der jeweilige Vertreter:

Kreisoberliga: Horst Gruner

(Boris Bauschmann)

Kreisliga A: Reinhold Wolfinger

(Klaus Häuser)

Kreisliga B: Klaus Häuser

(Horst Gruner)

Kreisliga C: Boris Bauschmann

(Reinhold Wolfinger)

KL A/B/C Res.: Horst Gruner

(Klaus Häuser)

Kreispokal/Turniere/AH/Freundschaftsspiele: Klaus Häuser

(Horst Gruner)

Halle Senioren: Horst Gruner

(Reinhold Wolfinger)

Junioren: Reinhold Wolfinger

(Boris Bauschmann)

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