Besuch vom Team des hr-Fernsehens: Für die Sendung "maintower" wird Harez Habib, neuer Spielertrainer der TSG Ober-Wöllstadt, in seinem Zuhause interviewt. Das Ergebnis gibt es am Mittwoch ab 18 Uhr zu sehen.
+
Besuch vom Team des hr-Fernsehens: Für die Sendung "maintower" wird Harez Habib, neuer Spielertrainer der TSG Ober-Wöllstadt, in seinem Zuhause interviewt. Das Ergebnis gibt es am Mittwoch ab 18 Uhr zu sehen.

"Song deines Lebens"

Der "Song deines Lebens" - Karbener Harez Habib im HR-Fernsehen und -Radio

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
    schließen

Der Hessische Rundkfunk sucht den "Song deines Lebens" seiner Zuhörer und Zuschauer - und vor allem die Geschichte dahinter. Gemeldet hat sich auch der Karbener Fußballer Harez Habib.

38 Jahre alt sind sie - der Karbener Fußballer Harez Habib und der Song "Eye of the tiger" der Band Survivor, der als Titelmelodie für den Film "Rocky III" mit Sylvester Stallone längst Kultstatus erreicht hat. Und auch sonst verbindet der gebürtige Afghane Habib viel mit dem Werk der damaligen Bandmitglieder Frankie Sullivan und Jim Peterik - nun wird diese Geschichte vertont und verfilmt.

Habib hat sich auf einen Aufruf des Radiosenders HR 1, der den "Song deines Lebens" von seinen Hörern sucht und die Geschichte dahinter erfahren will, gemeldet. Der Fußballer, der in Karben wohnt, hat sie erzählt: Wie er als Dreijähriger mit seiner Familie aus seiner Heimat Afghanistan nach Deutschland floh, in Nordhessen aufwuchs, Fußballer wurde - und nach einem schweren Schicksalschlag beschloss, sein Talent auf die Probe zu stellen.

Harez Habib: Weg fast bis in die 3. Liga

Binnen zwei Jahren wurde er vom Landesliga- zum Regionalliga-Spieler, verpasste mit dem KSV Hessen Kassel gleich zweimal hintereinander den Drittliga-Aufstieg und spielte 16-mal für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes (4 Tore). "Ich hatte schon vorher die Möglichkeiten dazu, aber ich habe es nie gemacht. Ich war eben ein Spätzünder", sagt Habib heute. Doch bereits mit 29 Jahren ließ er - nur drei Jahre nach seiner ersten Unterschrift unter den Profivertrag - das Leben als Vollzeitfußballer wieder hinter sich. "Es war schön, die Profiwelt kennenzulernen, aber ich wusste immer, was ich im Leben wollte. Und wenn ich mir mein Leben heute anschaue, dann habe ich damals die richtige Entscheidung getroffen."

Er beendete sein Studium, heiratete und zog in den Süden der Wetterau - wo er bis heute wohnt und zur neuen Saison als Spielertrainer des Kreisoberligisten TSG Ober-Wöllstadt eine neue Aufgabe gefunden hat. Bereits im Winter hatte er bei den "Blauen" als Spieler angeheuert, nachdem sich der FC Karben, den er als Spielertrainer zurück in die Gruppenliga Frankfurt-West geführt hatte, im November von ihm getrennt hatte.

Harez Habib und "Eye of the tiger": Eine besondere Beziehung

Seine bewegende Lebensgeschichte hat offenbar auch die Autoren des HR-Fernsehens überzeugt: Ein Team der Sendung "maintower" war am Donnerstag vergangener Woche vier Stunden bei Habib und seiner Frau zu Hause, führte Interviews, schaute alte Fotos und Trikots aus seiner Sammlung an und begleitete ihn ins Training seines neuen Klubs nach Ober-Wöllstadt. "Natürlich war es nicht mein erstes Interview, aber es war trotzdem eine sehr schöne Sache für meine Frau und mich. Ich fühle mich geehrt, dass meine Geschichte ausgewählt wurde, und vielleicht lernen mich die Leute in der Region jetzt auch noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen", sagt Habib, zufrieden mit den Dreharbeiten. Das Ergebnis ist am Mittwoch ab 18 Uhr im HR-Fernsehen zu sehen.

Den Song "Eye of the tiger" und die besondere Beziehung Habibs dazu gibt es bereits vorab auf HR 1 zu hören. Er selbst sagt über den Titel, dessen Beat die Schläge eines Boxers imitieren soll: "Dieser Song hat mich all die Jahre begleitet - von dem Zeitpunkt, als ich mein Glück selbst in die Hand genommen und jeden Tag individuell trainiert habe. Der Song war stetige Motivation für mich im Training und ihn habe ich angehört, wenn ich mich vor einem wichtigen Spiel in den Tunnel gebracht habe."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare