Basketball

Auf solidem Fuß ins Ungewisse

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(tt). Die Frankfurt Skyliners leben noch. Das ist aus Sicht von Gunnar Wöbke, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Basketball-Bundesligisten, eine gute Nachricht in Zeiten der Corona-Krise. Den Hessen sind mit dem vorzeitigen Abbruch der regulären Saison die Einnahmen aus sieben Heimspielen weggebrochen, eine hohe sechsstellige Summe.

Die Ticketerlöse machen ein Drittel des Budgets aus. Im Laufe der Woche will Wöbke genau wissen, wie die Plus-Minus-Rechnung für die Saison 2019/2020 ausfällt. Dank Kurzarbeitergeld, "dem überwiegenden Teil" der Dauerkarteninhaber, die auf Rückforderungen verzichtet haben, und langfristiger Sponsorenverträge stehen die Skyliners auf soliden Füßen.

Wie es in der kommenden Spielzeit weitergeht, ist "total ungewiss". Weder ist klar, wann und wie wieder gespielt werden kann. Ob mit oder nur einem Teil der Zuschauer. "Ich halte es für ausgeschlossen, dass wir am Saisonende vor voller Zuschauerzahl spielen können", befürchtet Wöbke. Die Basketball-Bundesliga arbeitet mit der Handball-Bundesliga und der Deutschen Eishockey-Liga an einem Konzept für die Hallensportarten.

"Wir versuchen das, was wir haben, zu sichern, ohne unsere Mitarbeiterstrukturen und Strukturen in der Jugendarbeit kaputtzumachen", sagt Wöbke. Ausgelaufene Verträge werden derzeit nicht verlängert, die einzigen Profis, die einen Kontrakt haben - Quantez Robertson und Richard Freudenberg - sind in Kurzarbeit. Auch eine Teilnahme am Eurocup haben die Skyliners abgelehnt, weil es viel zu viele Unwägbarkeiten gibt. Kann man durch Europa reisen? Wann kann gespielt werden? Kommt es dann nicht zu Überschneidungen mit dem Liga-betrieb? Verständliche Sorgen.

"Das Positive ist, dass wir bei den großen Sponsorenverträgen langfristige Vereinbarungen haben, die auch das nächste Jahr übersteigen", erklärt Wöbke. Das gilt für Hauptsponsor Fraport genauso wie für Trikotpartner Wisag. Die Akquise von neuen Partnern gestalte sich aktuell natürlich schwierig. "Wir versuchen, unsere Leistungen zu erbringen, die wir zugesagt haben", sagt Wöbke. Auch deshalb sei es für die Skyliners enorm wichtig gewesen, am Finalturnier der BBL teilzunehmen, das sie letztlich als achtes von zehn Teams beendet haben.

Cheftrainer Sebastian Gleim würde normalerweise zum jetzigen Zeitpunkt der Saison mit Agenten telefonieren und an der Zusammenstellung des Kaders arbeiten. "Der Spielermarkt ist aber so ruhig wie nie", sagt der 36-Jährige, der zusammen mit Co-Trainer Klaus Perwas für die Spielersuche verantwortlich ist. Außerdem ist unklar, wie hoch der Etat sein wird.

So wird Gleim in den nächsten Wochen vor allem mit den Nachwuchsspielern Len Schoormann, Bruno Vrcic und Maximilian Begue individuell für die neue Saison arbeiten. Wann immer sie auch beginnen wird.

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