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Södel zu zahm für ausgebuffte Petterweiler

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Ein Kampfspiel wurde erwartet - und die Erwartungen nicht enttäuscht. Wer in der Petterweiler Sporthalle saß und sich das Landesliga-Derby zwischen dem TV Petterweil und dem TSV Södel ansah, konnte froh sein, wenn hin und wieder technisch feine Spielzüge oder trickreiche Aktionen zu sehen waren. Dabei waren es die Gastgeber, die der Partie im zweiten Durchgang den Stempel aufdrückten und verdient das Feld als Sieger verließ konnten. Der 25:19 (12:7)-Erfolg lässt den TVP durchatmen, Södel geht schweren Zeiten entgegen.

Vor allem die Anfangsphase vor gut 350 Zuschauern war zerfahren und geprägt von nervösen und überhasteten Abschlüssen. Somit war es auch kaum verwunderlich, dass es exakt 6:42 Minuten dauerte, bis der erste Treffer fiel. Pierre Lange traf von Halblinks und ließ die Trommler in der stimmungsvollen Halle erstmals so richtig zur Geltung kommen. Es war aber ein anderer Spieler, der dem Spiel in der ersten Halbzeit seinen Stempel aufdrückte. Die der zahmen TSV-Angriffsspieler scheiterten immer wieder am bärenstarken Helmut Michalke im Petterweiler Tor.

Dennoch schafften es die Södeler, trotz des guten Keepers die Partie ausgeglichen zu gestalten. Das bullige Rückraum-Ass Thomas Roth hämmerte in der 16. Minute den Ball zum 3:3 in die Maschen. Doch solch konsequent ausgespielte Angriffe stellten beim TSV die Ausnahme dar. Vielmehr leistete sich der Aufsteiger in der Offensive technische Fehler in Hülle und Fülle. Gleich zwei davon nutzte Petterweils flinker Flitzer Kai Hardt in der 22. Minute aus, als er zwei Gegenstöße zur 8:5-Führung der Gelb-Schwarzen verwandelte. Es waren zwei wegweisende Tore, denn der ehemalige Regionalligist hatte in der Folgezeit keine Schwierigkeiten, davonzuziehen.

Martin Peschke sorgte mit einem schönen Tor aus dem zentralen Rückraum für die 12:7-Pausenführung. »Wir haben unser Augenmerk auf die Defensive gelegt. Nach den zuletzt schwachen Spielen unserer Deckung war das ganz wichtig. Im Umkehrschluss haben wir es nicht verstanden, in unserem Angriff gut zu spielen. Das Ergebnis sagt alles«, ärgerte sich Södels Trainer Thomas Bley, der mit der Geschlossenheit in seinem Team nicht zufrieden sein dürfte.

Auch deswegen verfestigte sich nach dem Seitenwechsel der Eindruck, dass in diesem Wetterau-Derby nur ein Team gewinnen kann. Der TVP führte durch einen Treffer von Martin Peschke in der 41. Minute mit 18:10 - das Spiel war gelaufen und endlich Platz für Handball ohne taktische Konventionen. Alexander Kunkels schön herausgespielter Treffer zum 20:11 (46.) machte den Fans großen Spaß. Immerhin zeigte der Gast Moral und verkürzte durch Roth und Andreas Böhland noch einmal auf 15:22 (55.). Doch eine richtige Aufholjagd kam nicht mehr zustande. »Ich denke es war ein sehr faires Derby. Von Södel hatte ich etwas mehr erwartet. Wir haben in erster Linie sehr gut gedeckt und hatten mit Michalke einen sehr guten Rückhalt.

Es war sicher kein Spiel mit Kabinettstückchen - aber das brauche ich auch nicht. Wichtig sind zwei Punkte, und die haben wir uns verdient«, meinte TVP-Trainer Detlef Ernst.

TV Petterweil: Michalke Malkmus; Hardt (3), Thorsten Koch (1), Alexander Koch (1), Koffler (1/1), Lange (3), Alexander Kunkel (2), Ruppert, Peschke (11/5), Rautschka (2) Scherrer (1), Weis, Trovillion.

TSV Södel: Dominik Malik, Steube; Hofmann (2), Bley, Krahn, Hitzel (6), Weiß, M. Böhland (1), A. Böhland, Lind, Boller (1), Mager, Dönges, Roth (8/3), Witzenberger (1).

Im Stenogramm - Schiedsrichter: Groß/Flath (Dreieich/Rodgau). - Zeitstrafen: 6:10 Minuten. - Siebenmeter: 4/4:4/3. Jan M. Strasheim

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