"Die Situation ist schlecht"

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(msw). Ina Lauster-Ulrich wird mit ihrer Karbener Spielvereinigung wohl nach nur einem Jahr wieder aus der Tischtennis-Bezirksliga Mitte der Damen, Gruppe 2, in die Kreisliga Wetterau absteigen. Die neuerlichen Niederlagen gegen Unterreichenbach mit 0:8 und im Derby in Echzell mit 1:8 am vergangenen Wochenende zeigten einmal mehr den Leistungsunterschied zu den anderen Mannschaften in dieser Spielklasse. Somit fällt das Zwischenfazit der Mannschaftsführerin aus dem Süden der Wetterau in unserem Interview nicht nur positiv aus.

Frau Lauster-Ulrich, nach dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga stehen Sie mit Ihrer Mannschaft auf dem letzten Platz. Wie sehen Sie Ihr Team aktuell?

Für uns war es von vornhe-rein klar, dass wir in einer Klasse mit vier Direktabsteigern keine großen Chance haben würden. Dennoch waren viele Spiele sehr eng und wir hätten mehr erreichen können.

Monika Wittwer war oft nicht mit dabei. Was war der Grund dafür?

Sie hatte Rückenprobleme, sodass sie lange gefehlt hat. Allerdings haben wir ohnehin sieben Spielerinnen, sodass wir uns abwechseln. Für zwei Mannschaften wird es aber auch in der Kreisliga wohl nicht reichen, da Katharina Wiegand studiert und deshalb nicht mehr in jedem Spiel zur Verfügung stehen wird.

Wie kommen Sie mit den vielen Spielen in einer Liga mit insgesamt 14 Teams zurecht?

Wir hatten vor der Saison alle dagegen protestiert, doch von offizieller Seite wurde nicht eingelenkt. Wir waren auch bereit, früher mit der Saison zu beginnen, um ständige Doppelspieltage zu vermeiden. Doch auch das wurde abgelehnt, sodass wir jetzt bis teilweise in den Spessart fahren müssen. Außerdem werden wir auch noch gezwungen, unsere Heimspiele am Wochenende auszutragen. Das macht keinen großen Spaß, aber zumindest können wir uns ja innerhalb der Mannschaft abwechseln.

Derzeit spielen insgesamt nur noch 15 Damenmannschaften im Kreis. Wie wird man diesen Trend stoppen können?

Es fehlt inzwischen eine ganze Generation. Auch wir hatten einmal vier Damenmannschaften. Die Situation beim Nachwuchs ist allgemein schlecht, und bei den Mädchen noch schlechter. Wir haben immer wieder einige Mädchen bei uns in der Halle, doch einige kommen und gehen dann wieder, da das Freizeit- und Sportangebot riesig ist. Wenn ich bei unseren Auswärtsfahrten sehe, was der Main-Kinzig-Kreis für Damen-Mannschaften hat, dann kann ich nur staunen. Vielleicht ist das Konkurrenzangebot dort einfach geringer. Wir haben mit Sören Sobek zwar einen professionellen Trainer in Karben, doch auch er ist nur an einem Tag in der Halle. Für die beiden anderen Trainingstage muss unser Jugendwart Randolf Muthig einen Plan aufstellen, wer von den aktiven Spielern die Hallenaufsicht übernimmt. Und ob diese Person dann sinnvolles Training machen kann oder nicht, ist dann eher dem Zufall überlassen.

Wie sieht es mit den vielen inzwischen inaktiven Damen aus?

Ich werde ständig von einigen ehemaligen Spielerinnen angesprochen, doch spielen tut am Ende fast keine. Anders war das nur bei Sandra Pflug, die aber auch nur deshalb wieder angefangen hat, da auch ihre Tochter inzwischen selbst spielt. Diese ist allerdings inzwischen nach Ober-Erlenbach gewechselt, da sie dort bessere Möglichkeiten hat.

Wo sehen Sie die kurzfristige Zukunft Ihrer Mannschaft?

Uns fehlt eine Zwischenklasse zwischen der Bezirksliga und der Kreisliga, denn nur zu verlieren ist frustrierend, nur zu gewinnen ist langweilig. Wir bräuchten eine Klasse, in der wir Mittelmaß sind. Deshalb spielen wir gerne bei den Herren, da wir uns dort die Klasse, in die wir von der Spielstärke hingehören, aussuchen können. Dennoch werden wir weiterhin auch bei den Damen spielen und nur als Ersatz bei den Herren antreten.

Wenn Sie zwischen der Bezirksliga und der Kreisliga frei entscheiden könnten, welche Klasse würden Sie wählen?

Das ist wirklich schwierig zu sagen. In der Kreisliga kennt man die Leute seit Jahrzehnten, aber es ist wohl das kleinere Übel, da die Fahrten nicht so weit sind. Wenn wir nach dem zu erwartendem Abstieg wieder aufsteigen sollten, werden wir das trotzdem wieder wahrnehmen. ARCHIVFOTO: PE

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