Corona erschwert auch 2021 die Planung der heimischen Vereine. Absagen ursprünglich angedachter Veranstaltungen schon zu Jahresbeginn sind keine Seltenheit. 	SYMBOLFOTO: IMAGO
+
Corona erschwert auch 2021 die Planung der heimischen Vereine. Absagen ursprünglich angedachter Veranstaltungen schon zu Jahresbeginn sind keine Seltenheit. SYMBOLFOTO: IMAGO

Planung unmöglich

Sicher ist die Unsicherheit

  • Christoph Sommerfeld
    vonChristoph Sommerfeld
    schließen

Vereinsjubiläum, aber die Stimmung ist bescheiden. »Runde« Geburtstage sind in Zeiten von Corona kein Segen für Sportklubs. Drei Vereinsvorstände erklären, wie sie planen - oder eben nicht.

Neues Jahr, neues Glück? Von wegen. Auch 2021 ist auf heimischer Vereinsebene erst mal Schmalhans Küchenmeister angesagt. Ein Wiederaufleben des Klublebens hängt weiter von den Politikern und der schwer zu planenden Corona-Zahlen ab. Auf sportlicher Ebene wartet alles auf die nächste Entscheidung »von oben«. Erste Verbände in Hessen haben ihre Spielzeiten für beendet erklärt, andere verlängerten die Saisonunterbrechung. Aber was ist mit der Veranstaltungsplanung? Dem Teil des Vereinslebens, der als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb oftmals unerlässlich ist.

Der SV Teutonia Staden kann heuer auf 100 Jahre Vereinsleben zurückblicken. Doch in Feierlaune ist man im Florstädter Ortsteil so gar nicht. »Es gibt eigentlich keine Planungen mehr für 2021. Es ist so gut wie alles abgesagt. Wir feiern 2022«, verrät Jörg Stürtz. Der Teutonen-Vorsitzende, sein Vorstand und die Mitglieder hätten einiges vorgehabt. »Wir wollen aber nicht mit Abstand und Hygienevorschriften ein Fest machen. Wenn wir feiern, dann bitte richtig.« Und so steht schon zu Beginn des eigentlich großen Jahres fest, dass die Veranstaltungswoche im Juni nicht stattfindet. Tag der Gymnastik, Tag der Jugend, eine Disco, eine Schlagernacht sowie eine Fußballpartie mit alten Bekannten. All das stand beim SV Teutonia auf der Agenda. »Wir haben ja auch eine Wanderabteilung und für September eine Landesverbandswanderung im Kalender. Das ist das Einzige, was noch nicht abgeblasen ist«, sagt Stürtz.

Der mögliche Festkommers im Februar, dem Gründungsmonat der Stadener, bleibt dagegen wohl nur ein Wunschtraum. Ein bisschen Hoffnung kann der Klubchef den Mitgliedern aber doch noch machen: »Es soll einen Bildband geben, eine Art Vereinschronik«, kündigt Stürtz an.

U 23-EM im Radball bereits abgesagt

Im Sportkreis Wetterau wird es für 2021 ohnehin schwierig, einen Termin für feierliche Anlässe zu bekommen. Eine Vielzahl von Vereinsjubiläen steht an. Alleine 15 Klubs machen das Jahrhundert voll. So auch der Radfahrerverein Teutonia Wölfersheim. Der 120 Mitglieder zählende Klub hatte sich bereits auf zwei sportliche Großereignisse gefreut. »Wir hatten schon die Zusagen für die Hessischen Jugend-Meisterschaften im Kunstrad und die U 23-EM im Radball«, erklärt der Vorsitzende Holger Heßler. Die Hessenmeisterschaft sollte im März über die Bühne gehen, muss nun aber ausfallen. »Und auch die für September angesetzte EM haben wir im Dezember 2020 schweren Herzens abgesagt. Diese Veranstaltung hätte eine lange Vorlaufzeit erfordert, um beispielsweise nach Sponsoren zu suchen. Das können wir bei den aktuellen Unwägbarkeiten einfach nicht stemmen«, sagt Heßler, der sich aber vom europäischen Verband immerhin die EM-Zusage für 2022 gesichert hat.

Und so sind es die kleinen Dinge, an denen sich die Mitglieder in harten Zeiten aufrichten. Beim Schützenverein Assenheim - ebenfalls 1921 gegründet - ist das die Freude über die vorhandene Trainingsmöglichkeit. »Zwei Personen dürfen zeitgleich auf den Schießstand. Das Angebot wird rege genutzt«, gibt SVA-Vorsitzende Mariele Zobel zu verstehen. Die Klubchefin versucht, so gut es geht, mit den Menschen im Verein in Verbindung zu bleiben. Die Kommunikation im Vorstand erfolgt meist per E-Mail. Die nicht mehr ganz so jungen Mitglieder informiert sie per Brief. Zu den Feierlichkeiten im anstehenden Jahr sagt sie: »Ins Auge gefasst hatten wir ein Wochenende im Mai. Eine Art Sommerfest nach den Ferien wäre auch denkbar. Ich denke, es könnte, wenn überhaupt, auf einen kleinen Festkommers hinauslaufen. Aber aktuell kann man ja überhaupt nichts planen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare