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Trainer Christian Breiler - im Bild als A-Jugend-Coach des TV Hüttenberg - geht bei der HSG Gedern/Nidda in seine zehnte Saison als Trainer der Frauenmannschaft.

Frauenhandball

Wie sich die HSG Gedern/Nidda abhebt

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Der Kader ist nahezu unverändert. Der Trainer bleibt trotz des Abstiegs aus der 2. Bundesliga. Die HSG Gedern/Nidda unterscheidet sich von vielen anderen Klubs.

(hep). Sie ist wohltuend anders, diese Spielgemeinschaft an der Nahtstelle zwischen Vogelsberg und Wetterau. Davon konnten sich über 100 geladene Gäste bei dem mittlerweile vierten Handball-Abend der HSG Gedern/Nidda im Kurhaus Bad Salzhausen überzeugen. Der frühere ARD- und HR-Moderator Werner Damm führte abermals durch die hervorragend organisierte Veranstaltung, die in diesem Jahr von einem Hauch internationalen Flairs umgeben war. Eine Delegation aus Gederns amerikanischer Partnerstadt Columbia/Illinois war ebenso anwesend, wie eine Vertreterin der Firma Linak, dem Werbepartner der Spielgemeinschaft, die vom Hauptsitz der Firma in Guderup aus Dänemark angereist war.

Dass die HSG nicht nur 3. Liga Frauenhandball darstellt, sondern insgesamt sechs Mini- acht Jugend- und fünf Aktiven-Mannschaften verkörpert, war zu jedem Moment der Veranstaltung spürbar.

Bei der Vorstellung der ersten Männermannschaft drehte sich vieles um die verpasste Aufstiegschance. Die Mannschaft von Trainer Andreas Nau hatte lange um den Aufstieg aus der Bezirksliga A mitgespielt, am Ende allerdings mit leeren Händen dagestanden. Die Ausrede "Verletzungen" wollte Nau alleine nicht gelten lassen. "Es gab andere Mannschaften die es zu 100 Prozent wollten, wir nicht", analysierte er und erklärte, dass man es erneut versuchen wolle. Er räumte allerdings ein, dass es in diesem Jahr ungleich schwerer wird, da einige Konkurrenten mächtig aufgerüstet haben.

Mit großem Beifall wurde die zweite Frauenmannschaft empfangen, die sich die Meisterschaft in der Bezirksliga A gesichert hatte und in Bezirksoberliga aufgestiegen ist. Mittlerweile haben sich der Mannschaft weitere Spielerinnen angeschlossen. Das erweitert nicht nur den Kader von Neu-Trainer Manfred Gerum, sondern führt auch dazu, dass eine zusätzliche Mannschaft in der C-Klasse gemeldet wurde.

Bevor die eigentliche Vorstellung der ersten Frauenmannschaft erfolgte, wurde Neuzugang Emely Nau begrüßt, die vom Ligakonkurrenten HSG Kleenheim/Langgöns an die Nidda wechselt. Sie ist jung, variabel und kampfstark und soll auf den Außenpositionen eingesetzt werden. Bei der HSG trifft sie auf etliche Spielerinnen mit denen sie in der Jugend der HSG Hungen/Lich einige Hessenmeisterschaften errungen hatte.

Bei der Vorstellung des HSG-Aushängeschilds, der ersten Frauenmannschaft, wurde in hohem Maß deutlich, was Gedern/Nidda so besonders macht. Die Mannschaft ist, so wie es vor dem Bundesliga-Aufstieg abgesprochen war, zusammen geblieben, obwohl einigen Spielerinnen durchaus attraktive Anfragen vorlagen. Ebenso bemerkenswert ist, dass der 42-jährige Trainer Christian Breiler weiterhin im Amt bleibt und in sein zehntes Jahr bei den Grünhemden geht.

HSG-Chef Martin Schindler zeigte noch weitere positive Aspekte auf. "Viele Kenner der Szene hatten uns ohne Verstärkungen aus dem Profibereich nichts zugetraut. Wir haben respektable 15 Punkte geholt, von den letzten vier Spielen drei gewonnen, das letzte Heimspiel vor voller Halle ausgetragen, und beim letzten Auswärtsspiel hat uns eine große Fangemeinde begleitet", freute er sich. "Die Mannschaft hat den Wunsch geäußert die Trainingsintensität nach dem Abstieg unverändert beibehalten zu wollen", streicht er heraus. Das alles lässt auf weitere Handball-Festtage in Nidda schließen. Vorschusslorbeeren weist Schindler zurück. "Mit Kristin Amos müssen wir zunächst auf unsere wurfstärkste Spielerin verzichten. Sie wird wohl länger ausfallen", informiert er und erweist sich abschließend selbst als Kenner der Szene. "Um ganz vorne zu spielen, braucht es einen Lauf. Ob der sich einstellt, ist nicht zu prognostizieren", meinte er.

Erinnern wollte er abschließend an den im Januar verstorbenen Klaus Pfaff, der entscheidend am Erfolg und Aufschwung der HSG Gedern/Nidda beteiligt war und im Gedenken seiner HSG weiter leben wird.

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