Handball

Seltene Favoritenrolle

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(pie). Im fünften Spiel der Handball-Bundesliga empfängt die HSG Wetzlar am Sonntag um 16 Uhr die HSG Nordhorn-Lingen. "Ziel muss natürlich sein, den Aufsteiger zu schlagen, wir brauchen die Punkte", macht HSG-Coach Kai Wandschneider klar. "In diesem Spiel sind wir Favorit, das sind wir nicht allzu oft. Diese Rolle müssen wir annehmen." Mit 3:5 Punkten gestartet, erwartet das Wetzlarer Umfeld einen Sieg gegen den Aufsteiger, um mit ausgeglichenem Punkteverhältnis in die nächsten schweren Spiele gehen zu können. Denn in der Folge warten die HBW Balingen/Weilstetten und die Rhein-Neckar Löwen, die HSG hat zudem den SC Magdeburg, MT Melsungen und im Pokal den THW Kiel zu Gast.

Nach dem Kracher gegen den deutschen Meister aus Flensburg, dem die HSG einen überraschenden Punkt abknöpfte, nimmt sich der Zuschauerzuspruch eher bescheiden aus. "Wir haben bisher etwa 3200 Karten abgesetzt, das lässt mich schon ein wenig enttäuscht zurück", sagt HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. Auch die eigens eingerichteten Familienangebote am ersten Sonntagspieltag scheinen ihr Ziel zu verfehlen. Allerdings kommt am Sonntag auch kein Spitzenklub in die Rittal-Arena, sondern mit der HSG Nordhorn-Lingen ein Aufsteiger, der eine eher wenige attraktive Begegnung erahnen lässt.

Die Wetzlarer Defensive reicht noch nicht an die Leistungen der letzten Runde heran. Es mangelt zwar nicht an der kämpferischen Einstellung, aber die Wetzlarer scheinen etwas an Leichtfüßigkeit verloren zu haben. Dafür ist man schneller in den Gegenstößen, läuft davon erstaunlich viele, beim Bergischen HC sogar 14 mit Torerfolg, und auch die zweite Welle läuft immer besser.

Beim Aufsteiger gab knapp einen Monat nach Trainingsstart gab Trainer Heiner Bültmann, letzte Runde als Trainer des Jahres in der 2. Liga ausgezeichnet, seinen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen (Erschöpfungssyndrom) bekannt. Es übernahm Co-Trainer Ralf Lucas für zwei Wochen die Vorbereitung der Mannschaft auf die erste Erstligasaison seit zehn Jahren. Am 19. August wurde Geir Sveinsson als neuer Chef an der Seitenlinie vorgestellt. Der Isländer kennt die Bundesliga, brauchte keine lange Bedenkzeit, sich auf das Abenteuer Nordhorn einzulassen. Die Aufstiegs-Mannschaft konnte zusammengehalten und punktuell verstärkt werden. Den größten Fisch angelte man sich mit Rechtsaußen Robert Weber, der vom SC Magdeburg kam.

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