1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Mit Selbstvertrauen, aber auch offenen Fragen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(mn) Sechs Siege, zwei Niederlagen, 39:18 Tore: Die Bilanz der vierwöchtigen Saison-Vorbereitung des EC Bad Nauheim liest sich durchaus vielversprechend - und ist trügerisch zugleich. Der Eishockey-Oberligist, der am Freitag (19.30 Uhr) zum Auftakt der Meisterrunde beim letztjährigen Süd-Finalisten EC Peiting antreten muss und am Sonntag (19 Uhr, Colonel-Knight-Stadion) dann den EHC Klostersee empfängt, hat sich in sämtlichen Partien mit Klubs aus den unterlegenen Landesverbänden sowie zwei schwer einzuschätzenden Mannschaften aus Tschechien gemessen und musste während der extrem kurzen Testspielphase zudem personell improvisieren.

Am Sonntag, beim 8:0-Erfolg gegen Bayernliga-Meister Schweinfurt, fehlten gleich fünf Stammspieler, von denen aber einzig Sven Breiter am Freitag definitiv mit einem Kieferbruch ausfallen wird. Hinter den Einsätzen von Kevin Richardson und Eric Haiduk stehen Fragezeichen, mit Tobias Schwab und Christian Franz ist wieder zu rechnen. Zu den Gewinnern der Vorbereitung zählt gewiss Boris Ackers. Der Torwart blieb zuletzt gar dreimal in Folge ohne Gegentreffer; das ist auch gegen unterklassige Mannschaften alles andere als selbstverständlich. Beim Anspiel wurde Kyle Piwowarczyk seinem Ruf als Bullykönig gerecht, die beiden Spiele am Wochenende haben die Junioren Jannick Stripeke und Pierre Wex genutzt, um Pluspunkte zu sammeln. »Das hat mir gefallen. Ich hoffe, sie werden daran anknüpfen können«, sagt RT-Trainer Fred Carroll, der am Montag mit der Mannschaft ordentlich Gas gab. In Oppenrod wurden auf der Kart-Rennbahn Runden gedreht. Doch: Wo steht der EC Bad Nauheim unmittelbar vor dem Saisonstart? Die wichtigsten Fragen hat die WZ mit dem 46-jährigen Übungsleiter erläutert.

Welche Aussagekraft hat die Vorbereitung angesichts der Spiele gegen unterklassige Gegner? »Natürlich ist das keine optimale Lösung«, sagt Carroll, der sich Vergleiche gegen Zweitligisten oder ausländische Erstligisten gewünscht hatte. »Zu diesem Zeitpunkt war aber nichts zu machen.« Einen Kontakt nach Salzburg hatte er aufgenommen und auch einen italienschen Klubs an der Angel, doch zerschlugen sich diese Bemühungen. Da die Zweitligisten bereits die Punktrunde aufgenommen hatten, bestand auch hier keine Möglichkeit. Hinzu kommt der Standort-Nachteil der Hessen, denn der strukturstarke Süden testete in direkten Vergleichen auf höherem Level. »Dennoch haben die Siege Selbstvertrauen gebracht. Und dreimal ohne Gegentor zu bleiben, ist auch nicht alltäglich.«

Wer passt zu Kyle Piwowarczyk und Kevin Richardson? »Im Augenblick wohl Dennis Cardona«, sagt Carroll und hofft, am Freitag auf den Stand-by-Spieler zurückgreifen zu können. »Das ist noch offen«. Zuletzt hatte Piwowarczyk als Center Alexander Althenn und Jannick Stripeke geführt - gegen den Bayernliga-Meister durchaus gelungen.

Welcher der sieben Verteidiger sitzt am Freitag auf der Bank? Fred Carroll droht hier ein Luxus-Problem in der Abwehr. Marc Kohl konnte das Fehlen von Christian Franz durchaus nutzen, um sich für weitere Einsätze aufzudrängen. »Er wurde in Mannheim gut ausgebildet und hat die U18-Nationalmannschaft im Hinterkopf. Ich bin absolut zufrieden«, sagt Carroll, der dem Neuzugang auch eine feste Rolle in den Unterzahl-Formationen zutraut. Christian Franz muss nun hingegen einen Trainingsrückstand von rund einer Woche aufholen. »Wir werden vielleicht mit sieben Verteidigern beginnen«, lässt Carroll alle Optionen offen.

Ist die Mannschaft nach nur vier Wochen für den Auftakt gerüstet? Die Roten Teufel haben die kürzeste Vorbereitung aller elf Oberligisten absolviert. Zum Vergleich: Herne steht sechs Wochen länger auf dem Eis. »Damit müssen wir leben«, sagt Carroll, der für Freitag dennoch keine unliebsame Überraschung erwartet. »Wir dürfen nicht verkrampfen, sondern müssen locker an die Aufgabe herangehen und Geduld zeigen. Peiting hat den größeren Druck. Ich denke, wir haben eine gute Ausgangsposition.«

Auch interessant

Kommentare