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Sebastian Volp (l.) und sein Bruder Manuel Volp sind das Herz des SV Nieder-Weisel - auf und neben dem Platz.

Fußball

Sebastian Volp: "Bin in die Rolle reingeboren"

Der SV Nieder-Weisel ist ein kleines Familienunternehmen. Sebastian Volp spricht über die Vorschriften seines Vaters und warum er mittlerweile in der Abwehr spielt.

Der SV Nieder-Weisel ist ein kleines Familienunternehmen: Die Brüder Sebastian und Manuel Volp fegen in der Kreisoberliga über den Platz, Vater Günter übernimmt Funktionärsrollen und spielt im Team der alten Herren weiterhin selbst. Und seit Jahren läuft es beim Butzbacher Vorstadtclub, dessen "Volp-Prägung" in der Region weit bekannt ist, ihn mitunter charakterisiert. Im Interview spricht Sebastian über den Stellenwert des Fußballs in der Familie, was ihn an der Sportart reizt und wieso es beim Grillen sonntags nur ein Topthema gibt.

Sebastian Volp, am Sonntag hat ihr Bruder mit vier Toren den Sieg herbeigeführt, welchen Eindruck hinterlässt das bei ihnen?

Sebastian Volp:Es bedarf nicht unbedingt eines Viererpacks, um den Wert meines Bruders im Team darzustellen. Wir wissen alle im Verein, dass Manuel einer unserer wichtigsten Spieler ist, der in den letzten Jahren regelmäßig die meisten Tore erzielt hat, der aber auch genauso viel wie ich für den Verein tut. Wenn man sich unsere Homepage und Social-Media-Auftritte anschaut, ist dort ganz viel mein Bruder beteiligt.

Und Manuel ist eher im Sturm beheimatet und sie in der Defensive?

Volp:Ich glaube wir sind beide tendenziell offensiv denkende Spieler. Als ich früher in die Aktiven kam, bin ich ein bisschen nach vorne gerückt, damals war ich noch jung und körperlich fit. Im Laufe der Jahre wird man nun mal nicht schneller, deshalb bin ich dann wieder nach hinten zurückgekehrt. Ich glaube, das entspricht auch mehr meinem Spielverständnis. Bei meinem Bruder ist es ähnlich, er hat seine Stärken im läuferischen Bereich und im Abschluss und wir haben nicht so viele Stürmer. Deswegen gibt es da aktuell eigentlich nur ihn.

Sie nutzen also mittlerweile ihre Erfahrung für diese zentrale Position?

Volp:Absolut, das ist dann das Plus eines älteren Spielers gegenüber eines jüngeren. Das Attribut Erfahrung muss man irgendwann in die Waagschale werfen.

Um schon so lange dabei zu sein, braucht es einen Reiz der Sportart. Wo liegt der bei ihnen?

Volp:Einerseits das sportliche Messen, darüber hinaus hat der Sport für mich einen enorm integrativen Faktor. Ich glaube es ist die einfachste und beste Möglichkeit, jemanden einzubinden, beziehungsweise um selbst Anschluss zu finden. Der Fußball macht für mich einen großen Reiz aus, weil die Gemeinschaft auf und neben dem Platz für mich einen hohen Stellenwert hat. Die Phrase "elf Freunde müsst ihr sein" hat meiner Meinung nach immer noch Bedeutung.

Die Gemeinschaft steht bei ihnen auch im Kontext der Familie, wie kam es dazu?

Volp:Die Entwicklung war eigentlich eine ganz natürliche. Mein Vater war jahrelang Spieler, dann auch Trainer, später Vorsitzender. Da wird man in eine Rolle reingeboren. Wobei mein Vater uns nie vorgeschrieben hat, beim SV Nieder-Weisel zu bleiben, das haben mein Bruder und ich uns selbst ausgesucht. Aber es spielt natürlich schon eine Rolle, dass man einen Vater hat, der so verwurzelt und irgendwo auch ein Vorbild ist.

Warum kommt das so häufig vor?

Volp:Ich denke man orientiert sich in der Familie auch an Eltern oder größeren Geschwistern. Und wenn man merkt, der Vater oder große Bruder ist total zufrieden damit, wie es läuft, erhebt sich das auch auf einen selbst, so dass man stolz darauf sein kann, gemeinsam als Familie etwas auf die Beine stellen zu können.

Hat das Einfluss auf die Harmonie in der Familie?

Volp:Klar, wenn wir uns mal sonntagabends zum Grillen treffen und es wurde mittags gewonnen, ist die Stimmung deutlich besser. Wir unterhalten uns innerhalb der Familie sehr viel über Fußball. Meine Mutter und meine Schwester runzeln auch mal die Stirn, weil sie gerne über etwas anderen reden würden.

Ist das auch mitverantwortlich für den Erfolg des Vereins?

Volp:Absolut, ich glaube es ist auch das, was andere Vereine in uns sehen. Ein familiär geführter Verein, wo man sich schon seit Jahren kennt. Ich denke, dass das den Erfolg ausmacht. Dazu gehört auch die Jugendarbeit, die wir wieder forcieren wollen.

Wie geht es in Zukunft weiter?

Volp:Ich will mich noch auf das Fußball spielen konzentrieren, so lange mein Körper das mitmacht. Da gucke ich immer von Jahr zu Jahr. Sonst ist geplant, nach meiner aktiven Karriere auch wieder in das Traineramt überzugehen. Da ist vielleicht auch mal eine Aufgabe außerhalb des SV Nieder-Weisel reizvoll, aber damit beschäftige ich mich noch überhaupt nicht.

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