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Sebastian Haas: »Wir geben nicht auf«

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Sebastian Haas, Trainer des Fußball-B-Ligisten SV Rosbach, spricht über seine beendete Laufbahn und die Aufstiegschancen seines Vereins.

Der SV Rosbach hat am Sonntag wertvollen Boden im Kampf um die Meisterschaft der B-Liga, Gruppe 2, verloren. Die Mannschaft von Sebastian Haas unterlag im Heimspiel gegen Inter Reichelsheim mit 0:2 und hat nun acht Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze – bei einem Spiel Rückstand. Haas hat aber im Kampf um den einzigen Aufstiegsplatz in die Kreisliga A noch nicht aufgegeben. Der 30-Jährige, der früher unter anderem für den VfB Friedberg, SV Steinfurth und SV Gronau spielte, ist seit knapp fünf Jahren Trainer auf dem Sportgelände in Nieder-Rosbach und hat den 2009 wieder in den Spielbetrieb eingestiegenen Verein in die oberen Gefilde der B-Liga geführt. In der vergangenen Saison verhinderte nur der schlechtere direkte Vergleich gegenüber dem SV Gronau II den Sprung nach oben.

In diese Spielzeit waren die Rosbacher in der vermeintlich schwächsten B-Liga-Gruppe als Mitfavorit auf den Titel gestartet, auch wenn insbesondere der Abgang von Torjäger Colin Nesbitt nach Rodheim schmerzte. In die Bresche sprang Haas selbst, der nach einer längeren verletzungsbedingten Pause schon zum Ende der vergangenen Runde sporadisch selbst wieder auflief und in dieser Spielzeit bislang 21 Tore erzielt hat.

Dabei wird es wohl auch bleiben, nachdem sich Haas im ersten Spiel nach der Winterpause bei Emekspor Friedberg (6:0) eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen hat. Im Interview mit Michael Wiener spricht Sebastian Haas über seine weitere Laufbahn und die Chancen im Aufstiegsrennen nach der Niederlage gegen Inter Reichelsheim.

Sebastian Haas, wie geht es Ihnen fünf Wochen nach den Vorkommnissen aus der Partie bei Emekspor Friedberg?

Sebastian Haas: Ich war zunächst im Krankenhaus und musste unter anderem eine Gehirnerschütterung auskurieren. Die Nachwirkungen im Gesicht sind heute teilweise noch da. Ich habe immer noch eine taube Unterlippe und Schmerzen beim Essen.

Wann werden wir Sie wieder auf dem Fußballplatz sehen?

Haas: Für mich ist sicher, dass ich nicht mehr spielen werde. Das brauche ich nicht mehr.

Warum?

Haas: Mein Gegenspieler von Emekspor hat schon im Hinspiel im Rücken des Schiedsrichters mehrere Tätlichkeiten begangen und vorher mehrmals angekündigt, mich vorsätzlich verletzen zu wollen. Dazu kam es, als ich nach einem Foul von ihm am Boden lag und plötzlich einen Tritt mit den Stollen voraus ins Gesicht bekommen habe. Diesen hatte der Schiedsrichter nicht gesehen, die Tätlichkeit hatte also für meinen Gegenspieler keine Konsequenzen. Es ist schade, dass solche Leute weiter Fußball spielen dürfen. Was muss man noch machen, um mal länger aus dem Verkehr gezogen zu werden? Der Täter ist zuvor schon mehrfach auffällig gewesen. Er darf dennoch weitermachen. Das widerspricht meinem Verständnis von Gerechtigkeit. Die Folge ist, dass gute Fußballer aufhören, weil sie sich das nicht mehr antun wollen. An diesem Punkt bin ich jetzt auch.

Nach der Emekspor-Partie hat Ihre Mannschaft nur einen Punkt aus den drei Spielen gegen die drei Mittelfeld-Mannschaften Groß-Karben II (1:1), Ober-Hörgern II (1:2) und Rodheim II (2:4) geholt.

Haas: Wie es genau dazu gekommen ist, kann ich nicht sagen, weil ich bei zwei Partien wegen meiner Gehirnerschütterung nicht dabei war. Wir mussten aber unser Spiel umstellen, weil es offensiv zum Teil auf mich zugeschnitten war. Klar ist, dass unser Anspruch gegen diese drei Teams höher war, als nur einen Punkt zu holen.

Gegen Inter Reichelsheim fehlten am Sonntag einige Akteure, wie zum Beispiel die offensivstarken Sebastian Winkler, Maurice Frei, Christian Schütz und Marcel Dietz. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Haas: Es war ein verdienter Sieg für Inter. Wir haben schwach gespielt. Das spielerische Element im Mittelfeld hat völlig gefehlt. Wenn wir als Mannschaft funktioniert hätten, hätten wir eine Chance gehabt. Die Abstände waren aber zu groß und alle zweiten Bälle sind beim Gegner gelandet. Wichtig war, dass wir nicht noch das dritte Tor kassiert haben. So ist der direkte Vergleich genau ausgeglichen [Anm. d. Red.: 2:0/0:2].

Wie stehen nun die Chancen des SV Rosbach im Titelkampf?

Haas: Vom Papier her sieht es so aus, als ob alles entschieden ist. Aber wir geben nicht auf. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen und da sein, wenn sich vielleicht nochmal eine Tür öffnet und Inter patzt. (mw)

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