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"Schwimmen als Event"

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(sno) 24 Stunden Schwimmen am Stück - mit diesem Angebot lockte die DLRG-Kreisgruppe Gießen am Wochenende über 330 Teilnehmer ins Westbad. Hier lesen Sie die Beweggründe, den Kostenfaktor und Eindrücke von jungen Schwimmern.

Zum dritten Mal wurde vom DLRG am Wochenende eine Marathon-Veranstaltung im Westbad ausgerichtet. Von Samstag, 14 Uhr, bis Sonntag, 14 Uhr, schwammen 336 Teilnehmer insgesamt 49068 Bahnen und legten 2453,4 Kilometer zurück. Auch nachts um 3 Uhr, wie Christian Momberger, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim DLRG, versichert: »Es war zu jeder Zeit was los.« Das konnten Leute wie Momberger oder Alexander Sack, der 1. Vorsitzende der DLR-Kreisgruppe Gießen, aus erster Hand berichten. Denn sie waren wie andere Helfer nonstop in Einsatz. Ein Wochenende mit ganz wenig Schlaf und ganz viel Dienst für den Sport.

Warum fand die Veranstaltung statt? Alexander Sack nennt drei Gründe: 1. Werbung für den DLRG - Es geht auch darum, darauf aufmerksam zu machen, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, aktiv zu werden. "Ich muss kein Top-Schwimmer sein, kann auch in der Jugendarbeit helfen", erklärt Sack (45, Staufenberg). 2. Der DLRG sieht sich in der Verantwortung, das Schwimmen in Gießen attraktiver, bekannter zu machen. "Wir wollen aus dem Schwimmen ein Event machen. Wenn die Kinder Medaillen als Anreiz haben, kommen sie im nächsten Jahr vielleicht wieder.

" 3. Es geht auch um die eigene Finanzierung der DLRG-Kreisgruppe Gießen. Das Vereinsheim muss instandgehalten werden, die Ausbildungsarbeit kostet, jedes Jahr wird für alle Helfer eine Feier organisiert. Dafür wird gespart.

Rund 1800 Euro für die Nutzung des Westbades

Zahlen musste die DLRG-Kreisgruppe aber auch.  Rund 1800 Euro gingen an die Stadtwerke, abgerechnet nach Personen und Stunden. Im nächsten Jahr sind bereits 2000 Euro als Pauschale angekündigt worden. Ein satter Betrag. Aus Sicht der Teilnehmer aber lohnt sich dieses Engagement allemal. Viele sind dankbar, darunter auch die zehnjährigen Luke Flack, Benjamin Paul und Dennis Jung. Die drei Kesselbacher: »Wir haben immer geschaut, wo der andere gerade ist. Wir lieben das Tauchen, es war toll.« Rund sechs Stunden ist das junge Trio insgesamt geschwommen. Auf die Frage, wie lange sie denn noch schwimmen wollen, antwortete Luke Flack: "Drei Jahre". Und Benjamin Paul: "So zehn Jahre".

Natürlich waren das Aussagen, die nur begrenzt ernst zu nehmen sind, unterhaltsam aber sind sie allemal. Denn sollten sich die Vorhersagen bewahrheiten, sind beide mit 20 Jahren keine Schwimmer mehr. Genau dieses Phänomen beschäftigt die DLRG-Kreisgruppe Gießen. Zwei Drittel der Mitglieder sind unter 26 Jahre alt, danach folgt ein extremer Einbruch. Führungspositionen zu besetzen, fällt immer schwerer. Mehr zu dieser Problematik und eine ausführliche Darstellung der Gesamtsituation im Schwimmen in Gießen und Umgebung finden Sie in der Donnerstagsausgabe der Gießener Allgemeinen Zeitung oder im E-Paper.

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