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Schwarzer Sonntag für Rote Teufel

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Der EC Bad Nauheim hat durch die höchste Heim-Niederlage der Saison, das 1:6 gegen den SC Riessersee, den Anschluss zu Rang sieben der Deutschen Eishockey-Liga 2 verpasst, das erste Null-Punkte-Wochenende der Spielzeit 2013/14 zu akzeptieren und obendrein den dritten Langzeit-Ausfall in der Abwehr zu verdauen.

Top-Verteidiger Dan Ringwald schied in der Anfangsphase der Partie aus. Eine Schienbeinverletzung - das Bein wurde ruhig gestellt - lässt eine wochenlange Pause des Kanadiers erwarten. Mit Chris Heid, dessen Comeback nach einer Gehirnerschütterung noch nicht absehbar ist, und Daniel Ketter (Haarriss im Mittelfuß, frühestens im Januar wieder dabei) sowie Stürmer Dennis Reimer (Handbruch) stehen gleich vier Spieler langfristig nicht zur Verfügung.

Vor 2221 Zuschauern konnte der Aufsteiger aus der Wetterau - gerade angesichts des derzeitigen Mammut-Programms (am Dienstag geht’s obendrein zum letzten Hessen-Cup-Spiel zu den Kassel Huskies) - den Substanzverlust nicht mehr kompensieren und zeigte ein schwaches Spiel. »Riessersee war von der ersten bis zur letzten Minute klar besser. Wir waren nie im Spiel«, resümierte RT-Trainer Frank Carnevale, während sein Kollege Toni Krinner hoch zufrieden war. »Wir haben diese Partie als Playoff-Spiel angesehen, wollten Bad Nauheim auf Distanz halten, und das ist gelungen, in dem wir das Team im eigenen Drittel gut beschäftigt haben.«

Die Gastgeber wirkten nach dem frühen Ringwald-Aus (Schuss in Unterzahl geblockt) zunächst geschockt und mit zunehmender Spielzeit physisch und mental platt. In der Verteidigung, in der zwischenzeitlich Sven Schlicht aushalf, lastete die Verantwortung nach dem Kraftakt vom Freitag (2:5 in Ravensburg) auf zu wenigen Schultern, was Riessersee mit aggressivem Spiel zum Vorteil zu nutzen verstand. Bezeichnend: die Gegentreffer vier bis sechs. Torwart Thomas Ower, der eine höhere Niederlage verhindern konnte, hielt den jeweils ersten Schuss, doch standen die RT-Verteidiger beim Rebound viel zu weit weg von ihrem Gegenspieler und konnten den Nachschuss nicht verhindern.

Für den SC Riessersee endeten am Abend gleich mehrere Serien. Fünfmal in Folge hatten die Garmisch-Partenkirchener zuletzt auswärts verloren und waren bis zu ihrem Führungstor 187 Minuten in fremden Stadien ohne Torerfolg geblieben. Überhaupt konnte der SCR erst zum vierten Mal mehr als zwei Auswärtstreffer erzielen.

Riessersee ging nicht unverdient mit einer knappen Führung in die erste Pause, und der Ausgleich (ein Schuss von Alexander Baum wurde abgefälscht) war im Grunde nicht mehr als ein Strohfeuer (25.). Zu schwach zeigte sich der ECN im Spiel nach vorne. Garmisch nutzte prompt die folgende Überzahl zur erneuten Führung (27.) und Bad Nauheim hatte in den folgenden Minuten reichlich Probleme, sich einmal strukturiert zu befreien. Als Morton Lie kurz vor dem zweiten Wechsel den 1:3-Zwischenstand markieren konnte, war das spätere Ende der Partie bereits zu erahnen.

EC Bad Nauheim: Ower - Baum, Ringwald, Götz, McMonagle, Pietsch - Pinizzotto, Lange, Strauch, Beca, Carnevale, Helms, Oppolzer, Dorr, Lavallee, Schlicht, May.

SC Riessersee: Hogan - Kathan, Hilpert, Eichinger, Benedikt Kastner, Baumgartner, Staltmayr - Lie, Bohmbach, Maximilian Kastner, Regan, Kracik, Dibelka, Vollmer, Rimbeck, Kink, Thomas, Geschmeißner, Pauli.

Im Stenogramm: Torfolge: 0:1 (17.) Kracik (Dibelka, Regan), 1:1 (25.) Baum (Oppolzer, Strauch - 5-4), 1:2 (28.) Dibelka (Kracik, Maximilian Kastner - 5-4), 1:3 (39) Lie (Bohmbach, Rimbeck), 1:4 (47.) Regan (Dibelka, Staltmayr), 1:5 (48.) Bohmbach (Eichinger, Benedikt Kastner), 1:6 (55.) Regan (Baumgartner, Rimbeck - 5-4). - Schiedsrichter: Cori Müns. - Strafminuten: Bad Nauheim 12 plus zehnminütige Disziplinarstrafe (Schlicht), Riessersee 14. - Zuschauer: 2221. Michael Nickolaus

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