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Eigengewächs Jonas Koffler vom TV Petterweil ist der herausragende Spieler der Handball-Landesliga Mitte. FOTO: NICI MERZ

Handball

Mit schwarz-gelbem Herzen: Wie Jonas Koffler den TV Petterweil prägt

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Eigengewächs, Torschützenkönig, Führungsspieler: Jonas Koffler spielt beim TV Petterweil eine Ausnahmerolle.

Wenn es am Sonntag in der Sporthalle Sauerbornstraße zum Derby der Handball-Landesliga zwischen dem TV Petterweil und der TG Friedberg kommt, richtet sich die Aufmerksamkeit in erster Linie auf Jonas Koffler. Der drückt dem Spiel des Tabellenführers aus dem Karbener Stadtteil den Stempel auf. Mit 160/21 Toren und einer Quote von 9,41 Prozent pro Spiel ist er in dieser Saison der herausragende Schütze der Liga.

Jonas Koffler lebt seit seiner Geburt in Petterweil und darf damit als waschechtes Eigengewächs bezeichnet werden. In Richtung Lehramt studiert er Mathematik und Sport, um danach in einer Schule zu arbeiten. Dass bereits im Alter von drei Jahren die ersten Kontakte zum Handball zustande kamen, liegt in der Familie begründet. Vater Gerhard, der selbst Handball gespielt hat, hatte ihn seinerzeit mit in die Halle genommen. Daneben war sein Opa als Handball-Schiedsrichter tätig, außerdem übten beide Onkel diesen Sport ebenso aus wie auch seine Brüder. "Also hatte ich keine andere Wahl", sagt Jonas Koffler.

Angefangen mit den Minis bis hin zur A-Jugend stehen insgesamt acht Bezirksmeisterschaften in seiner Vita. Die Handball-Fans haben Koffler zwar in erster Linie als Rückraumschützen im Kopf, übersehen dabei aber oft, dass er auch ein ausgezeichneter Abwehrspieler ist. Zu verdanken ist dies seinem Vater, der ihn als Jugendspieler nahezu durchgängig trainierte und seine Mannschaftsaufstellungen gerne nach der Abwehrleistung der jeweiligen Spieler ausrichtete. "Also musste ich insbesondere dort gute Leistungen zeigen", sagt Jonas Koffler.

Im Petterweiler Landesliga-Team agiert er im Abwehr-Mittelblock, was ihn als einen kompletten Spieler ausweist. Seinen Platz im Rückraum fand er bereits in jungen Jahren, und er gesteht ein, sich dort wohl zu fühlen. Sein Stellenwert im schwarz-gelben Trikot wird deutlich, wenn man Koffler nach Vorbildern oder Lieblingsvereinen befragt. Ein handballerisches Vorbild gibt es nicht. "Ich habe früher bei unserer ersten Mannschaft zugeschaut und gehofft, irgendwann dort selbst einmal zu spielen." Erst auf Nachfragen ist dann zu erfahren, dass seine Sympathien der SG Flensburg/Handewitt gelten, natürlich neben dem TV Petterweil. So verwundert es auch nicht, dass er sich bei vorliegenden Anfragen anderer Vereine zwar über die Wertschätzung freut, einen Wechsel allerdings nicht in Betracht zieht. Die Tatsache, mit guten Freunden und gemeinsam mit dem Bruder Handball zu spielen, bedeute ihm sehr viel.

Handballs schätzt er als Sport mit eigener Schnelligkeit, mit körper- und kampfbetontem Einsatz. Dass es dabei darauf ankommt, als Team zu funktionieren und als Einheit zusammen zu stehen, streicht er zusätzlich heraus. Auch abseits des Spielfeldes zeigt sich Koffler sportlich. Zur Uni nach Frankfurt fährt er gerne mit dem Fahrrad, das er auch dazu benutzt, um längere Touren zur Saalburg oder auf den Herzberg zu unternehmen. Den meisten Spaß am Sport hat Jonas Koffler jedoch, wenn ein Ball im Spiel ist.

Nachgefragt

Jonas Koffler, der TV Petterweil führt die Landesliga unangefochten an. Was sind die Gründe dafür?

Da wir uns seit der letzten Saison im Mannschaftsgefüge kaum verändert haben, sind wir als Team eingespielt. Außerdem denke ich, dass die Leistung auch eine Folge der Euphorie und der Unterstützung unserer Zuschauer ist. Wir haben nicht nur bei unseren Heimspielen immer eine sehr lautstarke Fangemeinde, sondern auch bei Auswärtsspielen kommen regelmäßig viele Petterweiler mit, um uns anzufeuern. Das ist einmalig in unserer Liga.

Wie beurteilen Sie die bisherige Saison; einerseits aus Sicht der Mannschaft, andererseits für sich persönlich?

Die Mannschaft spielt eine richtig gute Saison. Wir schaffen es, die momentan vielen Ausfälle zu kompensieren, und haben uns insbesondere in konditionellen Angelegenheiten verbessern können. Ich persönlich bin recht zufrieden mit der bisherigen Saison. Wir könnten dieses Jahr einen großen Schritt schaffen, und das wäre für das gesamte Team ein großer Erfolg.

Sie sind in dieser Saison der herausragende Schütze der Liga. Ist das für Sie das logische Ergebnis Ihrer Entwicklung oder eine "Leistungsexplosion"?

Im Vergleich zu den letzten Spielzeiten würde ich behaupten, dass ich nun etwas mehr Erfahrung mitbringe und dem Team so weiterhelfen kann. Insgesamt finde ich, dass man nicht nur auf die individuellen Leistungen im Handball schauen sollte, sondern vielmehr auf die mannschaftliche Darbietung, denn alleine lässt es sich schwer spielen. Es ist also sehr wichtig, beim Handball die Interessen des Teams zu verfolgen und als Teil eines Teams zu funktionieren.

Als Tabellenführer erwartet der TV Petterweil nun die TG Friedberg als Tabellenletzten. Gerade solche Spiele haben für Ihre Mannschaft oftmals eine Hürden dargestellt, wie die Niederlage in Hüttenberg unterstreicht. Wie wird der TV Petterweil in diese Partie gehen?

Wir werden dieses Spiel wie jedes andere Spiel angehen. Wir müssen bei diesem Spiel an die letzten Leistungen anknüpfen, um gegen Friedberg zu bestehen, denn Friedberg ist eine Mannschaft, gegen die es sehr unangenehm ist zu spielen. Wenn wir nicht zu 100 Prozent unsere Leistung abrufen können, wird es schwierig werden zu gewinnen.

Wie wird das Spiel ausgehen, und wie viele Koffler-Tore werden die Fans bejubeln dürfen?

Ich hoffe, wir werden gewinnen. Die Zahl an Treffern, die ich erzielt, ist mir dabei egal

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