Schritt für Schritt

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(js). "Wir müssen weiterhin kreativ und lösungsorientiert handeln, auf bewerte Konzepte setzen, jedoch auch neue Wege erschließen, sodass der Leistungshandball in Hüttenberg über die Corona-Pandemie hinaus Bestand hat." Was bedrohlich klingt, beschreibt nicht nur mittlerweile den Alltag von Fabian Friedrich, dem Geschäftsführer des TV 05/07 Hüttenberg, sondern aller Handball-Erst- und Zweitligisten.

Zu Beginn der Saison hieß es, zwei Geisterspiele wird man finanziell verkraften können. Nach aktuellem Stand kommen im November für Hüttenberg Nummer drei und vier hinzu - unklar, was im Dezember sein wird. Von noch neun offenen Partien bis Jahresende haben die Mittelhessen fünf in der "heimischen" Rittal-Arena vor sich. Wie und ob das stattfindet? Unklar.

Hoffnung stecken alle Vereine vor allem in den Blick in Richtung Leipzig. Dort liegen seit Ende Oktober die Ergebnisse des Forschungsprojektes "Restart-19" vor, bei dem der SC DHfK Leipzig mit der Uni Leipzig mehrere Varianten mit Zuschauern in Hallen testete. Mit den positiven Ergebnissen und der Erkenntnis, dass Handballspiele oder auch Konzerte nahezu ohne Ansteckungsrisiko stattfinden können, hofft Leipzigs Geschäftsführer Karsten Günther nun, in den Dialog mit den Regierungsentscheidern zu treten und damit Hallenveranstaltungen wieder möglich zu machen. Dies könnte der Dominostein für alle anderen Vereine sein, um Spiele mit Zuschauern durchzuführen.

Neben all der Hoffnung läuft der sportliche Wettbewerb, auch für die junge Mannschaft des TV Hüttenberg und ihren Trainer Frederick Griesbach. Die Corona-Krise auszublenden, ist auch für seine Jungs nicht einfach, aber: "Die Jungs wachsen immer mehr zusammen, das Teamwork wird immer besser. Wir machen in jedem Spiel Entwicklungsschritte und hoffen, dass das auch bei den Zuschauern zu Hause rüberkommt, auch wenn es für uns alle keine einfache Situation ist", so Griesbach.

Mit dem Ziel, den Aufsteiger aus Wilhelmshaven zu schlagen, scheiterte der TVH am ersten Spieltag vor leeren Rängen im eigenen Sportzentrum. Gezeichnet waren die ersten Spiele von fehlender Konstanz und daraus resultierenden Phasen, in denen die Mannschaft über zehn bis 15 Minuten gänzlich den Faden verlor.

So auch geschehen bei der DJK Rimpar, als die Hüttenberger mit 1:8 nach 15 Minuten hinten lagen und das Duell schon entschieden war. "Zu jung", "zu unerfahren" - viele solcher Aussagen fielen abseits der Mannschaft im Anschluss bereits. Griesbach stellt sich dabei allerdings demonstrativ vor seine Mannschaft: "Wir müssen den Jungs Fehler zugestehen. Das gehört in ihrem jungen Alter dazu. Wichtig ist, dass wir immer unsere Einstellung und unseren Kampf beibehalten und dann werden wir unsere Erfolge holen."

Knapp scheiterten Schreiber und Co. zu Hause gegen Aufstiegskandidat SG BBM Bietigheim (20:22) und beim haushohen Aufstiegsfavoriten VfL Gummersbach (29:30), doch der Aufwärtstrend war klar erkennbar. Vor zwei Wochen sollte dann endlich der Knoten zumindest teilweise platzen, als dem bis dato verlustpunktfreien HC Elbflorenz ein Punkt abgeknöpft wurde (33:33). Gekrönt wurde der sportliche Aufschwung mit dem durchaus 24:20 in Eisenach.

Doch allen ist bewusst, dass dies nur eine Momentaufnahme ist, zumal die Tabelle wenig aussagekräftig ist. Durch coronabedingte Absagen und Verschiebungen hat zum Beispiel Bietigheim erst zwei Partien absolviert, während Hüttenberg bisher sechs Spiele absolvieren konnte. Und so hoffen alle Verantwortlichen für die kommende Woche auf eine möglichst unproblematische Rückkehr ihrer Nationalspieler in Sachen Infektionen, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Und doch bleibt die Hoffnung, gemeinsam Lösungen mit der Regierung zu finden. Für den Dezember und für den Erhalt der Handball-Bundesliga, wie wir sie seit Jahren kennen.

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