Schon wieder in der Corona-Falle

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(jsa). Auf dem Weg in das letzte Saisondrittel wird die Sorge in der 1. und 2. Handball-Bundesliga vor Corona-Infektionen und -Folgen größer, die zur Folge hätten, dass der Spielbetrieb möglicherweise nicht regulär zu Ende geführt werden kann. Noch dazu kommen die gesundheitlichen Folgen für die Infizierten und teils unklaren Auswirkungen für die Betroffenen.

Ganz akut trifft die Pandemie vor allem den TuS Ferndorf. Mit erst 17 absolvierten von 36 Saisonspielen steht die zeitliche Durchführung der offenen Zweitliga-Partien stark auf der Kippe. Seit Dienstag stehen die entscheidenden medizinischen Untersuchungen an, denn die Mannschaft aus dem Siegerland befindet sich bereits in ihrer dritten Quarantäne. Besonders schwer wiegt diese, weil es den Kader mit voller Wucht erwischte. Acht Spieler und ein Mitglied des Betreuerstabes wurden Anfang März positiv getestet. »Alle Betroffenen hatten auch Symptome«, wie Dirk Stenger, einer von zwei Geschäftsführern, mitteilt. Bis zum heutigen Tag befinden sich die betroffenen Personen nicht zurück im Trainingsbetrieb, dafür ist das Ergebnis der sportmedizinischen Untersuchungen ausschlaggebend. Das Positionspapier »Return to Sport« des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Rückkehr in den Trainingsbetrieb sieht nach einer Infektion mit Symptomen eine sportmedizinische Untersuchung zwingend vor. Diese darf 14 Tage nach einem letztmals positiven Test durchgeführt werden. Im schlimmsten Fall und schlechten Untersuchungsergebnissen droht dem betroffenen Spieler ein Sportverbot von mindestens drei Monaten!

Noch 19 Partien bis 30. Juni offen

Zu den organisatorischen und gesundheitlichen Anforderungen gesellt sich auch die immer schwerer werdende sportliche Aufgabe. Mit noch 19 offenen Spielen, der Hoffnung auf einen Wiedereinstieg in den Ligabetrieb am 9. April gegen Hamm-Westfalen und einer Saison, die spätestens am 30. Juni enden soll, lässt sich leicht erahnen, was auf den TuS zukommt. In Abstimmung mit Andreas Wäschenbach, dem Leiter der Spielorganisation der HBL, wurde nun ein Spielplan für die Ferndorfer inklusive der acht nachzuholenden Partien erstellt, der mit den betroffenen Vereinen noch abgestimmt werden muss. Nach diesem hätte das Team von Trainer Robert Andersson ab dem 9. April 82 Tage bis zu besagtem 30. Juni, um die Saison regulär zu Ende zu bringen. Gleichbedeutend damit wäre aber, dass absolut keine Infektion mehr auftritt. Weder bei Ferndorf noch bei einem anderen Team.

Auch der TV Hüttenberg hat am vorletzten Spieltag noch ein Duell gegen den TuS ausstehen. »Wenn du fünf Wochen komplett aus dem Training raus bist, besteht ein hohes Verletzungsrisiko. Das ist eine große Sorge unserer Verantwortlichen. Wir werden genau checken müssen, wer welche Belastung verträgt, wenn wir quasi im Vier-Tage-Rhythmus spielen über zwei Monate«, gibt Stenger noch mal Einblicke in die Gedanken der Verantwortlichen.

Neben Ferndorf waren auch die SG BBM Bietigheim und der EHV Aue von teils mehreren Quarantäneanordnungen betroffen. Im schwersten Infektionsfall traf es den Cheftrainer des EHV, Stephan Swat. Der 44-Jährige musste im November für zwölf Tage ins künstliche Koma verlegt werden, verbrachte insgesamt 47 Tage auf der Intensivstation. Mit 20 Prozent bezifferten die Ärzte zwischenzeitlich seine Überlebenschance, inzwischen befindet er sich wiederholt in der Reha und zumindest zeitweise im Kreise seiner Familie. Der MDR sprach vor zwei Wochen mit ihm. Bereits Ende Oktober hatte es einen seiner Spieler getroffen, vier Wochen später erhielt Swatz selbst mit zahlreichen anderen Spielern ein positives Testergebnis. Gleichbedeutend damit war die zweite von ebenfalls drei Quarantäneanordnungen während der Saison.

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