Schnell vergessen und Lehren ziehen

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Es war kaum zehn Minuten her, dass der allerletzte Schuss in der vorletzten Sekunde eines überhaupt unfassbaren Schlussdrittels die Frankfurter Löwen mitten ins Herz getroffen hatte, da öffnete sich in den Katakomben der Eissporthalle am Frankfurter Ratsweg die Tür zum Kabinengang. Carter Proft drückte sich hindurch, mit Kopfhörern in den Ohren und versteinerter Miene, und verschwand sogleich einen Eingang weiter im Kraftraum – da versuchte offenbar einer, eine Löwen-Ladung Frust direkt mit den Hanteln abzupumpen, während aus der Kabine laute Flüche der Kollegen nach außen drangen.

Es war kaum zehn Minuten her, dass der allerletzte Schuss in der vorletzten Sekunde eines überhaupt unfassbaren Schlussdrittels die Frankfurter Löwen mitten ins Herz getroffen hatte, da öffnete sich in den Katakomben der Eissporthalle am Frankfurter Ratsweg die Tür zum Kabinengang. Carter Proft drückte sich hindurch, mit Kopfhörern in den Ohren und versteinerter Miene, und verschwand sogleich einen Eingang weiter im Kraftraum – da versuchte offenbar einer, eine Löwen-Ladung Frust direkt mit den Hanteln abzupumpen, während aus der Kabine laute Flüche der Kollegen nach außen drangen.

"Das war kein Spaß, das hat uns den Abend versaut und eine Topleistung auch", meinte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier am Morgen nach einem der verrücktesten Comebacks, zum Leid der Löwen. 4:0 nach zwei Dritteln und 5:2 siebeneinhalb Minuten vor Schluss hatten Proft und Co. im dritten Finalspiel der DEL 2 am Ostermontag gegen die Ravensburg Towerstars geführt, um doch zu verlieren – 5:6, die letzten beiden Gegentore 38 Sekunden und eben einen Zeigerschlag vor Schluss. "Nach dem Spiel war das frustrierend, aber eine Nacht später ist das abgehakt", berichtete Fritzmeier, als der Tross am Dienstag um elf Uhr in den Bus nach Ravensburg gestiegen war, wo die Endspielrunde heute (19.30 Uhr) schon weitergeht. "Ravensburg führt 2:1, aber man muss vier Mal gewinnen, um Meister zu werden. Wir haben alles in eigener Hand.", betonte Fritzmeier.

Schnell vergessen, was am Ostermontag sonst geschehen war – Lehren sollten schon aus diesem denkwürdigen dritten Akt gezogen werden. "Wenn wir unsere Lektion lernen, können wir den Titel holen. Und wenn nicht, verdienen wir ihn auch nicht", folgerte Matti Tiilikainen schlicht. Es gebe viele Gründe, aber keine Ausreden für diese Niederlage, sagte der Headcoach. Es ehrte die Löwen aber auch, nicht wenigstens einen Teil der Schuld bei den Unparteiischen abzuladen, dabei hätte es da Grund zu Klagen gegeben. Vor dem vierten Gegentor drei Minuten vor dem Ende etwa balancierte Schütze Mathieu Pompei den Puck über ein paar Meter mit der Hand, das war zumindest ebenso fragwürdig wie die Strafzeiten gegen gleich zwei Löwen vor dem dritten Gegentor und die allgemeine Beurteilung des recht ruppigen, provokanten Ravensburger Auftretens. Vor allem aber gingen wegen einer klaren Abseitsstellung und eines Stockschlags gegen Dan Spang den entscheidenden Towerstars-Treffern in letzter Minute krasse Fehlentscheidungen voraus.

Die Frankfurter schossen sich darauf nicht ein. "Wir haben es selbst verbockt", meinte Tiilikainen nur, Fritzmeier befand: "Wir haben viel Lehrgeld bezahlt in dieser Saison, teils aus eigener Schuld, teils aus anderen Gründen. Das war jetzt der Höhepunkt an Kuriositäten, damit ist das vorbei." In einem schließlich war er sich gegen Ende eines wahnwitzigen Jahres in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys sicher: "So ein letztes Drittel passiert nicht noch einmal."

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