EC schlägt Kassel glanzlos

(mw) Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie langweiliger; man konnte nicht mal davon sprechen, dass sie von der Spannung lebte. Die einen konnten nicht, die anderen wollten nicht. Oder Bietigheim in den Knochen, Ravensburg im Sinn: Der EC Bad Nauheim hat am gestrigen Abend glanzlos den zweiten Sieg im zweiten Hessen-Cup-Spiel der Saison gefeiert. Beim 2:1 (2:1, 0:0, 0:0) gegen die Kassel Huskies bekleckerten sich die Roten Teufel allerdings nicht mit Ruhm.

Was zählt, sind die drei Punkte auf dem Weg zum Pokalsieg und die Tatsache, dass sich niemand verletzt hat. "Diese zwei Dinge sind wichtig", bilanzierte EC-Coach Frank Carnevale trocken.

Es war das erste Wiedersehen zwischen beiden Klubs in der neuen Saison, nachdem die Huskies das geplante Pokal-Heimspiel wegen Personalproblemen im Oktober abgesagt hatten. Vor fast genau sieben Monaten hatten die Roten Teufel in Kassel im fünften Spiel der Finalserie die Meisterschaft geholt. Während die Schlittenhunde seither in der dritthöchsten deutschen Spielklasse gegen die Mitfavoriten Niederlagen bezogen und den Rest zumeist haushoch geschlagen haben, haben sich die Bad Nauheimer in der DEL 2 akklimatisiert.

Daniel Oppolzer und Dennis Reimer mussten aufseiten der Bad Nauheimer passen, dafür erhielten die Junioren Maximilian Spöttel und Goran Pantic Eiszeit – allerdings nur im ersten Drittel. Verteidiger Pantic lief dabei als Stürmer auf, sodass Carnevale anfangs mit vier offensiven Reihen agierte. Später ergänzte Tim May sporadisch die dritte Reihe. Die Kasseler boten exakt drei Reihen auf, wobei unter anderem Huskies-Ikone Manuel Klinge (Weisheitszahn) und Top-Verteidiger Sven Valenti (kleine Verletzung noch nicht ausgeheilt) fehlten.

Vom Glanz, der Brisanz und der Atmosphäre vergangener Derbys war gestern kaum etwas zu spüren. Mit zunehmender Spieldauer gab es immer weniger Höhepunkte auf dem Eis. Am Ende siegten die Roten Teufel verdient, weil Kassel nicht in der Lage war, die Unzulänglichkeiten und einfachen Fehler der Bad Nauheimer härter zu bestrafen. Zwar hatten die Gastgeber die Partie optisch jederzeit im Griff, doch Kassels Torhüter Kristian hatte aus EC-Sicht viel zu wenig Beschäftigung.

Die Tore fielen allesamt im ersten Drittel und waren identisch in der Entstehung. Schuss – Torwartabpraller – Abstauber – Tor. Beim 1:1 durch Christian Billich (17.) war Teufel-Goalie Bartels allerdings kein Vorwurf zu machen. Nur 134 Sekunden später war Taylor Carnevales Treffer nach einem Pinizzotto-Schuss und der Abwehr von Kristian bereits das Tor zum Endstand. Nach sieben Minuten hatte Kevin Lavallee die Gastgeber im Powerplay in Führung gebracht.

Bemerkenswert war nach der ersten Pause auf dem Eis nur noch, dass Dorr in doppelter Unterzahl (Ketter hatte gefoult, Helms das Spiel angeblich verzögert/30.) ein Solo in Richtung Kristian startete – und knapp scheiterte. Am Ende probierte Kassel mit sechs Feldspielern alles, blieb aber zu harmlos.

EC Bad Nauheim: Ower – Ringwald, Mc Monagle, Götz, Heid, Baum, Ketter, Pietsch – Beca, Carnevale, Pinizzotto, Lavallee, Dorr, Helms, Schlicht, Lange, Strauch, May, Pantic, Spöttel.

Kassel Huskies: Kristian – Engel, Stein, Glusanok, Alexander Heinrich, Gulda, Willascheck – Snetsinger, Billich, Doyle, Wycisk, Pohanka, Schwab, Böhm, Kostyrev, Christ.

Steno: Tore: 1:0 (7.) Lavallee (Mc Monagle, Helms – 5-4), 1:1 (17.) Billich (Doyle, Snetsinger), 2:1 (19.) Carnevale (Mc Monagle, Pinizzotto). – Strafminuten: Bad Nauheim 8, Kassel 8. – Zuschauer: 1562.

***

Zwischenstand:

1. EC Bad Nauheim 2 7:4 6

2. Löwen Frankfurt 3 9:9 3

3. Kassel Huskies 3 5:8 3

Die zwei verbleibenden Spiele der Bad Nauheimer: 4. Dezember in Frankfurt, 17. Dezember in Kassel.

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