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»Schäme mich für den HFV«

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Zu »Spielfeld-Kolume« vom vergangenen Samstag.

WZ-Sportredakteur Christoph Sommerfeld sei gedankt für seine kommentierenden Anmerkungen. Dank am Rande auch dafür, dass in seinem dreiteiligen Kommentar kein einziges Mal das Wort »Eishockey« vorkam. Das ist selten in der WZ.

Redakteur Sommerfeld ist ein freundlicher, höflicher und zurückhaltender Kommentator. Das seit mehreren Monaten anhaltende Tun und Treiben an der Spitze des Hessischen Fußball-Verbandes könnte man auch deutlich schärfer beleuchten, als er es tut. Als ehemaliger HFV-Mitarbeiter, der 42 Jahre ehrenamtlich im Verband tätig war (28 Jahre Kreisfußballwart, neun Jahre Verbandsjugendausschuss u. a.) erinnere ich mich an einen Hessischen Fußball-Verband unter souveräner, fairer und geradliniger Führung beispielsweise mit Persönlichkeiten wie Otto Andres oder Hans-Hermann Eckert an der Spitze.

Als ernannter »Ehrenkreisfußballwart« - auf diesen Titel lege ich allerdings absolut keinen Wert und keine Bedeutung mehr - schäme ich mich für den HFV. Alle negativen Vorurteile, die regelmäßig geäußert werden, wenn in Gesprächen das Wort Funktionär fällt, werden durch die jetzige HFV-Führung eindrücklich bestätigt: Funktionäre, die angeblich der Sache dienen, meinen damit nur das eigene Profil und die persönliche, die eigene Sache. Jeder, dem das Wohl und Wehe des Fußballs in den hessischen Vereinen, Kreisen und im Verband am Herzen liegt, kann sich nur schütteln beim Blick auf das Theater an der HFV-Spitze.

Dass es nach einem erneuten Verbandstag im September besser wird, wage ich beim Blick auf das vorgesehene Personal stark zu bezweifeln. Hier werden weiter die alten Seilschaften gepflegt, indem nur ein bisschen an den Sesseln gerückt wird, an denen die Amtsträger weiter kleben. Was nun unabdingbar angepackt werden müsste, ist ein Neubeginn mit fachlich kompetenten Fußballern - ohne die Funktionäre, die das jetzige Desaster mit angerichtet haben. Wie aber registriert werden muss, soll es jetzt lediglich darum gehen, dass die vorhandenen Funktionäre nur kurz das »Trikot« (das Amt) wechseln und an anderer Stelle weiterwerkeln. Dafür ist ein außerordentlicher Verbandstag mit Kosten von 50 000 bis 70 000 Euro zu teuer und hinausgeworfenes Geld.

Rainer Dreut , Butzbach

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