Kickers Horlofftal

Das sagen die Reichelsheimer Vereine zu Kickers Horlofftal

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Die Geschichte von Kickers Horlofftal beginnt in einem Streit zwischen einigen Betreuern der JSG Horlofftal und den Stammvereinen dieser Jugendspielgemeinschaft. Nun sprechen deren Vorstände.

Die Geschichte von Kickers Horlofftal beginnt in einem Streit zwischen einigen Betreuern der JSG Horlofftal und den Stammvereinen dieser Jugendspielgemeinschaft. Am Ende der Geschichte steht die Trennung der Trainer und damit auch die etlicher Kinder von den Vereinen SV Reichelsheim, SV Echzell und KSV Bingenheim – was für reichlich Gesprächsstoff in den Orten und unter den Vorständen gesorgt hat (lesen Sie hier die Gründungsgeschichte aus der Sicht von Kickers Horlofttal).

JSG Horlofftal muss nach dem Streit G- und F-Junioren von Grund auf neu aufbauen

Cenk Gönül als Vorsitzender in Reichelsheim, sein Bingenheimer Amtskollege Frank Oestreich und die Echzeller Jugendleiterin Karin Roos sagen unisono: Sie hatten das Gefühl, dass die jetzigen Vorstände und Trainer von Kickers Horlofftal, ein Jugendleistungszentrum aus ihrer seit 20 Jahren gut funktionierenden Jugendspielgemeinschaft hätten machen wollen. Als das Konzept für einen Jugendförderverein nicht genauer erklärt wurde, Forderungen nach weniger Kontrolle laut wurden und die Reichelsheimer im Zuge dessen einen Betreuer entlassen hätten – und der Rest der Trainer der F- und G-Junioren ihm gefolgt sei – sei es schließlich zum Bruch gekommen. "Die Herrschaften haben Vorstellungen, die bei uns nicht realisierbar sind. Man kann bei uns auf dem Dorf nicht den Fußball neu erfinden. Sie wollten eigenständig und ohne Kontrolle von außen sein. Wenn sie meinen, sie müssen das machen, dann sollen sie es tun", sagt Gönül, der das Kapital am liebsten eher heute als morgen abgeschlossen sehen möchte.

Wäre da nicht der nun nötige Neuanfang bei F- und G-Junioren. Derzeit stehe nicht einmal fest, ob die JSG in diesen Altersklassen für die kommende Spielzeit überhaupt Mannschaften melde. Zur Freistellung des Trainers erklärt er, dass parallel zu den Gesprächen zwischen den Vereinen und heutigen Kickern schon Informationsabende für Eltern veranstaltet und Verhandlungen mit anderen Vereinen über den Aufbau neuer Strukturen gelaufen seien. "Der Trainer hat gegen den Verein gearbeitet, da musste der Vorstand einfach Konsequenzen beschließen", erklärt Gönül. "Wir mussten zwar damit rechnen, dass dann auch alle anderen Trainer gehen, aber so war es ein Ende mit Schrecken, zumal ich inzwischen bereits wieder Anfragen für eine mögliche Rückkehr von Kindern habe. Also scheint dort auch nicht alles rund zu laufen." Überhaupt habe er als Vorsitzender nicht den (Jugend-)Fußball, sondern den gesamten Verein im Blick zu behalten und die Interessen der verschiedenen Abteilungen in Gleichklang zu bringen. "Das Ganze hat drei Vereine jetzt fast ein Jahr blockiert. Für uns ist es nun abgeschlossen. Wir versuchen, uns neu aufzustellen", sagt Gönül.

Gerüchte über Abwerbeversuche und illegale Freundschaftsspiele

Von dieser Warte sieht es auch die Echzeller Jugendleiterin Roos, die den Abgang von Trainer und Spielern allerdings "schon sehr bitter" nennt, schließlich habe ihre JSG überhaupt keine Zeit gehabt, um zu reagieren, und daraufhin gleich drei Mannschaften abmelden müssen. Aus diesem Grund hätten viele Kinder und ihre Eltern auch keine Wahl gehabt, als zu wechseln, damit die jungen Fußballer auch weiterhin mit ihren Freunden und Trainern zusammenspielten. Dennoch sagt auch sie: "So wie diese Leute Jugendfußball anbieten, können und wollen wir das nicht." In der JSG gehe es darum, dass jedes Kind Fußballspielen können soll – unabhängig der Leistungsfähigkeit. Die Ablehnung der Implementierung eines Leistungsgedankens durch einen Jugendförderverein habe daher den Ausschlag gegeben. Roos sagt: "In Zukunft werden Kinder und Eltern über den Zustand der Kickers Horlofftal entscheiden. Wir machen in jedem Fall unsere Spielgemeinschaft weiter, auch wenn wir unter dem Ganzen arg gelitten haben."

Roos berichtet außerdem von Gerüchten über Abwerbeversuche, Ansprachen von Trainern an Kinder und Eltern und nicht zuletzt über Anrufe auswärtiger Mannschaften bezüglich Freundschaftsspielen, die sie für die JSG nie vereinbart hatte. Überhaupt sei die Namensgleichheit "Horlofftal" nicht unbedingt förderlicher für alle Vereine. "Sie zerstören mit alledem einen Teil unserer Jugendarbeit, die über Jahre gut funktioniert hat", sagt Roos.

Wie nachhaltig ist die Neugründung von Kickers Horlofftal wirklich?

Ebenso wie Gönül und Roos ist auch der Bingenheimer Oestreich skeptisch, was die langfristige Tragfähigkeit des Konzepts der neuen Konkurrenz angeht, schließlich seien die meisten Trainer Väter von Kindern und hätten zudem noch wenig Erfahrung. "Es gibt nun einmal nicht nur G-, F- und E-Junioren. Was passiert denn, wenn die Jungs der Eltern irgendwann nicht mehr spielen? Ich denke, es wird sich zeigen müssen, wie langfristig das alles ist", sagt er. "Für uns muss und wird es irgendwie weitergehen, auch wenn es jetzt noch schwerer wird."

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