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Ruwen Filus muss weiter warten

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Nicht zufrieden mit seinem Spiel: Ruwen Filus. Links neben seinem Kopf ist Bundestrainer Jörg Rosskopf zu sehen.	(Foto: Görlich)
Nicht zufrieden mit seinem Spiel: Ruwen Filus. Links neben seinem Kopf ist Bundestrainer Jörg Rosskopf zu sehen. (Foto: Görlich) © Ralph Görlich

Ruwen Filus schüttelte mit dem Kopf. Er haderte, war unzufrieden. Immer wieder suchte er Blickkontakt mit seinem Trainer. Doch auch die Tipps in der Auszeit nutzten nichts mehr. Der Florstädter im Dress des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell verlor sein Einzel beim Finale der Tischtennis-Bundesliga gegen den Düsseldorfer Panagiotis Gionis mit 1:3 in den Sätzen und ärgerte sich maßlos über seine Leistung.

Für die Fuldaer reichte es beim 1:3 in der Frankfurter Fraport-Arena vor 3200 Zuschauern gegen den Rekordmeister wie im Vorjahr nicht zur Deutschen Mannschafts-Meisterschaft und einem Sieg im »deutschen Classico des Tischtennis«, wie Hallensprecher Norbert König sagte.

Filus war direkt nach der Partie enttäuscht von sich selbst und sagte: »Unsere neue Aufstellung war eigentlich perfekt. Ich hatte die Chance, auf 2:1 zu stellen. Dann wäre für uns alles drin gewesen. Aber ich habe meine Möglichkeiten nicht nutzen können und zu viele Fehler gemacht«. Der Abwehrspezialist war an Nummer drei aufgestellt worden und musste in der dritten Partie des Tages ran. Vor dem ersten Ballwechsel war klar, dass Fulda für einen Gesamterfolg wohl einen Filus-Sieg braucht. 1:1 hatte es nach Siegen von Christian Süß (Fulda/3:0 gegen WM-Viertelfinalist Patrick Franziska) und Timo Boll (Düsseldorf/3:0 gegen Wang Xi) gestanden, nach drei gewonnenen Einzeln steht der Gesamtsieger fest.

Der 27-jährige Filus hatte sich im ersten Satz ein Abwehrduell auf hohem taktischen Niveau mit dem Weltranglisten-19. geliefert. Filus lag mit 8:10 hinten, als ihn ein Kantenball-Winner zürückbrachte. Vier Punkte in Folge für die Nummer 42 der Welt bedeuteten die 1:0-Führung. Filus ballte die Faust, zeigte viele positive Emotionen am Tisch und wurde immer wieder von den Fuldaer Fans nach vorne gepeitscht (»Ru-wen, Ru-wen«). Doch er konnte seinen Rhythmus gegen den Griechen nicht halten. Nach zwei klaren Sätzen von vorneweg für Gionis (11:6, 11:5) brachte bereits der vierte Durchgang die Entscheidung. Filus verlor nach dem 6:6 fünf Punkte in Folge und verließ kopfschüttelnd den Tisch.

Düsseldorf hatte danach also Matchball, und Rekord-Europameister Timo Boll war gegen Christian Süß in dessen letzter Profipartie freilich Favorit. Deutschlands Topspieler tat sich zwar schwer, doch der 34-Jährige behielt die Nerven und führte Düsseldorf mit dem 3:2 nach 0:2 zum siebten Titel in den vergangenen acht Jahren.

Nicht in Erfüllung ging damit der Wunsch von Hans-Georg Dietrich, dem ehemaligen Vorsitzenden des TTC Ockstadt. Er war mit einigen Vereinskollegen in der Fraport-Arena und hatte auf fünf Spiele gehofft. Dies, verbunden mit einem Sieg, war auch der Traum von Ruwen Filus. Er muss nun gemeinsam mit Fulda-Maberzell weiterhin auf den ersten Deutschen Meistertitel warten. Mit dem Finaleinzug haben die Osthessen allerdings ihre Position als zweite Kraft in Deutschland unter Beweis gestellt.

Nach der ersten großen Enttäuschung und der Siegerehrung wirkte Filus wieder entspannter, hatte Tochter Marie auf dem Arm und erfüllte jeden Autogrammwunsch. »Wir greifen nächstes Jahr wieder an«, sagte er kämpferisch, bevor er zur Dopingkontrolle gebeten wurde. Michael Wiener

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