1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Rücktritt als Spitzenreiter

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(mn) Neun Siege, fünf Unentschieden, keine Niederlage – Tabellenführer der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. Mehr geht kaum. Dennoch: Savas Yasaroglu, der türkische Trainer des kurdisch geführten Vereins SC 1960 Hanau, hat in dieser Woche seinen Rückritt erklärt.

 »Der Verein und ich passen nicht zusammen, es sind rein persönliche Gründe, die mich zu diesem Schritt veranlasst haben«, sagt Yasaroglu. Die WZ-Sportredaktion hat bei dem 37-jährigen Assenheimer einmal nachgehakt.

Savas Yasaroglu, Ihre Mannschaft ist ungeschlagen. Dennoch sind Sie als Trainer zurückgetreten. Warum?

Savas Yasaroglu: Als Trainer hat man seine Prinzipien. Ich mache vieles mit, aber eben nicht alles. Ich hätte die Mannschaft gerne noch in den fünf Spielen bis zur Winterpause betreut. Zwischenmenschlich hat es einfach nicht mehr gepasst. Deshalb habe ich meine Konsequenzen gezogen.

Trotz der Misstöne: Sportlich hätte es für den Klub kaum besser laufen können.

Yasaroglu: Das stimmt. Auf dem Platz hat dann eben jeder seine Aufgabe erfüllt. Dennoch: Wir hatten vom ersten Tag an Unruhe im Verein, und mit Blick in die Zukunft hätte sich etwas ändern müssen. Das war aber nicht absehbar. Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen, der in Zeiten des sportlichen Erfolges geht. Ich habe den Verein ordentlich hinterlassen. Ungeschlagen – mehr kann man kaum tun.

Sie wussten um die Brisanz, als türkischer Trainer einen kurdischen Klub zu übenehmen?

Yasaroglu: Das Abenteuer hat mich gereizt. Den Klub kannte ich nicht und die Liga im Grunde genommen auch nicht. Unterm Stich waren die Wochen in Hanau aber ein Riesenerfolg. Im Frühjahr konnte geradeso der Klassenerhalt erreicht werden, die Saisonvorbereitung im Sommer war eine Katastrophe. Da musste ich mehrfach das Training absagen. Dennoch steht das Team auf Rang eins.

Was nehmen Sie mit aus diesem Intermezzo?

Yasaroglu: Sehr viel Lebenserfahrung.

Was hat Ihnen gefallen?

Yasaroglu: Die Rahmenbedingungen. Drei Plätze, zwei Trainingsplätze. Das Stadion samt Kabinentrakt ist überragend.

Wo sehen Sie Unterschiede zwischen der Ost- und der West-Gruppe?

Yasaroglu: Die Ost-Gruppe ist in diesem Jahr sehr ausgeglichen. Klubs wie Hanau 93, Somborn, Dietzenbach, Nidda und die beiden Jügesheimer Vereine sind spielerisch sehr stark. In der West-Gruppe sehe ich – sofern ich das bislang beurteilen kann – von der Qualität nur Türk Gücü als Spitzenmannschaft, den anderen Vereinen fehlt die Konstanz.

Wie geht’s nun weiter? Wird man Sie künftig wieder auf den Sportplätzen der Wetterau sehen?

Yasaroglu: Ich bin für alles offen und werde sicherlich wieder die Spiele in der Heimat anschauen. Wahrscheinlich aber nur dort, wo Trainer fest im Sattel sitzen, um nicht irgendwelche Gerüchte aufkommen zu lassen.

Sie haben Türk Gücü Friedberg, Vatanspor Bad Homburg und Gencler Birligi Nidda trainiert. Wo haben Sie sich am wohlsten gefühlt?

Yasaroglu: Sportlich wie menschlich bei Türk Gücü. Dort hatte ich meine größten Erfolge, und Türk Gücü war und wird immer eine Herzensangelegenheit bleiben.

Auch interessant

Kommentare