Ruddat ist Mörler Hoffnungsträger

(jms) Wer in Nieder-Mörlen Handball schaut, der kann sich auf etwas gefasst machen. Es gibt nur wenige Orte in der Wetterau und darüber hinaus, wo das Publikum derart enthusiastisch mitgeht wie in der kleinen und sehr engen Sporthalle der Frauenwaldschule. Doch zum Jubeln hatten die Handballer der HSG Mörlen in der abgelaufenen Saison keinen Grund. Der Abstieg in die A-Klasse stand am Ende zu Buche. Dabei wurden die Fehler, die zu diesem schlechten Resultat führten, im Sommer des letzten Jahres gemacht.

Denn das Festhalten an Klaus Bastian, der sehr viel Wert auf eine klare Hierarchie und feste Strukturen legte, erwies sich in der Nachbetrachtung als Fehler. Zudem täuschte der zuvor erreichte Klassenerhalt, der nur am grünen Tisch erreicht worden war, über die tatsächliche sportliche Bilanz der HSG hinweg. Bastian hielt an seinem Konzept fest, vertröstete immer wieder auf die Spiele im Oktober. Seine Mannschaft sei aufgrund einer von Urlaubern und Verletzten sehr durchwachsenen Vorbereitung nicht richtig fit. Zudem fehlten Leistungsträger in den ersten Spielen. Die Ergebnisse bestätigten den Coach, es setzte nur denkar knappe Niederlagen. Die Mannschaft schien also auch in schwächerer Besetzung durchaus wettbewerbsfähig. Doch schon damals gab es Spiele wie gegen Florstadt (26:30) und in Mainzlar (25:35), die zeigten, dass auch taktisch die eine oder andere Änderung notwendig ist. Die HSG-Verantwortlichen handelten richtig und entschieden sich nach dem 29:36 gegen den Meisterschaftsanwärter TSV Griedel zu einem Trainerwechsel. Gunnar Ruddat, vormals der Übungsleiter der A-Jugend und zudem ein bundesligaerprobter Mann, übernahm das sinkende Schiff.

Der HSG-Vorsitzende Sigfried Bläsche sagt in der Nachbetrachtung: "Die Hinrunde mit nur einem Punkt war der Grund für den Abstieg. Seit Gunnar die Mannschaft übernommen hatte, stabilisierten sich die Leistung von Woche zu Woche. Die von ihm vorgenommenen taktischen Änderungen führten endlich auch zu den lang ersehnten Punktgewinnen. Mit zwöf Punkten in der Rückrunde hat die Mannschaft gezeigt, dass sie BOL-Niveau besitzt. Das hat die Mannschaft ja auch vorher gezeigt, aber nicht in Punkte umsetzen können". Jedoch musste auch Ruddat zunächst sechs Niederlagen in Folge einstecken, ehe beim 24:24 gegen den TSV Södel am 15. Januar der erste Punkt der Saison zu Buche stand.

Nicht wenige aus dem Mörler Umfeld behaupten, dass das Ruddat-Training in der kurzen Winterpause für den Umschwung verantwortlich war. Die HSG präsentierte sich fitter und taktisch variabler. Kein Wunder also, dass Bläsche weiter auf Ruddat baut: "Schön frühzeitig haben wir uns entschlossen, mit Gunnar Ruddat auch in der neuen Saison unabhängig von der Spielklasse weiterzuarbeiten, da wir mit seiner Arbeit sehr zufrieden sind. Neben dem Sportlichen schätzen wir seine menschliche Art. Er passt sehr gut in die Struktur der HSG Mörlen."

Die Spieler hatten sich nach der schwachen Hinrunde ein dickes Lob verdient. Immerhin ließen sie sich trotz einer ausweglosen Situation nicht hängen. Und genau das macht Hoffnung, dass Mörlen in der A-Klasse mit den altbewehrten Tugenden der finanziellen Großmacht aus Lollar und Ruttershausen (geht mit einem Landesliga-tauglichen Kader an den Start) im Aufstiegskampf Paroli bieten kann. "Trotz der sportlichen Situation hat sich niemand hängen lassen. Am besten kann man das an der hohen Trainingsbeteiligung ablesen. Trotz vieler Anfragen anderer Vereine bleibt die Mannschaft fast komplett zusammen. Damit zeigen die Jungs, dass sie sich ihrer Verantwortung gegenüber Verein und Fans bewusst sind. Unser Ziel kann für die neue Saison nur der sofortige Wiederaufstieg sein", erklärt Bläsche.

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